Schon das dritte Kräftemessen

Der FC Vaduz gastiert morgen Sonntag um 13.45 Uhr erneut in der Stockhorn-Arena in Thun, wo es zum Duell des Schlusslichts (Thun) gegen den Vorletzten (FC Vaduz) kommen wird. Erstmals geht es um Meisterschaftspunkte. Der FCV wird heute Richtung Thun abreisen.

Ernst Hasler
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Zweimal hatten sich die Klingen der beiden Teams in der laufenden Saison schon gekreuzt (0:0, 2:2). Für FCV-Trainer Giorgio Contini gebe es bezüglich Strategie nicht viel zu verstecken. «Wir haben in der Europa League zweimal ein gutes Spiel gegen Thun gezeigt, jeweils die Partie offen gestaltet, nicht verloren und zudem unsere Chancen vorgefunden», blendete Contini kurz zurück.

Europa-League-Out ist abgehakt

Dass der FC Thun vorgestern Donnerstag noch in Prag in der Europa League spielte, sieht Contini nicht explizit als Vorteil. «Wir wollten die Europa-League-Hürde überspringen, sind out und somit ist das Thema abgehakt. Stattdessen konnten wir uns gut erholen», schwelgen bei Contini keine Revanchegelüste.

«Wir sollten frischer sein, trotzdem gibt es keinen Grund, um die morgige Aufgabe anders anzugehen. Wir wollen Druck auf den Gegner ausüben, wenn uns das gelingt, dann gibt es Möglichkeiten für Balleroberungen und den kürzeren Weg zum Tor», nannte Contini eine Variante, um den Berner Oberländern zu begegnen. Taktisch könne er immer etwas Neues auspacken. «Wir werden unseren Matchplan an den Tag legen. Die Ausgangslage sind 90 Minuten. Es sind andere Voraussetzungen als noch in der Europa League, als unbedingt ein Auswärtstor angestrebt worden ist. Es ist nicht der ultimative Match, aber eine neue Herausforderung. Wir werden taktisch noch etwas auf den Weg geben, um anders aufzutreten. Eine Idee habe ich bereits im Kopf», beliess es Contini bei Andeutungen.

«Tore vermitteln gutes Gefühl»

Sichtlich erleichtert war gestern Neuzugang Ali Messaoud, nachdem ihm gegen GC sein erstes Saisontor gelang. «Als Stürmer war dieser Torerfolg sehr wichtig. Die Stürmer werden an ihren Toren gemessen», stellte der 24jährige Messaoud klar. «Die Situation zuvor war verrückt. Ich hatte mich immer gefragt, wann gelingt endlich das erste Tor? Tore geben einem ein gutes Gefühl und auch mehr Selbstvertrauen», hob Messaoud die Bedeutung dieses wichtigen Tores hervor.

«Keine grossen Geheimnisse»

Der FC Thun stand am Donnerstag im Europa-League-Hinspiel bei Sparta Prag im Einsatz (1:3-Niederlage). Thuns Trainer Ciriaco Sforza war etwas verärgert. «Es war eine unnötige Niederlage, denn wir haben gut gespielt, gute Chancen besessen. Schade, dass es nicht zum Remis gereicht hat, doch das gehört im Fussball dazu», urteilte Sforza. Sass der Frust tief? «Es war kein Frust, eher die Enttäuschung. Das 2:2 wäre korrekt gewesen. Das 3:1 in der 94. Minute sorgte zur grossen Enttäuschung, doch wir müssen vorwärtsschauen», so Sforza. Ob seine Spieler genügend frisch sind, werde sich weisen. «Seit fünf Wochen haben wir alle drei Tage ein Spiel. Wir müssen uns Gedanken machen, doch die Mannschaft ist intakt. Wir dürfen uns deshalb nicht verrückt machen», warnt Sforza vor zu vielen Sorgen.

Die Vorteile liegen etwas beim FCV, dieser Einschätzung pflichtete Sforza bei: «Die liegen bei Vaduz, denn ihre Frische ist da. Es liegt an uns. Wir wissen, dass Vaduz eine gute Mannschaft hat, doch in der Super League kann jeder jeden schlagen.» Einfacher sei das Kräftemessen morgen nicht, obwohl man sich aufgrund der Europa-League-Qualifikation bestens kennt. «Wir müssen uns in erster Linie auf uns konzentrieren, um unsere Leistung abrufen. Es ist nicht schwer, den Gegner einzuschätzen. Die Tagesform und das Glück sind entscheidend. Es gibt keine grossen Geheimnisse», fügt Ciriaco Sforza an.

Die Absenzen

Beim FC Vaduz fehlen Kuzmanovic, Schürpf (verletzt) und Manuel Sutter (rekonvaleszent). «Sutter steht nach der Natipause wieder zur Verfügung», beurteilt FCV-Trainer Contini die Personalsituation. Offen ist der Einsatz von Muntwiler, der an einer Fersenprellung laboriert und deshalb im Training Schonung erhielt. Ähnlich ist der Fall bei Neumayr (Adduktoren). «Nach seinem Teileinsatz gegen GC wollten wir kein Risiko eingehen», erklärte Contini, der auch klarstellte, dass der FCV auch ohne Neumayr Spiele gewinnen könne. «Wir wollen einzelne Absenzen nicht überbewerten, deshalb hatten wir gegen GC auf ihn verzichtet. Die Problematik auf dem Kunstrasen, dem hartem Boden, ziehen wir in Betracht.» Der FCV wird heute um 18.45 Uhr Richtung Thun abreisen.

Der FC Thun muss auf Peyretti, Siegfried (Wadenbeinbruch) und Glarner (Mittelfussfraktur) verzichten. Der Einsatz des Liechtensteiner Nationalspielers Sandro Wieser ist nach seinem Muskelfaserriss fraglich. «Er hatte pausiert und die letzten zwei Tage trainiert. Wir wollen aber kein unnötiges Risiko eingehen, denn wir planen langfristig mit ihm», so Thuns Sforza.

Aktuelle Nachrichten