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Schockiert von geplanter Auflösung

Kulturangebot verschwindet sang- und klanglos Ausgabe vom 27. Februar 2016

Am letzten Mittwoch wurde mir der Trüben-Beitrag von Kuno Bont zufällig zugespielt. Ich bin schockiert, entsetzt und zutiefst betroffen, dass der Verwaltungsrat der Werdenberger Schloss-Festspiele am 8. März die Auflösung der Genossenschaft beantragt.

Als Werdenberger kann ich jede Zeile, die aus der Feder von Kuno Bont stammt, vollumfänglich nachvollziehen. Ja wo bleiben die Aufschreie der kulturliebenden Werdenbergerinnen und Werdenberger? Denn über die Kantons- und Landesgrenzen hinweg waren diese alle zwei bis drei Jahre wiederkehrenden Schlossfestspiele sehr beliebt.

Günther Simonott als musikalischer Leiter war die Seele dieser Schlossfestspiele. Er verstand es, dem Publikum die Oper näher zu bringen. Mit Herzblut war er dabei und spornte das Orchester, den hauseigenen Festspielchor und die Solistinnen und Solisten aus nah und fern zu Höchstleistungen an. Ich war seit der Zauberflöte bei fast allen Produktionen, sei es als Solist, Regisseur oder Zuschauer, mit dabei und genoss die wunderbare Atmosphäre vor und hinter der Bühne.

Schon der Aufstieg zum Schloss an einem warmen Sommerabend war ein Erlebnis, dann die Stimmung während des Opernabends. Nirgendwo konnte das Publikum in einer Oper Orchester und das Geschehen auf der Bühne so hautnah geniessen wie hier auf dem Schloss. Und damit soll nun Schluss sein?

«Die Verkaufte Braut» vom letzten Sommer war eine der erfolgreichsten Produktionen. Sowohl das Publikum als auch die internationale Presse waren voll des Lobes. In der Dernière-Feier fand vor allem Bruno Sutter, der mit seinem Team hervorragende Arbeit geleistet hat, überaus lobende Worte. Und es wurde bereits der Termin für die nächste Opernproduktion in zwei Jahren provisorisch festgelegt.

Auch mich würde es interessieren, was geschehen ist, damit es so weit kommen konnte, die Werdenberger Schloss-Festspiele in Frage zu stellen. Kuno Bont hält zu Recht fest, dass die neue Ausrichtung von Kunst und Musik auf Schloss Werdenberg zu elitär und für den Grossteil der Werdenberger Bevölkerung nicht attraktiv ist.

Was meint Frau Katrin Glaus, Präsidentin des Vereins Schloss Werdenberg, wenn sie sagt, dass es keine Garantie gibt, dass auf dem Schloss wieder eine Oper in der gewohnten Form geboten wird? Will sie das Werdenberger Publikum womöglich mit atonaler Opernmusik gewinnen, wenn sogar die Stadt St. Gallen Mühe hat, das Publikum für die sogenannte «neue Musik» in die Tonhalle oder ins Theater zu locken?

Meines Erachtens sollten die Verantwortlichen beider Vereine sich an den Tisch setzen und das kulturelle Angebot auf Schloss Werdenberg neu definieren, bevor das Präsidium der Genossenschaft Werdenberger Schloss-Festspiele die Auflösung ihres Vereins beschliesst.

Alfred Kesseli, St. Georgenstr. 8, 9000 St. Gallen

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