Schloss-Festspiele stehen vor einer ungewissen Zukunft

WERDENBERG. Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Werdenberger Schloss-Festspiele beantragt an der Generalversammlung vom kommenden 8. März die Auflösung der Genossenschaft.

Hanspeter Thurnherr
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Prachtvolle Aufführungen wie hier «Die verkaufte Braut» im vergangenen Jahr begeisterten im Schlossshof das Publikum. Ist damit nun Schluss? (Bild: Martin Walser)

Prachtvolle Aufführungen wie hier «Die verkaufte Braut» im vergangenen Jahr begeisterten im Schlossshof das Publikum. Ist damit nun Schluss? (Bild: Martin Walser)

WERDENBERG. Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Werdenberger Schloss-Festspiele beantragt an der Generalversammlung vom kommenden 8. März die Auflösung der Genossenschaft. Das Liquidationsergebnis soll der Verein Schloss Werdenberg erhalten, «um die Mittel für ein Projekt mit regionalem Charakter einzusetzen», wie es Präsident Beat Tinner in der Einladung zur Generalversammlung schreibt. «Eine Neuausrichtung der Schloss-Festspiele beziehungsweise Neuerfindung der traditionellen Aufführungen unter dem Dach der regionalen Säule des Vereins Schloss Werdenberg macht mehr als Sinn», verdeutlicht Tinner gegenüber dem W&O. Wie in der Privatwirtschaft oder in staatlichen Organisationen gelte auch im Kulturbetrieb auf Schloss Werdenberg der Grundsatz: ein Raum, ein Auftrag, ein Chef.

Hauptsponsor steigt aus

Gründe für die Auflösung der Genossenschaft nennen Tinner sowie Festspieldirektor Bruno Sutter in seinem Schlussbericht der Schloss-Festspiele 2015 einige. Trotz der baulichen Veränderungen rund ums Schloss sei die Infrastruktur ungenügend und verursache bei Zusatzbauten, Verpflegung und sanitären Einrichtungen einen hohen finanziellen Aufwand, ohne dass dem ein Ertrag gegenübersteht. Zudem wird die St. Galler Kantonalbank als bisherige Hauptsponsorin ihr Engagement nicht mehr verlängern. Diese Umorientierung basiere auf einer grundlegenden Überprüfung ihrer Sponsoring-Strategie im Jahre 2014 und habe nichts mit der ungewissen Zukunft der Schloss-Festspiele zu tun.

Für Bruno Sutter ist klar: «Aus meiner Sicht ist es nicht möglich, die Schloss-Festspiele als eigenständige Organisation weiterzuführen. Für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Schloss ist die Organisationsstruktur untauglich und der gute Wille zur Zusammenarbeit fehlt.»

Sechs Rücktritte

Zudem haben bis Ende 2015 sechs von acht Verwaltungsratsmitgliedern ihren Rücktritt bekanntgegeben: Annemarie Engler, Sevelen, Daniel Gut und Katrin Frick, beide Buchs, Helmut Kendlbacher, Gams, Walter Schlegel, Vaduz, und Präsident Beat Tinner, Azmoos. Im Rat verbleiben noch Roger Rusterholtz als Vertreter der Standortgemeinde Grabs und Katrin Glaus, Präsidentin des Vereins Schloss Werdenberg, als Vertreterin dieses Vereins. ? DIE DRITTE

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