Schleichverkehr befürchtet

Welchen Weg nimmt künftig der heutige Durchgangsverkehr beim Buchser Bahnhof? Diese Frage beherrschte, zusammen mit der Parkhausfrage, die Diskussion an der Infoveranstaltung zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes.

Hanspeter Thurnherr
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Beim anschliessenden Apéro lässt sich trefflich über den geplanten Bahnhofplatz mit Bushof weiterdiskutieren. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Beim anschliessenden Apéro lässt sich trefflich über den geplanten Bahnhofplatz mit Bushof weiterdiskutieren. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

BUCHS. Wo werden künftig die Autos durchfahren, die heute im Durchgangsverkehr über den Bahnhofplatz rollen? Wird mit dem Verzicht auf eine Tiefgarage nicht eine Chance verpasst? Diese zwei Themen standen bei der Diskussion im Anschluss an die Vorstellung des Projektes «Neubau Bushof Buchs» vom Dienstagabend (der W&O berichtete gestern) im Zentrum.

Tempo 30 gegen Schleichverkehr

Der Kreisel bei der Rondelle ist für den Verkehrsplaner Armin Meier das Problem, warum der Durchgangsverkehr auf dem Bahnhofplatz unterbrochen werden müsse. «Sonst besteht künftig die Gefahr, dass das Verkehrssystem kippt und minutenlange Staus am Kreisel in den Hauptverkehrszeiten die Folge wären», hatte er in seinem Referat erklärt. Und auch die Frage, wohin sich der heutige Durchgangsverkehr künftig verlagere, beantwortet: «Wir sind zuversichtlich, dass er sich ins übergeordnete Netz verlagert – und nicht in die angrenzenden Wohnquartiere.»

Doch genau diese Befürchtung wurde in der Diskussion geäussert. Mit der Unterbrechung werde der Verkehr «durch die Wohngebiete gejagt». Wie Stadtpräsident Daniel Gut sagte, wolle man dieser Gefahr begegnen, indem in den Wohngebieten westlich der Technikumstrasse eine Tempo-30-Zone priorisiert werde. Armin Meier ergänzte: «Sicherlich muss die Entwicklung genau beobachtet werden, um mit geeigneten Massnahmen reagieren zu können, falls sich die Befürchtungen bestätigen.»

«Unten durch» geprüft

Geprüft wurde im Vorfeld auch eine unterirdische Durchfahrt in Kombination mit einer Tiefgarage. Doch sei diese Lösung von der Polizei als nicht bewilligungsfähig erklärt worden, wie der für den Verkehr zuständige Stadtrat Gust Wehrli präzisierte. Auch fehle für entsprechende Rampen der Platz, ergänzte Meier.

Wer jemanden mit dem Auto zu Bus und Bahn bringen oder dort abholen will, kann dies auch bei unterbrochener Durchfahrt. Denn sowohl auf der Süd- wie Nordseite sind dafür Kurzparkplätze vorgesehen. Die Autos wenden für die Wegfahrt.

Tiefgarage: Verpasste Chance?

Kritisiert wurde in der Diskussion, dass man mit dem Verzicht auf die Tiefgarage eine Chance verpasse. Gust Wehrli erklärte, dass eine Tiefgarage Mehrkosten von rund 5,4 Mio. Franken verursachen würde. Private Investoren hätten zudem signalisiert, dass sie beim Bau von zwei Parkhäusern (Rondelle und Bahnhof) nicht mitmachen würden. Armin Meier rechnete vor, dass der Stundentarif in der Tiefgarage mindestens 5.50 Franken betragen müsste, um kostendeckend zu sein. «Im einem Parkhaus Rondelle bekäme man Parkplätze zum halben Preis und erst noch mit höherer Akzeptanz.»

Mehrkosten kein Thema

Gefordert wurde von einem Votanten eine höhere Beteiligung von SBB und Busunternehmen an den Kosten. Denn diese profitierten vom Bushof am meisten. Wie Daniel Gut sagte, zahlt der Kanton via Amt für öffentlichen Verkehr einen Infrastrukturbeitrag von mindestens einer Million Franken. Die SBB hätten versprochen, sich an den Veloparkierungsanlagen zu beteiligen. Dies sei nicht selbstverständlich. Obwohl der Finanzbedarf für die Stadt Buchs mit rund 9,8 Mio. Franken im Vergleich zur Finanzplanung deutlich höher ausfällt, waren die Kosten in der Diskussion kein Thema. Denn Daniel Gut konnte die Mehrkosten gut begründen.

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