Schlaganfallstation im Spital Grabs für Region bedeutend

GRABS. Beim Schlaganfall zählt jede Minute, denn die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmass der Zellschäden im Gehirn. «Zeitverlust in dieser Akutphase kann zu Verlust von Lebensqualität führen.

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GRABS. Beim Schlaganfall zählt jede Minute, denn die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden über das Ausmass der Zellschäden im Gehirn. «Zeitverlust in dieser Akutphase kann zu Verlust von Lebensqualität führen. Zudem können einige Therapiemöglichkeiten nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters nach einem Schlaganfall eingesetzt werden», erklärt Prof. Dr. Christian Berger, Neurologe und Leiter der Stroke Unit (Schlaganfallstation) im Spital Grabs, anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tages vom Donnerstag. Unter dem Motto lautet «Sicher und mobil – richtig handeln nach Schlaganfall» steht in diesem Jahr die richtige Reaktion bei einem Schlaganfall im Mittelpunkt der Kampagne. «Die beste Schlaganfallbehandlung ist diejenige, die Behinderung verhindert», so Christian Berger.

Symptome rechtzeitig erkennen

Der erste Schritt dabei ist das Erkennen des Schlaganfalls. Wenn eines der folgenden Zeichen vorliegt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Schlaganfall: hängender Mundwinkel auf einer Seite; Schwächung oder Lähmung eines Armes oder Hand; undeutliche Sprache oder Schwierigkeiten, Sätze zu bilden oder zu verstehen. «In diesem Fall sollte man umgehend die nächstgelegene Schlaganfallstation aufsuchen», rät Christian Berger. In der Ostschweiz ist diese im Spital Grabs, das neben dem Kantonsspital St. Gallen über die einzige zertifizierte Schlaganfallstation in der Region verfügt. Im vergangenen Jahr wurden auf der Stroke Unit in Grabs 240 Schlaganfallpatienten behandelt. Mit der Station in Grabs steht eine Überwachungseinheit mit sechs Betten zur Verfügung. Sie dient der optimalen Umsetzung eines integrierten Behandlungskonzepts für akute Schlaganfallpatienten. Ein hoch spezialisiertes Behandlungsteam aus Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Ärzten stellt die Diagnostik und Therapie auf dem aktuellen Stand sicher.

Handeln rettet Lebensqualität

Kann mit der Behandlung innerhalb von vier Stunden nach Symptombeginn begonnen werden, kommt meistens die sogenannte Lysetherapie zum Einsatz. Dabei erhalten die Patienten ein gerinnselauflösendes Medikament. Im Spital Grabs können rund 20 Prozent der Patienten mit einem Hirninfarkt auf diese Weise behandelt werden. Allerdings kann das Therapieverfahren bei Hirnblutungen nicht angewendet werden.

Jährlich 16 000 Schlaganfälle

Wie wichtig das rasche Handeln und die richtige Therapie sind, zeigt die Statistik: Schlaganfall ist der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter und die dritthäufigste Todesursache. Jährlich erleiden in der Schweiz etwa 16 000 Menschen einen Schlaganfall. Rund 15 Prozent der Schlaganfälle sind bedingt durch Hirnblutungen und 85 Prozent durch Hirninfarkte. «Ein Schlaganfall kann jeden treffen – vom Säugling bis zum Greis. Grundsätzlich ist der Schlaganfall keine reine Alterskrankheit», entkräftet Prof. Dr. Christian Berger das Argument, dass nur ältere Menschen einen Schlaganfall erleiden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit mit dem Alter zunimmt. (pd)