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SCHIESSEN: Schützengesellschaft wird 300-jährig

Seit drei Jahrhunderten, so die Überlieferung, wird in Nesslau diesem Sport gefrönt. An zwei Wochenenden wird nun gefeiert – und geschossen.

An den kommenden zwei Wochenenden, 16./17. Juni und 24./25. Juni, wird in Nesslau das Jubiläumsschiessen der Schützengesellschaft Nesslau durchgeführt. Der Verein feiert mit diesem Anlass sein 300-jähriges Bestehen. Seit Monaten arbeitet das OK intensiv daran, um dem Anlass einen würdigen Rahmen zu geben. Als Einstimmung auf das Jubiläum gibt es an dieser Stelle einen Auszug aus der Chronik.

Jubiläum mit Armbrustschiessen

Erste schriftliche Aufzeichnungen sind zwar erst aus dem Jahr 1757 erhalten, doch dort wird beschrieben, dass am 22. Wintermonat eine «gewohnte Schüssete» veranstaltet wurde, die darauf schliessen lässt, dass die Gründung 1717 erfolgt sein musste. Bis Mitte des vorletzten Jahrhunderts fanden die «Schüssete» statt, an denen auch die Gesellschaft von Krummenau teilgenommen hat.

Die Feldschützengesellschaft, die bis 1820 den Namen «Thurtal» trug, zog bis Anfang des 19. Jahrhunderts in den Gemeinden Nesslau und Krummenau um­her. Im Jahr 1858 gestattete der Ochsenwirt im Sidwald, dass von seinem Saal aus geschossen werden könne, sofern ihm das alte Schützenhaus verkauft würde. Es kam aber nicht dazu. Man baute ein Schützenhaus beim «Rössli» und blieb dort bis 1910. In diesem Jahr konnte die heute noch bestehende Schiessanlage Berstel eingeweiht werden.

Das 200-jährige Bestehen 1917 wurde in einem ganz ein­fachen Rahmen gefeiert. Weil wegen des 1. Weltkriegs keine Munition vorhanden war, wurde ein Armbrustschiessen veranstaltet. 1970 fand eine grosse Renovation statt, Schützenläger und Warnerpulte wurden neu errichtet und der Scheibenstand wurde neu gebaut und mit zwölf handgezeigten Scheiben ausgestattet.

1990 folgte erneut ein Umbau mit 596 Frondienststunden. Sechs elektronische Scheiben wurden eingebaut, die Decken und die Wände wurden isoliert, Lärmschutzwände aufgestellt und somit wurde der Schiesslärm für die Umgebung erträglicher und die Schiesszeiten reduziert. In der Schützenstube stand bis zu diesem Umbau ein kleiner Holzofen, der immer wieder mit Holz versorgt werden musste, während die guten Resultate und die Anekdoten in der Wärme gemeinsam gefeiert wurden.

Der Militärschützenverein Lutenwil (gegründet 1887) schoss, nachdem die Schiessanlage in der Germen geschlossen wurde, ebenfalls im Berstel. Mangels Mitgliedern und Nachwuchs wurde 1994 das Zusammenlegen der Schiesszeiten und schliesslich ein Fusionieren für beide Vereine in Betracht gezogen. Und so hiess der neue Verein Schützengesellschaft Nesslau mit Gründungsjahr 1717, das beibehalten wurde.

Bauliche Veränderungen für das Kantonalschützenfest

Das St. Galler Kantonalschützenfest fand 2009 im Toggenburg statt und die Schützengesellschaft Nesslau durfte auch Gastgeber sein. Damit aber alle Sicherheitsvorschriften und Forderungen eingehalten werden konnten, mussten die elektronischen Scheiben ersetzt und auf acht Scheiben ausgebaut werden, ein Kugelfangsystem für die acht Scheiben wurde eingebaut. Auch das Schützenhaus bekam einen neuen Anstrich und nicht alle Farbe landete jeweils an der Wand oder an den Brettern – Spass muss eben auch sein.

Zur gleichen Zeit wurden aber auch zwei Schiessstände in der Gemeinde geschlossen und am 17. April 2010 wurde eine Standgemeinschaft mit dem ­Militärschützenverein Speer-Laad gegründet. Mit dem gemeinsamen Jungschützenkurs und den gemeinsamen Schiessübungen wurden die Schiesstage optimiert. Auch wurden acht Schallschutztunnel eingebaut, somit konnte der Schiesslärm für die Umgebung nochmals reduziert werden.

Die Schützengesellschaft Nesslau besteht heute aus 20 Aktivmitgliedern und acht B-Mitgliedern. Die zehn nicht mehr ­aktiven Ehrenmitglieder und der Ehrenpräsident Martin Baumann lassen sich ab und zu im Schützenhaus blicken. (pd)

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