Schafft Musik Frieden?

«Dramatische Messe für den Frieden» Ausgabe vom 4. Mai 2015

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Diese Frage zu stellen, grenzt für viele gebildete Menschen an Blasphemie. Die Musik steht hinter Gott an zweiter Stelle der Heiligkeit. Komponisten gelten als göttlich Inspirierte, gemeinsames Musizieren gilt als der Inbegriff des gemeinsamen friedfertigen Handelns.

Der Antrieb zum Musizieren ist aber nicht nur das rein Gute. Als Musiker und damit als spezieller Mensch zu gelten, dahinter steckt ein mächtiger Egoismus. Die Musikwelt ist kein heiler Ort des Friedens. Sie ist eine Elitegesellschaft im Elfenbeinturm, wo grosser Leistungs- und Konkurrenzdruck herrschen sowie starke Hierarchie, eiserne Disziplin und eine gnadenlose Auslese.

Die Macht der Musik kann ausgenützt werden wie diejenige der Religion: Belehrung der Menschen «draussen», Stützung und gemeinsame Sache mit den Mächtigen sowie Unterstützung im Verbreiten von Ideologien (zum Beispiel Wagner). Und niemand wagt diese heilige Welt zu hinterfragen.

Christian Roth, Moosweg 11, 9470 Buchs

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