SAX/FRÜMSEN: Winzer sind zufrieden, aber…

Heuer zeigte sich das Rebjahr von einer besonderen Seite. Mit einem grossen Arbeitsaufwand wird es gute Weine geben, die Mengen fallen aber geringer aus. Das war am Winzerfest zu erfahren.

Heidy Beyeler
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Das Winzerfest gleicht einem grossen Treffen alter Bekannter – jedes Jahr weitet sich der Kreis aus. (Bild: Heidy Beyeler)

Das Winzerfest gleicht einem grossen Treffen alter Bekannter – jedes Jahr weitet sich der Kreis aus. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Am Winzerfest vom Sonntag war es sicht- und hörbar, «wir können – trotz Einbussen – zufrieden sein», sagen die Winzer unisono. Bei den bereits geernteten weissen Trauben fielen die Öchsle ungefähr gleich wie im vergangenen Jahr aus. Im Staatswingert wurden die Müller-Thurgau geerntet ebenso wie bei Stefan Hörner in Sax. Allerdings wurden die anderen weissen Traubensorten noch nicht gelesen, denn das nasse Wetter lässt im Moment keine Ernte zu, wie Anita Hörner bedauert. «Ja, der Mehraufwand ist schon etwas zermürbend, zumal wir mit weiteren Arbeitsstunden bei der Lese der roten Trauben rechnen müssen. Wir wissen noch nicht, wie viele Trauben faul sind.» Mit einem Blick ins kommende Jahr meinte sie zuversichtlich «Neues Jahr – neues Glück».

Otto Rohner aus Sax weiss, dass im Fürstentum, schon rote Trauben geerntet wurden und ­dabei in der Tat deutlich mehr faulen Trauben rausgeschnitten werden mussten.

Weniger Wein, mehr Aufwand, gute Qualität

Markus Hardegger, Weinbau Rheinhof Salez, sagt, dass die Menge des Weissweins vom Staatswingert dieses Jahr im Vergleich zu Durchschnittsjahren um etwa zwei Drittel geringer ausfallen wird. Bei Otto Rohner ergibt sich ein ähnliches Bild. «Dafür hatten wir am Winzerfest aussergewöhnlich viele Gäste, unter anderen auch den Besuch der neugewählten Winzerkönigin aus dem Ländle, die von einer Delegation Winzerkollegen aus Liechtenstein begleitet wurde. Das ist ein kleiner Ausgleich zum aufwendigen Rebjahr.»

Allen vier Winzern aus der Gemeinde Sennwald – Otto Rohner, Hans Bernegger und Stefan Hörner aus Sax sowie Markus Hardegger vom Staatswingert in Frümsen – sind vom Mehr­aufwand und dem geringeren ­Leseertrag betroffen. Hansueli Dütschler, Ortsgemeindepräsident Salez, konnte auf Anfrage noch nichts über den Ertrag der Johannitertrauben sagen. Die Wümmet auf dem Salezer Rebberg findet am kommenden Freitag zu zweiten Mal statt. Die Winzer sind aber einhellig überzeugt, dass die Qualität wieder auf hohem Niveau ausfallen wird.

Die Traubenlesen stehen bevor

Noch diese Woche wird im Staatswingert mit der Vorlese der Rotweintrauben begonnen und nächste Woche soll die Haupt­lese über die Bühne gehen – «sofern das Wetter mitmacht», sagte Markus Hardegger. Mit der Be­sucherzahl beim Winzerfest auf dem Trübliweg waren alle sehr zufrieden. Die Gäste kamen aber wegen des Wetters mehrheitlich erst am Nachmittag.