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SAX: Plastex aus Grossvaters Zeiten

In einem eingestürzten Stall wurden bei Aufräumarbeiten gegen 70 Kilo Sprengmittel gefunden. Die Kantonspolizei hat diese kontrolliert in einem Steinbruch entsorgt. Im Umgang ist höchste Vorsicht geboten.
Armando Bianco
In diesem eingestürzten Stall in der Gemeinde Sennwald wurde altes Sprengmittel gefunden. (Bilder: Kantonspolizei)

In diesem eingestürzten Stall in der Gemeinde Sennwald wurde altes Sprengmittel gefunden. (Bilder: Kantonspolizei)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

mailto:

50 Kilo Plastex, 18 Kilo Gelatine, 100 Sprengkapseln und 80 Meter Sicherheitsanzündschnur: Diese Sprengmittel samt Zubehör wurden während Aufräumarbeiten in den Trümmern eines Stallgebäudes gefunden, das dem Sturm «Burglind» zu Jahresbeginn nicht standgehalten hatte. Der Besitzer des Stalls reagierte korrekt und informierte umgehend die Kantonspolizei. Die Sprengmittel dürften vom Grossvater des heutigen Besitzers vor längerer Zeit dort deponiert worden sein. Diese lagerten bis dahin vergessen und unentdeckt unter dem Dach des Gebäudes.

Sprengmittel kaufte man früher in der Apotheke

Die Kantonspolizei St. Gallen separierte vor Ort die einzelnen Sprengstoffarten und die vorhandenen Zündmittel. «Für unsere Fachleute hat dabei keine Gefahr bestanden. Allerdings hätte der Stall schon beim Einsturz durchaus explodieren können. Es kann von Glück gesprochen werden», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei. Zündmittel seien empfindlich auf Reibungen, Schläge oder Wärme.

Das entdeckte Material musste in einem Steinbruch fachgerecht entsorgt werden. «Sprengstoff kann man nicht verbrennen, deshalb mussten Plastex und Gelatine in kleinen Tranchen zur Detonation gebracht werden», so Gian Andrea Rezzoli gegenüber dem W&O. Dazu habe man ein Loch gegraben, Sprengmittel hineingetan, das Loch mit Sand zugeschüttet und anschliessend mit einem elektronischen Zünder jeweils kleine Explosionen verursacht.

Nach altem Recht gab es keine speziellen Vorschriften zur Lagerung von Sprengmitteln. Mit der Inkraftsetzung des Sprengstoffgesetzes im Jahr 1980 änderte das. Heute gelten strenge Vorschriften, auch was die Lagerung von Sprengmitteln betrifft. Strafbar hat sich der Stallbesitzer nicht gemacht. Früher war der Umgang mit Sprengmittel vergleichsweise lax. Sprengmitteln wurde vor allem in der Land- und Forstwirtschaft, um beispielsweise Baumwurzeln zu sprengen. Die Sprengmittel habe man einfach in den Apotheken kaufen können, oft wurden sogar Kinder damit beauftragt.

Auf keinen Fall berühren oder transportieren

«Es kommt ab und zu vor, dass längst vergessene Sprengmittel in Ställen oder anderen Räumlichkeiten zum Vorschein kommen, das ist vor allem auf Bauernbetrieben der Fall», weiss der Mediensprecher der Kantonspolizei weiter. Die Sprengmittel müssten, wie im vorliegenden Fall, unbedingt fachgerecht von Experten entsorgt werden. Bei einem Fund sei in jedem Fall höchste Vorsicht geboten. Ohne das notwendige Fachwissen sollten Sprengmittel nicht berührt oder transportiert werden.

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