SAX: Am ersten Tag gab es Gelächter

In der Schweiz sind seit dem 1. Mai drei Insekten als Lebensmittel zugelassen. In Teilen der Welt gehören Insekten traditionell oder notgedrungen zur Nahrungsgrundlage. Im «Schlössli Sax» gibt es bereits ein Heuschrecken-Menu.

Armando Bianco
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Präsentieren stolz die neueste Kreation mit Heuschrecken auf dem Teller: Chefkoch Markus Hödlmoser (links) und Wirt Thieni Theus im «Schlössli Sax». (Bild: Armando Bianco)

Präsentieren stolz die neueste Kreation mit Heuschrecken auf dem Teller: Chefkoch Markus Hödlmoser (links) und Wirt Thieni Theus im «Schlössli Sax». (Bild: Armando Bianco)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Per 1. Mai wurde in der Schweiz die Lebensmittelverordnung angepasst, sie erlaubt nun auch offiziell den Verkauf von Wanderheuschrecken, Grillen und Mehlwürmern (siehe Titelseite). Vorerst dürfen nur diese drei Arten in die Regale oder auf den Teller, es ist jedoch absehbar, dass weitere Arten hinzukommen. In Asien und Afrika beispielsweise werden rund 2000 essbare Insektenarten gezählt, dort gehören diese seit langer Zeit zu den Nahrungsmitteln.

In der Schweiz gibt es bereits Firmen, die sich mit Zucht und Import beschäftigen und momentan der grossen Nachfrage gerecht werden wollen, zu ihnen gehört auch Essento aus Mörsch­wil. Die genannten Insekten sollen schon bald als Lebensmittel in den Coop-Regalen stehen. Der genaue Verkaufsstart steht laut Mediensprecherin Andrea Bergmann noch nicht fest, «wir gehen jedoch davon aus, diese Produkte schon bald in rund 100 grösseren Coop-Märkte hierzulande anzubieten», sagt sie auf Anfrage des W&O. In den Regalen wird es dann beispielsweise Hackbällchen aus Mehlwürmern geben. Die Migros will zuerst die Entwicklung abwarten.

Zuchtinsekten sind keine Futtermittel

Die Insekten müssen vor der Abgabe tiefgefroren und einer Hitzebehandlung oder einem anderen geeigneten Verfahren unterzogen werden. Übrigens handelt es sich nicht um die gleichen Tiere, die Schlangen, Nagetieren oder Fischen verfüttert werden. Zuchtinsekten müssen räumlich getrennt zu Futtermittel-Insekten gehalten werden, steht in der Verordnung des Bundes.

Aus Sicht der Ressourcen und der Ökologie macht es Sinn, Insekten anstelle von Fleisch zu essen, doch ist der Leidensdruck wohl noch zu gering und die mögliche Ressourcenknappheit noch zu weit entfernt. Nahrungsexperten sind sich einig, dass dereinst gezwungenermassen häufiger ­Insekten auf den europäischen Tellern landen werden.