Sattes Grün im Tankgraben

Seit über zwei Jahren hat es wegen fehlendem Sauerstoff im Wasser des Tankgrabens 1 in Plattis keine Fische mehr. Erste Massnahmen werden realisiert, weitere scheitern an Geldmangel.

Thomas Schwizer
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Der dichte Wasserlinsenbewuchs verhindert die Wasserumwälzung und die Sonneneinstrahlung und damit die Sauerstoffbildung. (Bild: Thomas Schwizer)

Der dichte Wasserlinsenbewuchs verhindert die Wasserumwälzung und die Sonneneinstrahlung und damit die Sauerstoffbildung. (Bild: Thomas Schwizer)

PLATTIS. Fakt ist: Der Tankgraben 1 ist vorläufig nicht als Fischgewässer nutzbar, da sein Wasser praktisch frei von Sauerstoff ist. Er ist ein ruhendes Gewässer, das nur durch Grundwasser gespiesen wird – und durch Einleitungen, die Meteorwasser aus angrenzenden Liegenschaften zuführen.

Fakt ist auch: Sein hoher Gehalt an organischen Nährstoffen, vor allem am Grund des Tankgrabens, verhindert eine Sauerstoffbildung, ebenso der flächendeckende, dicke Teppich von Wasserlinsen auf der Oberfläche. Diese wuchern hier, weil das Wasser auch nahe an der Oberfläche kaum Sauerstoff aufweist. Sie verhindern eine natürliche Umwälzung des Wassers durch Wind und die Sonneneinstrahlung im Wasser für die Bildung von Sauerstoff.

Das Sterben sämtlicher Fische im Tankgraben löste 2012 eine Anzeige gegen Unbekannt aus, die inzwischen sistiert wurde. Gewässerbiologische Begutachtungen durch ein Fachbüro brachten die Hauptursachen für die Sauerstoffarmut ans Licht (W&O vom 18. Oktober 2013). Auf dieser Basis wurden Ansätze zur Verbesserung der Wasserqualität aufgezeigt.

So sei die Einleitung von nährstoffreichem Wasser zu verhindern. Demnächst werden umfangreiche und kostspielige Investitionen der Müller Azmoos AG/ VPG AG (Vertragsproduzenten-Gemeinschaft) abgeschlossen. Sämtliches Gemüsewaschwasser wird vorgereinigt und danach in die Abwasserreinigungsanlage geführt. «Es wird also ausschliesslich Meteorwasser in den Tankgraben 1 eingeleitet», betont Geschäftsführer Alexander Zogg. Grundsätzlich sei das bisher schon der Fall gewesen – mit Ausnahme eines Zwischenfalls, als die bewilligte bisherige Lösung mit der Versickerungsanlage am Bahndamm nicht einwandfrei funktionierte.

Die Fachleute empfehlen zwei weitere Massnahmen, die wegen Geldmangels aber vorerst nicht realisiert werden: Das regelmässige Abschöpfen des Wasserlinsenteppichs an der Oberfläche und das Ausbaggern des nährstoffreichen Schlamms am Grund. Die Gemeinde Wartau verweist auf hohe Investitionen, die sie für die Tankgräben bereits realisiert hat. • DIE DRITTE

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