SARGANS/REGION: 18 künftige Pädagoginnen feierten

Kürzlich herrschte im Singsaal der Kanti Sargans frohe Stimmung: 18 Absolventinnen durften aus der Hand des Prorektors Prof. Ivo Gienal den Fachmaturaausweis Pädagogik entgegennehmen. Unter ihnen waren drei Werdenbergerinnen.

Hans Hidber
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Die Absolventinnen verschönerten die Feier unter der Leitung von Musiklehrerin Bea Rütsche mit Gesangseinlagen. (Bild: Hans Hidber)

Die Absolventinnen verschönerten die Feier unter der Leitung von Musiklehrerin Bea Rütsche mit Gesangseinlagen. (Bild: Hans Hidber)

Hans Hidber

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Mit «Let it be» von den Beatles wurde die Maturafeier, zu der sich auch Angehörige, Bekannte und Freunde der erfolgreichen Maturandinnen eingefunden hatten, musikalisch eröffnet. Unter der Begleitung und Leitung ihrer Musiklehrerin Bea Rütsche bewiesen die sichtlich motivierten Sängerinnen, die später nochmals auftraten, einen sauberen und dynamischen Chorklang. Für vierstimmige Vorträge hatten Tenöre und Bässe gänzlich gefehlt – die Damen waren ganz unter sich.

Seit Jahren ist eine zunehmende «Feminisierung» zumindest im Primarschulbereich festzustellen, was natürlich keine Qualitätseinbusse bedeutet. Unter den Gästen befand sich, wie Prorektor Ivo Gienal in seiner Begrüssung erfreut feststellte, auch eine Delegation der Kanti Wattwil, die sechs Schülerinnen aus dem Linthgebiet an Sargans «abtreten» musste.

Aus der Region Werdenberg erhielten drei Schülerinnen den Fachmaturaausweis Pädagogik: Maria Gabathuler, Buchs; Julia Janjic, Werdenberg und Amanda Schwendener, Sevelen.

Der Flug in die Freiheit

In seiner kurzen Ansprache interpretierte der Prorektor die von den Absolventinnen gestaltete Einladungskarte zur Maturafeier: Aus dem Kamin eines grösseren Hauses entweichen bunte Ballonherzen in die Lüfte. Das Haus müsse wohl die Schule darstellen, und die Ballonherzen versinnbildlichten die angehenden Pädagoginnen, die nun aus der Enge der Schule in die «Freiheit» fliegen könnten. Diese Symbolik enthalte aber auch eine gewisse Mahnung: Wenn mit zunehmender Höhe der Druck abfalle, würden sich die Ballone aufblähen, und der eine oder andere könnte platzen.

Allzu lange könne die mit der erfolgreichen Matura gewonnene Freit nicht unbeschränkt und unbeschwert genossen werden, wenn das Studium an der Pädagogische Hochschule weitergehe. Dort herrsche zwar nicht mehr der straffe und geschützte Schulbetrieb einer Kanti, dafür wachse mit jedem Schritt weiter die Selbstverantwortung. Diese stets wahrzunehmen und das Ziel nicht aus den Augen zu lassen, wünschte Ivo Gienal den künftigen Pädagoginnen für ihren weiteren Lebensweg.

Für die Festansprache konnte Jason Embley, Psychologie- und Englischlehrer, gewonnen werden. Auf witzige Art erzählte er eine Parabel von der Generalversammlung einer Truthennenvereinigung, die sich für diesen Tag vorgenommen hatte, unter Anleitung des Ober-Truthahns das Fliegen zu erlernen. Der Instruktor ermunterte seine Hennen, sich ihres aerodynamischen Potenzials bewusst zu werden und mit Mut auf das Wagnis des Fliegens einzugehen. Alle Truthennen schafften ihren Probeflug erfolgreich – und gingen zu Fuss nach Hause; offensichtlich trauten sie ihren Flugkünsten noch nicht so recht.

Dem Festredner lag es absolut ferne, die jungen Damen mit Truthennen zu vergleichen, es ging nur um die Moral der Geschichte: Auch die gewonnene Freiheit des Fliegens muss geübt werden, bis das wachsende Selbstvertrauen die nötige Sicherheit gibt. Das Zitat von Oscar Wilde «Sei du dich selbst, alle anderen gibt es schon» gab Jason Embley den erfolgreichen Absolventinnen unter anderem mit auf den Weg.

Der grosse Augenblick

Nach den beiden Ansprachen, aufgelockert durch das musikalische Intermezzo «Love» kam der ersehnte Augenblick der Zeugnisverteilung. Als die drei mit den besten Noten brillierten Viktoria Balaszy, Uznach und Jessica Hasler, Altstätten mit je 5,2, und mit geringem Abstand Flavia Rusterholz, Jona mit 5,1. Nach dem musikalischen Finale «Caravan of Love» von The Housemartins war die Bahn frei für den Apéro in der Mensa.