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SARGANSERLAND-WERDENBERG: Schlechter erschlossen ist nur noch das Toggenburg

Im Standbericht 2017 listet das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Zahlen über Frequenzen, Kostendeckungsgrad und Finanzierung der einzelnen Bahn- und Buslinien auf.
Hanspeter Thurnherr
Der Rheintal-Express REX (hier bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Buchs) erreicht einen hohen Kosten­deckungsgrad von 85 Prozent. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Rheintal-Express REX (hier bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Buchs) erreicht einen hohen Kosten­deckungsgrad von 85 Prozent. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Der Standortbericht des Kantons für den öffentlichen Verkehr (ÖV) misst anhand der vom Bund erstellten Definitionen unter anderem auch, wie gut die einzelnen Regionen erschlossen sind. Demnach sind 47 Prozent der Einwohner im Sarganserland-Werdenberg nur «gering» und 19 Prozent gar nicht mit dem ÖV erschlossen (Klassen vier und fünf von fünf Güteklassen). Schlechter sind die Zahlen nur im Toggenburg mit 49 Prozent «gering» und 30 Prozent «keine». «Dies weist auf kleinförmige, wenig dichte Bauzonen im ländlichen Raum hin, die sich nur schlecht mit einem effizienten ÖV-Angebot erschliessen lassen», heisst es dazu im Bericht.

Spielraum für höhere Preise ist ausgereizt

Wenn dann noch die Preise beim öffentlichen Verkehr steigen (seit dem Jahr 2000 um 30 Prozent, während die Autokosten heute wieder auf dem Stand von 2000 liegen), ist die Gefahr gross, dass Pendler aufs Auto umsteigen. Darum steht im Bericht: «Trotz Zunahme bei den Personenkilometern konnten im vergangenen Jahr die prognostizierten höheren Erlöse nicht erreicht werden. Dies ist nicht zuletzt ein Ergebnis der in den letzten Jahren stark ­gestiegenen Billettpreise. Bei der Nutzerfinanzierung besteht kaum mehr Spielraum für generelle Preiserhöhungen, ohne die langjährigen verkehrspolitischen Verlagerungsziele zu gefährden.»

So ist zwischen 2012 und 2015 der Anteil des ÖV am Pendlerverkehr zwischen Buchs und Sargans stetig gefallen und sank zuletzt unter die 20-Prozent-Marke. Das ist auch der tiefste Wert aller Hauptkorridore im Kanton. Die Konsequenzen zeigen sich auch beim Kostendeckungsgrad. Dieser ist 2016 von 53,8 auf 53,1 Prozent gesunken: auf den tiefsten Wert seit vielen Jahren. Für das laufende Jahr wird aber wieder mit einer Verbesserung gerechnet.

Die Abgeltungen für den Regional- und Ortsverkehr durch den Kanton sind 2016 gesunken, von 144,6 auf 135,6 Millionen Franken. Der Grund: Der Kanton leistet seit letztem Jahr keine Infrastrukturabgeltungen an Privatbahnen mehr, die von Bund und Gemeinden mitfinanziert wurden. Im Gegenzug übernahm der Kanton die Abgeltungen des Ortsverkehrs. Deshalb tauchen nun auch die Erlöse aus dem Ortsverkehr in der Statistik auf. Diese stiegen dadurch von 156,2 auf 160,3 Millionen Franken.

REX und S4 steigern den Kostendeckungsgrad

Bund und Kanton geben den Bahn- und Busbetreibern für die einzelnen Linien Mindest- und Zielvorgaben vor, die am Kostendeckungsgrad (KDG) und an den Einsteigern pro Kilometer gemessen werden. Der minimale KDG richtet sich auch nach den Anzahl Kurspaaren – je mehr Paare, umso höher liegt der KDG. In der W&O-Region schafft der Rheintal-Express REX mit 85 Prozent (2015: 83 Prozent) und das REX-Abendangebot mit 41 Prozent (unverändert) die Zielvorgabe. Die S4 erreicht mit 38 Prozent (2015: 37 Prozent) die Mindestvorgabe. Deutlich verbessert hat sich sogar die Zahl der Einsteiger pro Kilometer.

Bei den Buslinien «glänzt» die Strecke Nesslau–Buchs mit 53 Prozent. Auch die Linien Altstätten–Buchs, Sargans–Buchs und Räfis–Buchs–Grabs Post (ehemaliger Ortsbus) schaffen die Zielvorgabe. Die übrigen Buslinien erreichen immerhin die Mindestvorgabe mit einem KDG zwischen 20 und 40 Prozent. Die einzelnen Werte haben sich gegenüber 2015 praktisch nicht verändert. Einzig die Linie Sennwald–Gams–Haag–Bendern erreicht mit 0,4 Einsteigern pro Kilometer die Mindestvorgabe nicht. Als wichtige grenzüberschreitende Verbindung fällt sie aber unter eine Ausnahmeregelung.

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