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SARGANS: Eine Rutschbahn für Kirchturm in Sargans

Im Zuge des Projekts «Generationengarten» plant Pfarrer Rolf Kühni, aus der Zwinglikirche mit unkonventionellen Ideen einen Ort der Begegnung zu schaffen, wo die Kirche ihre Inhalte ansprechend vermitteln kann.
Michael Kohler
Diese Bildmontage zeigt, wie die Rutschbahn vom Turm der Zwinglikirche in Sargans in etwa aussehen könnte. (Bild: pd)

Diese Bildmontage zeigt, wie die Rutschbahn vom Turm der Zwinglikirche in Sargans in etwa aussehen könnte. (Bild: pd)

Michael Kohler

redaktion@wundo.ch

Auf den Tag genau ein Jahr amtet er nun als Pfarrer in Sargans. Und schon strebt Rolf Kühni einen Paradigmenwechsel für die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Sargans-Mels-Vilters-Wangs an. Sein Projekt: Die «Open Heart Community». Um in seiner Zwinglikirche in Sargans Geistliches mit Weltlichem, Familie und Gemeinschaft, Jung und Alt, Glaube, Spiel und Spass miteinander zu vereinen, will er mit Hilfe einer Arbeitsgruppe einen «Generationengarten» verwirklichen. Pragmatischstes Element darin soll eine Rutschbahn sein, die sich vom ersten Stock des Glockenturms bis vor die Tore der Kirche schlängelt.

Nicht nur eine Rutschbahn soll entstehen, die gesamte Grünfläche rund um das 1959 erbaute Kirchengemäuer soll zum Treffpunkt für die Gemeinde umfunktioniert werden. Zu einer Art Spielplatz für Kinder und Erwachsene. Mit Riesenschaukel, Bocciabahn, einer Feuerstelle mit Grill und Sitzgelegenheiten, einem Cafeteria-Eisenbahnwagen, einem «Drecklihaufen», einem meditativen Rückzugsort, einem Volleyballfeld, Büschen und Nistgelegenheiten für Mauersegler und Fledermäuse.

Pfarrer Rolf Kühni betrachtet den Plan zur Neugestaltung der Zwinglikirche. Dabei soll es auch eine Rutschbahn geben. (Bild: Michael Kohler)

Pfarrer Rolf Kühni betrachtet den Plan zur Neugestaltung der Zwinglikirche. Dabei soll es auch eine Rutschbahn geben. (Bild: Michael Kohler)

Hinter dem gesamten Projekt steht die Grundidee, die wesentlichen Inhalte der Kirchgemeinde zeitgemäss weiterzugeben. «Der christliche Glaube soll Lebensbejahung und -freude vermitteln, die Gemeinschaft fördern sowie den Menschen mit seinen Mitgeschöpfen stärken», heisst es etwa auf der Homepage der Kirchgemeinde. Entsprechend sollen auch der Glaube und die vier Schlagwörter der Zwinglikirche «Liebe, Vertrauen, Freude und Gemeinschaft» mit dem generationenübergreifenden Treffpunkt versinnbildlicht werden. Die Rutschbahn, dessen ist sich Pfarrer Kühni bewusst, wird dafür sorgen, dass der «Generationengarten» weit über die Regionsgrenzen hinaus Bekanntheit erlangen wird: «Schliesslich wird hier etwas Einzigartiges entstehen.»

Gescheiterte Visionen sind eine Motivation

Seit 30 Jahren beschäftige sich Kühni mit der Frage, wie er mehr Leben in die Kirche bringen könne. So habe er schon Orten Projekte zur kirchlichen Neubelebung lanciert: «Vieles davon ist schiefgegangen.» Beirren liess sich der Pfarrer davon aber nicht. Nicht Resignation, sondern Motivation ist aus gescheiterten Visionen erwachsen.

Vor zwei Jahren sei er dann nach Sargans gekommen. Und er habe die Schwierigkeiten gesehen, in welcher die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde stecke. Also ging er den Pfad weg von der Komm-Kirche, hin zur Geh-Kirche, zur Generationenkirche, zur Begegnungskirche: «Er stiess auf viel Zuspruch. Daraus entstand die zündende Idee.» Sie solle keinesfalls einfach nur ein Gag sein, sondern die verschiedenen Bedürfnisse der Gesellschaft abdecken: «Und das auf einer ungezwungenen Basis. Nicht aufdrängend, sondern einladend.»

Genau das sei nämlich die Aufgabe der Kirche von heute. «Längst ist die Zeit vorbei, da die Leute am Sonntagmorgen den Gottesdienst besuchen und dem Pfarrer zuhören», sieht sich der Pfarrer der Realität gegenüberstehen. Die Kirche soll sehen, welche Bedürfnisse sie für das Individuum und die Gesellschaft abdecken muss. Legitime Bedürfnisse versteht sich: «Ein Treffpunkt wie der geplante tut dem Einzelnen wie der Gesellschaft gleichermassen gut.»

Die Frage der Finanzierung steht nun an

Nachdem die Idee von Rolf Kühni von der Kirchenvorsteherschaft gutgeheissen und im März 2017 an der Kirchgemeindeversammlung auf grossen Zuspruch gestossen ist, steckt das Projekt nun mitten in der Planungsphase. Die Arbeitsgruppe «Generationengarten» sei zusammengesetzt aus verschiedenen Fachpersonen – in erster Linie aber aus gleichgesinnten Visionären. Unterstützung von einem Planungsbüro habe die Gruppe bisher noch nicht in Anspruch genommen. «Wir wollen aber in einer späteren Phase noch eines beiziehen», stellt Kühni in Aussicht. Dieser Tage werden Fragen wie etwa jene nach der Finanzierung des Projekts angegangen. Auch wird ausgelotet, ob und unter welchen Bedingungen die Rutschbahn am Kirchturm realisierbar ist. Schliesslich werde die Zwinglikirche auf der Liste schützenswerter Objekte geführt – da scheint der bürokratische Spiessrutenlauf fast schon vorprogrammiert.

Laut Homepage liegt das Konzept für den «Generationengarten» spätestens bis Ende Sommerferien vor. Mitte November soll es budgetfähig sein. Für Kühni ist heute schon klar, dass der Garten nur peu a peu realisiert werden kann, eine Umsetzung in Etappen sei unabdingbar.

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