«Sapperlott»: Eine andere Weihnachtseinstimmung

SEVELEN. Die evangelisch-methodistische Kirche Sevelen (EMK) eröffnet die Weihnachtszeit etwas ungewöhnlicher als andere. Am Freitag hat ihre hauseigene Theatergruppe «Sapperlott» zu einem festlichen Dinner-Theater eingeladen. Das Thema «schwarz oder rot» stand zur Diskussion.

Silvia Frick
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Ein gepflegtes und schmackhaftes Gala-Dinner: Höchst geschultes Personal setzte dem kulinarischen Teil die Krone auf. (Bilder: Silvia Frick)

Ein gepflegtes und schmackhaftes Gala-Dinner: Höchst geschultes Personal setzte dem kulinarischen Teil die Krone auf. (Bilder: Silvia Frick)

SEVELEN. Die evangelisch-methodistische Kirche Sevelen (EMK) eröffnet die Weihnachtszeit etwas ungewöhnlicher als andere. Am Freitag hat ihre hauseigene Theatergruppe «Sapperlott» zu einem festlichen Dinner-Theater eingeladen. Das Thema «schwarz oder rot» stand zur Diskussion.

Nicht an runden Galadinnertischen war am Dinner-Theaterabend von «Sapperlott» aufgedeckt. An langen Tischen sass man in festlicher Gemeinsamkeit. «Weihnachten soll ein Fest des Gebens und Nehmens, ein Fest der Familie und mit Freunden und Bekannten sein», begrüsste Peter Schmidheiny, Leiter des Dinner-Theaterabends. Deshalb hätten sie sich zum Ziel gesetzt, jeweils in der Vorweihnachtszeit einen eher unkonventionellen Anlass zu bieten. «Jeder kann hierher kommen und jeder soll spüren: hier kann ich sein», eröffnete er. Und so organisiert die EMK-Gemeinschaft ihre Einstimmung zu Weihnachten gezielt als multikonfessionellen Anlass, der allen, ob «schwarz oder rot» zugänglich ist.

Geld oder Gefühl

«Halleluja» singend und zugleich zahlentippend, sass Konzernchef Jan Kramer am Schreibtisch. Kein anderes Gefühl hatte Platz, in seinen Gedanken herrschten sechsstellige Zahlen vor. Aber: «Was soll ich ihr kaufen? Ein wertvolles Armband vom Designer?», war trotzdem ein schneller Gedanke, denn Weihnachten stand vor der Tür. Das Geschenk präsentierte sich dann als Luxusreise auf die Inselgruppe der Malediven über die Weihnachtszeit. Aber Kramer hatte die Rechnung ohne seine Freundin Karin gemacht. «Ferien auf den Malediven über Weihnachten? Das geht doch nicht, Weihnachten ist doch ein Familienfest!», so ihre völlig andere Wertsetzung. Ja, was nun; welche Werte gelten im Leben? – «Geld ist König» war einer, «menschlich tragende Bindung» der andere.

«Schwarz oder rot»

Inzwischen wird Zahlenmensch Kramer von einem Ereignis aus seiner Universitätszeit eingeholt. Es gab da eine Begegnung, und es gab das Spiel: «schwarz oder rot». Und welche Entscheidungen wurden unter diesen Zeichen gefällt? Der Theaterablauf verpackte vorhandene Gedanken als Albträume in Videobotschaften. Er stellte Geld den Gefühlen, Einsamkeit der Gemeinsamkeit gegenüber. Doch beim Betrachten eines Fotos aus früherer Zeit sieht man den Konzernchef zum erstenmal locker lachen. Für welche Werte sich Zahlenmensch Kramer dann entschied, wurde nicht verraten; man spürte es. Das Ende des Theaters prägte, ganz in die Geschichte eingeflochten, die junge Band Splash aus Sevelen. Das dem Theater vorausgehende Dinner liess nichts zu wünschen übrig. Es wurde durch 14 Bedienende mit Eleganz serviert. Ein jeder Teller war voller Köstlichkeiten: zu Beginn ein Süppchen mit Sorbet, zum Schluss das Dessert in fünf Varianten assortiert.

Die Theatergruppe «Sapperlott» tritt als Dinner-Theater noch am 4. und 5. Dezember, am 6. Dezember nur als Theater, jeweils 19 Uhr auf. Danach können sich Interessierte zur neuen Theaterwerkstatt «Sapperlott Theater begeistert» einschreiben. Anmeldung: Pierina Rattazzi, pierina@rattazzi.ch, oder 079 7125 63 81. www.sapperlott.ch

Unterhaltsames Theater auf der «Sapperlott»-Bühne: Alles für Geld? Die Weihnachtsfamilie konstituiert sich; nicht ohne Probleme.

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