Sanierung ohne Konzept und zu teuer

Mit einer aufwendigen und überaus teuren Bauweise soll die Kantonsstrasse umgebaut werden. Hinter dem ganzen Projekt fehlt ein richtiges Konzept, in dem alle Vor- und Nachteile nicht ausgewogen sind.

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Mit einer aufwendigen und überaus teuren Bauweise soll die Kantonsstrasse umgebaut werden. Hinter dem ganzen Projekt fehlt ein richtiges Konzept, in dem alle Vor- und Nachteile nicht ausgewogen sind.

Allein die Bauzeit von fünf Jahren ist für die Anwohner mit einer grossen Lärmbelastung und mit einer langen Verkehrsbehinderung verbunden. Nicht nur für die Anwohner, sondern auch für diverse Geschäfte, könnte diese lange Bauzeit mit grossen Umsatzeinbussen verbunden sein, die dann als Resultat mit einer Schliessung der Geschäfte, aber auch Arbeitsplatzverluste mit sich bringen.

Ob es einen Denner oder einen Coop nach fünf Jahren Bauzeit dann noch gibt, ist sehr fraglich, den das lange Ausbleiben von Kunden verträgt auf die Länge kein Geschäft. Kaufen wir dann in Zukunft in Sargans ein?

Die Verkehrssicherheit, die man mit dieser Strassensanierung erlangen will, bringt aber genau das Gegenteil. Mit einem Mittelstreifen, der mit Felsblöcken und Pfählen ausgestattet wird, erreicht man keine Sicherheit, sondern lediglich künstliche Staus zu Hauptverkehrszeiten.

Diese werden unweigerlich erfolgen, da allein der öV direkt auf der Strasse stehen bleibt und so den ganzen Verkehr hinter sich herzieht.

Auch ein Krankenwagen würde im Verkehr stehen bleiben und könnte unter Umständen Leben kosten.

3,7 Millionen soll die Gemeinde dafür bereitstellen. Viel Geld, wenn man bedenkt, dass damit zum Beispiel der Jahrmarkt oder ein Fasnachtsumzug kaum mehr möglich sind. Will man mit aller Macht mit diesen Traditionen brechen?

Die gewünschte Verkehrsberuhigung ist eine angedachte Dummheit erster Güte. Das Hauptproblem ist nicht der Tagesverkehr, sondern der Feierabendverkehr und die Nachtraser. Dass man nicht auf die Idee kam, stationäre Radarfallen aufzustellen und die Landwirte dazu zu bewegen, auf Nachtfahrten mit Traktoren von Mitternacht bis um fünf Uhr morgens zu verzichten, ist nicht verständlich. Das wäre nicht nur der Wohnqualität, sondern auch für den Werterhalt der Liegenschaften von Nutzen.

Hans Ruosch

Fuchsbüelstrasse 1, Trübbach

Projekt mit Blick in die Zukunft ablehnen

In der Ausgabe dieser Zeitung vom Samstag, 7. November, wurde die Finanzstatistik 2014 des Kantons veröffentlicht. Daraus ist ersichtlich, dass die Gemeinde Wartau im W&O-Gebiet die bei weitem höchste Pro-Kopf-Verschuldung hat – 4460 Franken. Nun soll noch die Strasse durchs Dorf Trübbach mittels Gemeindefinanzen vergoldet werden, was die Verschuldung weiter in die Höhe treibt, Belastung pro Jahr «lediglich» 700 000 Franken. Der Gemeinderat Wartau versuchte der Bevölkerung in der Ausgabe vom 30. Oktober mit übergrossen Lettern das Projekt schmackhaft zu machen und sprach von einem Generationenprojekt. Er versucht, der Bevölkerung glaubhaft zu machen, dass mittels dieser sinnlosen, überrissenen Sanierung, der Verkehr vermehrt auf die Autobahn ausweichen würde. In einem Punkt muss ich dem Gemeinderat beipflichten, diese Investition belastet eine andere Generation. Wenn der Kanton das Bedürfnis hat, die Strasse durch Trübbach zu sanieren, so soll er dies tun, hat er doch die Finanzen, laut Zeitungsbericht, bereits reserviert.

Aus den letzten Gemeinderatsverhandlungen war zu entnehmen, dass die Strasse durchs Azmooser Ausserdorf saniert werden soll, von diesen Kosten war aber keine Rede, doch die Verschuldung wird weiter erhöht. Des weiteren soll, wie der Bevölkerung bekannt sein sollte, das Schulhaus Feld im kommenden Jahr einem Neubau weichen – Kosten circa 15 bis 20 Millionen Franken. Arbeitet der Gemeinderat auf einen Bankrott der Gemeinde hin oder liebäugelt der Gemeindepräsident mit einer Gemeindefusion?

Ich möchte die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinde Wartau bitten, mit einem wuchtigen Nein das Generationenprojekt Strassensanierung Trübbach, auch im Hinblick auf die nachkommenden Generationen, abzulehnen.

Jakob Gabathuler Scherm/Hauptstrasse 94, Weite