Samuel Giger gewinnt Gonzenschwinget

Beim 39. Gonzenschwinget zeigte der junge Thurgauer Samuel Giger gleich von Beginn weg, wer hier das Sagen um den Tagessieg hatte. Mit sechs einwandfreien Siegen, darunter der Schlussgang-Erfolg über den Melser Ruedi Eugster, konnte er sich in Trübbach verdientermassen als Sieger feiern lassen.

Emil Bürer
Merken
Drucken
Teilen
Kjetil Fausch (links), im Kampf gegen den Toggenburger Martin Streuli, verpasst die Auszeichnung nur knapp. (Bilder: Emil Bürer)

Kjetil Fausch (links), im Kampf gegen den Toggenburger Martin Streuli, verpasst die Auszeichnung nur knapp. (Bilder: Emil Bürer)

SCHWINGEN. 50 Aktive traten am Samstagabend bei der Schulanlage Seidenbaum in Trübbach zum traditionellen Gonzenschwinget an. Der diesjährige Anlass wurde erstmals – und dies mit Erfolg – als Abendschwinget ausgetragen. Die rund 800 Zuschauer kamen dabei in den Genuss von abwechslungsreicher Schwingerkost.

Kurzarbeit für Samuel Giger

Bereits von Anfang an zeigte die 17jährige Thurgauer Nachwuchshoffnung Samuel Giger, über wen der Tagessieg wohl führen würde. Im Anschwingen fackelte Giger nicht lange und bodigte Ruedi Eugster mit wuchtigem Kurz. Auch die weiteren Gegner reihte Giger meist in Kurzarbeit zu seinen Punktelieferanten. Im Schlussgang kam es nochmals zur Paarung gegen Ruedi Eugster, der sich nach seiner Niederlage zum Auftakt mit vier Maximalnoten wieder nach vorne schaffen konnte. Nach 1:12 Minuten konnte sich Giger mit Kurz und gekonnter Bodenarbeit als überlegener Festsieger feiern lassen. Für Samuel Giger scheint das Rheintal guter Boden zu sein, gewann er doch vor einem Jahr das Rheintal-Oberländische Verbandsschwingfest in Grabs.

Starkes Bernold-Quartett

Von den insgesamt 15 abgegebenen Auszeichnungen konnten sich die gastgebenden Rheintal-Oberländer deren acht sichern, sieben davon allein die Melser Sägmehlabteilung. Ruedi Eugster rutschte mit seiner Niederlage im Schlussgang auf den dritten Platz zurück. Den Ehrenplatz belegte Beat Bernold, der sich mit vier Siegen und zwei Gestellten nie das Sägemehl vom Rücken wischen lassen musste. Erwähnenswert: Neben Routinier Beat Bernold (33) zeigten auch seine drei Neffen Edi (20), Christian (19) und Michael (16) aus der Stadtner Bernold Schwinger-Dynastie ihr Potenzial und sicherten sich Auszeichnungen.

Der Einheimische Kjetil Fausch (Weite) verpasste dieses Ziel nur knapp – aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Fausch startete ausgezeichnet mit zwei Siegen. Von den verbleibenden vier Kämpfen gewann er aber nur noch einen. So unterlag er Martin Streuli und Christian Biäsch, die sich die Auszeichnung sicherten.

Grabser holen Auszeichnungen

Vor dem Gonzenschwinget verfolgten etwa gleich viel Zuschauer das Rheintal-Oberländische Buebeschwinget an selber Wettkampfstätte. Sie alle brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn was die Buebe zeigten, war meist feinste Schwingerkost. Eingeteilt in vier Alterskategorien (Jahrgänge 2000 bis 2007, wobei immer zwei Jahrgänge zusammengefasst wurden), boten die 284 zum Wettkampf angetretenen Knaben aus den NOS-Kantonen St. Gallen, Appenzell, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Thurgau und Zürich guten Schwingsport. Bei den Buebe gibt es meist kein langes Abtasten, da wird geschwungen und gezogen, was das Zeug hält. Der Nachwuchs bis hin zu den Knirpsen wusste mit attraktiver Schwingerarbeit und teils schon recht ausgefeilter Technik zu gefallen.

Der Nachwuchs des Schwingklubs Mittelrheintal, bei dem auch zwei Grabser Buebe mittrainieren, zeigte sich einmal mehr von seiner besten Seite und konnte sich insgesamt elf Auszeichnungen erschwingen. Mit Christian Gasenzer und Julian Eggenberger (beide Jahrgang 2004) gelang dies erfreulicherweise auch zwei hoffnungsvollen Nachwuchsschwingern aus Grabs. Beide konnten den Platz dreimal als Sieger verlassen und mussten sich zweimal das Sägemehl vom Rücken putzen lassen.

GONZENSCHWINGET

1. Samuel Giger (Ottoberg) 59,00. 2. Beat Bernold (Heiligkreuz) 57,50. 3a. Ruedi Eugster (Mels) 57,25. 3b. Pirmin Gmür (Amden) 57,25. 4. Edi Bernold (Walenstadt) 57,00. 5a. Reto Schlegel (Flumserberg). 5b. Beda Coray (Altstätten). 5c Christian Biäsch (Davos Sertig). 5d. Christian Bernold (Walenstadt) alle 56,75. – ohne Auszeichnung: 10a. Kjetil Fausch (Weite) 55,50.

BUEBESCHWINGET

Kategorie A: 1. Jann Bärtsch (Furna) 59,00. 2a. Lukas Rohner (Scharans) 58,25. 2b. Sämi Schlegel (Hemberg) 58,25. 3. Lars Hugelshofer (Schönholzerswilen) 57,75. – 7c Patrick Stadelmann (Unterwasser) 56,75. 11d. Renato Peter (Lienz) 55,75.

Kategorie B: 1. Silvan Koller (Busswil) 59,50. 2. Luca Walser (Wangs) 58,50. 3a. David Lieberherr (Ennetbühl) 58,25. 3b. Andreas Bärtsch (Furna) 58,25. – 4. Marco Forrer (Stein) 58,00.

Kategorie C: 1. Gian-Maria Odermatt (Uster) 58,75. 2. Cornel Schild (Ottoberg) 58,50. 3. Martin Eugster (Krinau) 58,00. – 9e. Christian Gasenzer (Grabs) 55,75. 9f. Julian Eggenberger (Grabs) 55,75.

Kategorie D: 1. Niklas Lötscher (Untervaz) 58,50. 2. Quirin Albrecht (Heiligkreuz) 58,00. 3. Elias Müller (Diepoldsau) 57,75.

Elf Nachwuchsschwinger vom SK Mittelrheintal erhielten eine Auszeichnung, darunter die beiden Grabser Julian Eggenberger (vorne, zweiter von rechts) und Christian Gasenzer (vorne, dritter von rechts).

Elf Nachwuchsschwinger vom SK Mittelrheintal erhielten eine Auszeichnung, darunter die beiden Grabser Julian Eggenberger (vorne, zweiter von rechts) und Christian Gasenzer (vorne, dritter von rechts).