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SALEZ/ST. GALLEN: Landwirtschaftliches Zentrum Salez: Fenster sind deutlich verspätet

Gemäss kantonalem Baudepartement kann der Ersatzneubau Landwirtschaftliches Zentrum Salez trotz verspätetem Fenstereinbau fristgerecht bezogen werden. Dass ihre Beschwerde an dieser Verzögerung schuld sein soll, ärgert die unterlegenen Schweizer Bewerber.
Nur an der Westfassade (Bild) sind die Fenster bereits fertig eingebaut, an den anderen Fassaden fehlen sie grossteils noch. (Bild: Thomas Schwizer)

Nur an der Westfassade (Bild) sind die Fenster bereits fertig eingebaut, an den anderen Fassaden fehlen sie grossteils noch. (Bild: Thomas Schwizer)

Thomas Schwizer

Bis Ende Oktober 2017 sollten gemäss der Arbeitsausschreibung des Hochbauamtes Kanton St.Gallen die Fenster im Neubau eingebaut sein, heute fehlt allerdings ein Grossteil davon noch immer. Dies stösst Thomas Vetsch sauer auf. Er ist Geschäftsführer der H. Vetsch AG in Grabs und Vorstandsmitglied des Fachverbandes Fenster- und Fassadenbranche.

Denn ausgerechnet das öffentliche Interesse an einer Einhaltung des Zeitplans hat das St. Galler Verwaltungsgericht am 18. Mai als Grund dafür aufgeführt, dass es einer Beschwerde gegen die Auftragsvergabe an das deutsche Unternehmen Etter Fenstertechnik GmbH die aufschiebende Wirkung entzogen hat (W&O vom 30. Mai 2017). Dass nun Mitte März, viereinhalb Monate nach dem festgelegten Abschlusstermin, die Fenster an der Süd- und Nordfassade noch fehlen, ist für die vier Beschwerdeführer, alles Schweizer Fensterbauer, unverständlich. Thomas Vetsch ist einer von ihnen.

«Spezialanfertigung brauchte mehr Zeit»

Das kantonale Hochbauamt bestätigt auf Anfrage des W&O, dass Ende Oktober 2017 der ursprüngliche Ausführungstermin der Fassade inklusive Fenster war. Claudia Eugster, Verantwortliche für die Kommunikation im Baudepartement, betont aber, trotz des verspäteten Einbaus der Fenster könne der Neubau wie geplant im Herbst 2018 bezogen werden.

Sie nennt vorerst als Grund für die verspätete Auftragvergabe: Wegen der Beschwerde der vier Schweizer Fensterbauer konnten die Fenster erst einige Monate später bestellt werden. Auf ein Nachhaken des W&O und nach Rücksprache mit dem Projektleiter korrigiert sie dies teilweise. Schon für die Offertprüfung sei mehr Zeit nötig gewesen. So musste die Etter Fenstertechnik GmbH gemäss Claudia Eugster vor dem Zuschlag gewissenhaft auf die Seriosität geprüft werden, denn man habe diese Firma nicht gekannt.

Der Entscheid für die Vergabe dieser Arbeit sei ursprünglich im Januar 2017 geplant gewesen – die Regierung hat ihn dann erst Ende April publiziert. Dann habe die Beschwerde eine Verzögerung von gut einem Monat gebracht. Und schliesslich habe die Entwicklung der Fenster mehr Zeit gebraucht, da es sich um eine Spezialanfertigung handelt. «Dass bei Spezialanfertigungen, für die ein Prototyp erstellt werden muss, mehr Zeit benötigt wird, ist nicht unüblich», stellt Eugster fest.

Beschwerdeführer weisen Kritik zurück

Thomas Vetsch weist als Initiant der Beschwerde die Erläuterungen des Baudepartements zurück, dass die Beschwerde eine grosse Verzögerung verursacht habe. Sie habe weniger als einen Monat ausgemacht. Die Zeit von der Beschwerdeeinreichung am 1. Mai 2017 bis zur Abweisung der aufschiebenden Wirkung und damit zum grünen Licht für die Arbeitsvergabe am 18. Mai sei nur kurz gewesen.

Die Prüfung der Firma Etter Fenstertechnik habe bereits vor der Vergabe stattfinden müssen, sagt Vetsch weiter. Schliesslich habe das Hochbauamt schon bei der Arbeitsausschreibung gewusst, dass die Fenster eine Spezialanfertigung sind und dafür Prototypen nötig sind, stellt der Fensterbauer aus Grabs gegenüber dem W&O fest.

Es gibt keine Konventionalstrafe

Der deutsche Fensterbauer muss für die Verspätung nicht mit einer Konventionalstrafe rechnen. Diese Möglichkeit ist im Vertrag nicht enthalten. «Im Hochbauten-Bereich wird in der Regel keine Konventionalstrafe festgelegt», stellt Claudia Eugster fest. Das Hochbauamt betont im Übrigen, «dass wir sehr zufrieden mit der Arbeit und dem Produkt des Fensterbauers sind.»

Das Gericht hatte am 18. Mai gegen die aufschiebende Wirkung der Beschwerde mit Zusatzkosten von 100000 Franken gerechnet, wenn die Fenster deshalb nicht rechtzeitig eingebaut werden könnten – je 50000 Franken für das provisorische Schliessen der Fassadenöffnungen und Schutzmassnahmen an der Holzkonstruktion im Winter. Thomas Vetsch sagt dazu, dass das Fehlen einer Konventionalstrafe im Arbeitsvertrag für die Fenster wohl bedeute, dass diese Kosten die Allgemeinheit tragen müsse.

An der Südfassade des Neubaus fehlen derzeit die Fenster noch. (Bild: Thomas Schwizer)

An der Südfassade des Neubaus fehlen derzeit die Fenster noch. (Bild: Thomas Schwizer)

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