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SALEZ/BUCHS: In den Fussstapfen des Onkels

Dominic Hanselmann betreibt in seiner Freizeit die Firma Trommelmanufaktur Ostschweiz. Damit will er mithelfen, dass die alte Tradition des Trommelns erhalten bleibt.
Hanspeter Thurnherr
Dominic Hanselmann in seiner Trommelmanufaktur. (Bild: Corinne Hanselmann)

Dominic Hanselmann in seiner Trommelmanufaktur. (Bild: Corinne Hanselmann)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Trommelmanufaktur Ostschweiz. So heisst die Firma, welche der Salezer Dominic Hanselmann Ende 2016 gegründet hat. «Wir haben sie im Andenken an den im Juli 2016 unerwartet verstorbenen Werner Trümmali Werner› Beusch gegründet», heisst es auf der Homepage www.trommelmanufaktur.ch . Mit «wir» sind nebst Hanselmann auch seine Eltern und sein Bruder gemeint, die ihn im Geschäft unterstützen.

«Trümmali Werner» ist nicht irgendwer, sondern war Hanselmanns Onkel, Vorbild, Lehrmeister und Trommellehrer in einem. Er ist nicht nur in der Region ein Begriff. Seit dem Jahr 2000 stellte er in Buchs Trommeln her, die in Tambourenkreisen und bei Musikinteressierten dank ihrer hohen Qualität weit über die Ostschweiz hinaus sehr geschätzt sind. «Weil er oft im Wallis die Ferien verbrachte, baute er sich auch dort einen Kundenkreis auf», erzählt sein Neffe.

Mit Onkels Hilfe die eigene Trommel gebaut

Vor 16 Jahren lernte Dominic Hanselmann das Trommeln bei seinem Onkel und ist seither auch im Tambourenverein Buchs aktiv. Zudem schaffte er es in der Armee zum Militärtambour. «Obwohl eine Basler Trommel ja nur ein einzelnes Instrument ist – im Gegensatz zur Anordnung eines Schlagzeugs –, kann man trotzdem damit viel machen», beschreibt er die Faszination beim Trommeln und verweist auch auf die Jahrhunderte alte Tradition dieses Instrumentes, das in früherer Zeit im Militär als Signalinstrument eine grosse Rolle spielte.

Ein entscheidendes Erlebnis war für Dominic Hanselmann der Bau der eigenen Trommel unter der Anleitung seines Onkels. Doch obwohl er auch ab und zu in den Ferien in der Trommelwerkstatt mithalf, müsse er bezüglich Trommelbau noch viel lernen. «Ich lerne von anderen Trommelbauern, die mir Tipps geben und meine Fragen beantworten.» Vor allem ein Trommelbauer aus dem Raum Zürich ist ihm dabei eine grosse Hilfe.

Instrument auf die Kundschaft abgestimmt

Während Standard-Basler-Trommeln mehr oder weniger gleich aussehen, werden Holztrommeln nach Kundenwunsch gebaut. Sie unterscheiden sich bezüglich verwendetem Holz, Farbe der Beize, des Reifs und der Zargen. Öfters wollen Kunden auf den Zargen das Familienwappen. «Diese Arbeit überlasse ich dem spezialisierten Heraldiker», sagt Hanselmann. Weiters erhält manches Saitenspannschloss eine spezielle Gravur oder wird unterschiedlich veredelt. Die Trommelmanufaktur bietet der Kundschaft sämtliches Zubehör zu Trommeln und anderen Schlaginstrumenten, Ersatzteile, Lehrmittel, Majorstäbe sowie Marschmusik- und Marchingzubehör, teilweise auch zur Miete an. Hanselmann ist mit dem Geschäftsverlauf zufrieden, obwohl sich die Trommelmanufaktur noch im Aufbau befinde. Er hat sein Pensum als Elektroniker auf 80 Prozent reduziert, um genügend Zeit investieren zu können: «Ich habe mir den Schritt lange überlegt, aber es wäre schade, wenn diese Tradition verloren ginge.» So sieht er sein Geschäft auch als Dienstleistung und Unterstützung für die «Tambourenfamilie» in der Schweiz. Zudem weiss er: «Trommlernachwuchs zu finden, ist nicht einfach. Denn man muss sich ein- bis eineinhalb Jahre durchbeissen, bis man die Grundlagen erarbeitet hat. Letztlich bestehen Tambourenstücke aus den zusammengesetzten Grundlagen.»

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