SALEZ: Ein Streifzug durch die Strafanstalt

Der Vorstand der CVP Werdenberg lud seine Mitglieder vor der HV zu einem Abendspaziergang mit dem Direktor der Strafanstalt Saxerriet, Martin Vinzens, ein.

Heidy Beyeler
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Die Besucher staunten über die gute Maschinenausrüstung im Industriebereich. (Bild: Heidy Beyeler)

Die Besucher staunten über die gute Maschinenausrüstung im Industriebereich. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Für die CVP Werdenberg hiess es für einmal: «Erst das Vergnügen und dann die Arbeit». Begrüsst wurden die Mitglieder mit einem Apéro – vorbereitet von der Crew aus der Küche der Strafanstalt Saxerriet. Feine Häppchen, Mineralwasser und Süssgetränke – kein Weisswein. In der Strafanstalt wird konsequenterweise kein Alkohol ausgeschenkt.

Dann ging es am Dienstagabend während eineinhalb Stunden «on tour». Viele der CVP-Besucherinnen und -Besucher zeigten sich überrascht und angetan, wie viele Tätigkeiten in den Handwerks-, Unterhaltbereichen sowie in der Landwirtschaft angeboten werden, wo die Strafgefangenen beschäftigt werden können. In diesem Zusammenhang wies Martin Vinzens, Direktor der Strafanstalt Saxerriet, darauf hin, dass derzeit ein neues Projekt zum Neubau für die Bereiche Handwerker- und Unterhaltsabteilungen im Kantonsparlament für die Strafanstalt Saxerriet behandelt wird.

Mitteparteien ins Boot holen

Zu vorgerückter Stunde, um 21 Uhr, wurde schliesslich der offizielle Teil der HV in den Räumlichkeiten der Strafanstalt in Angriff genommen. Im präsidialen Jahresbericht stand die Vernetzung der CVP-Ortsparteien im Bezirk Werdenberg im Fokus. In seinen Ausführungen hielt Christoph Steuble fest, dass es in Bezug auf die Vernetzung der Ortsparteien nicht darum gehe, den Dörfern den originären Charakter abzusprechen oder die Dorfidentitäten abzulehnen. «Die Wichtigkeit der Ortsparteien scheint mir unbestritten, aber die lokale Politik soll inskünftig noch mehr auf regionaler Ebene geführt werden.» Der Vorstand der Regionalpartei werde sich entsprechend darauf vorbereiten. «In diesen Kontext passt auch, dass sich auf Initiative der CVP Werdenberg die Mitteparteien unserer Region (GLP, EVP, BDP und CVP) zu einem ersten Austausch getroffen haben.» Weitere Treffen sollen regelmässig und im Minimum ein- bis zweimal pro Jahr stattfinden. Ziel sei es, die Öffentlichkeit für die Wahrnehmung einer politischen Mitte zu sensibilisieren. Daneben bleibe genügend Platz, sich als Partei zu profilieren, beteuerte Steuble. «Vergangenes Vereinsjahr haben wir das mitunter durch die Beherbergung einer Delegiertenversammlung und Fraktionssitzung CVP-GLP oder durch die Organisation eines Informationsabends über den Atomausstieg gemacht. Auch die Valentinstagsaktion, wo wir den Kontakt mit unseren Wählerinnen und Wählern gesucht haben, war ein Erfolg.»

CVP Werdenberg derzeit ohne Aktuar

Unter dem Traktandum Wahlen gab Steuble bekannt, dass Markus Hofmänner aus dem Vorstand als Aktuar zurücktritt. Dieses Amt konnte zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht besetzt werden.

In der allgemeinen Umfrage meldete sich Kantonsrätin Barbara Dürr zu Wort und berichtete über ihre Tätigkeit im Kantonsparlament. Sie pflege gute Kontakte zu Kollegen und Kolleginnen – auch zu anderen Parteien, die zu gewissen Themen ähnliche politische Meinungen vertreten. Zu dem von Martin Vinzens erwähnten Neubau für den Handwerkers- und Unterhaltbereich in der Strafanstalt stellte sie klar, dass sie nicht in der entsprechenden Kommission Einsitz genommen habe. Dieses Thema soll von Politikern entschieden werden, die nicht der Region verpflichtet seien. «Immerhin geht es hier um Investitionen von neun Millionen Franken. Das ist eine stolze Summe.»

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