SALEZ: Echo viel grösser als erwartet

Ein Facebook-Beitrag der Bäuerin Hildegard Gerold löste in den vergangenen Tagen viele Reaktionen aus. Sie weist auf informative Art und Weise darauf hin, dass Hunde nicht in die Äcker der Landwirte gehören.

Corinne Hanselmann
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Hildegard Gerold mit ihren Hunden Luna und Bella, die wissen, dass Äcker tabu sind. (Bild: Corinne Hanselmann)

Hildegard Gerold mit ihren Hunden Luna und Bella, die wissen, dass Äcker tabu sind. (Bild: Corinne Hanselmann)

«Das ist Spinat», schreibt Hildegard Gerold zum Foto eines Ackers, das sie im sozialen Netzwerk Facebook postete. Sie habe mit dem Jäten des Felds begonnen und dabei gleich drei Hundehaufen gefunden. «Muss das sein?», fragt sie die Betrachter des Beitrags. Das sei weder anständig noch hygienisch. «Oder möchtet ihr das essen?» Dort, wo auf einem Acker Fahrspuren eines Traktors zu sehen seien, gehöre der Hund nicht rein oder sonst schnell wieder raus, so Gerold in ihrem Facebook-Post.
Am Dienstag erstellte die Bäuerin den Beitrag. Innert 48 Stunden wurde dieser über 1800-mal geteilt, über 1000 Personen reagierten mit einem sogenannten «Like» auf den Beitrag und Hunderte schrieben einen Kommentar dazu. Die Worte und Bilder der Salezerin fanden offensichtlich Anklang und erreichten eine grosse Reichweite.
Ein anderes Foto zeigt ein Feld mit Rhabarber. «Hier gehören Hunde überhaupt nicht rein», schreibt Gerold. Der Hauptgrund: Rhabarber werden früh gedüngt, wenn von der Pflanze noch kaum etwas zu sehen ist. Die Düngerkörner werden von Hunden gerne gefressen. «Davon wird ihnen schlecht und es tut ihnen nicht gut.»

«Es ist den Leuten gar nicht bewusst»
Kürzlich beobachtete sie Hundehalter, die beim Spielen mehrere Holzstöcke auf ein Feld warfen. Der Vierbeiner rannte diesen wohl nach, holte sie aber nicht mehr raus. Da liegen sie nun, und schaden später den Messern der Erntemaschinen. Im Gespräch mit Spaziergängern bemerkte sie, dass diesen gar nicht bewusst ist, dass dieses Verhalten für den Landwirt ein Problem ist. So kam sie auf die Idee, im Facebook einen aufklärenden Beitrag zu verfassen. Anhand von 15 Fotos verschiedener Kulturen erklärt sie, wo Hunde nichts zu suchen haben.
Es ist Gerold wichtig, nicht alle Hundehalter und alle Landwirte in einen Topf zu werfen. «Es gibt Hundehalter und Hundehalter, und es gibt Landwirte und Landwirte. Wo man sich einordnet, ist jedem freigestellt», sagt sie gegenüber dem W&O. «Aber wer versteht, was ich mit meinen Äusserungen zum Verhalten meine, wird mir recht geben. Und wer nicht, der hat vermutlich Verbesserungspotenzial.» Auch sie selber sei nicht perfekt, auch sie habe schon Hundehaufen liegen lassen. Aber ihre Hunde haben bereits jung gelernt, dass sie nicht in die Äcker dürfen.

Friedliches Nebeneinander von Bauern und Hündelern
Der Grossteil der Kommentare auf den Facebook-Beitrag sind positiv. «Danke für die lehrreichen Erklärungen» oder «Geteilt, weil ich es wichtig finde», schreiben die Leute beispielsweise. Einige zeigen natürlich auch Unverständnis oder wettern pauschal gegen die Landwirtschaft und Düngemittel.
Gestellte Fragen versucht Hildegard Gerold zu beantworten. Aber von den vielen Reaktionen auf ihren Beitrag wurde sie regelrecht überrumpelt. «Mit einem solch grossen Echo habe ich nie im Leben gerechnet», sagt sie. Sogar Tierärzte und Hundeschulen hätten ihren Beitrag geteilt, freut sie sich.
Sie wünscht sich ein gutes Miteinander und mehr gegenseitiges Verständnis von Bauern und Hundehaltern und hofft, dass der Beitrag vielleicht ein bisschen etwas bewirken kann. Dass Landwirte beispielsweise nicht böse sind, wenn Hunde auf einer Wiese mit noch kurzem Gras spielen. Dass Hündeler im Gegenzug aber auch einsehen, dass ihre Hunde in Feldern, insbesondere wenn sie bepflanzt sind, nichts verloren haben. Das seien schliesslich Lebensmittel. «Ich will damit niemanden beleidigen, sondern nur informieren.»