SALEZ: Bauer als Datenmanager

In der Landwirtschaft ermöglichen digitale Techniken eine umweltfreundlichere Produktion. Dies verändert aber auch das Berufsbild des Landwirts.

Hanspeter Thurnherr
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Versuchsprojekt: eine Drohne im Einsatz in einem St. Galler Weinberg. (Bild: Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen)

Versuchsprojekt: eine Drohne im Einsatz in einem St. Galler Weinberg. (Bild: Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

«Für die meisten Schweizer ­Bauern sind Informationstechnik-­Lösungen heute längst unverzichtbar», sagt Francis Egger, ­Geschäftsleitungsmitglied des Schweizer Bauernverbandes. Markus Hobi, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen in Salez, doppelt nach: «Die Schweizer Landwirtschaft produziert in einem teuren Umfeld – mit hohen Personalkosten. Die Digitalisierung bringt für sie deshalb auch Chancen.» So ist es nicht verwunderlich, dass Bauern auf Apps und Roboter setzen, statt nach Heugabeln zu greifen. Hobi gibt ein Beispiel, was erwartet werden darf: «Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass der Bio-Zuckerrübenanbau mit dem Einsatz von Jät-Robotern interessant werden könnte und wir weniger auf Importe angewiesen sind. Unter dem Aspekt der Swissness ist für die lebensmittelverarbeitende Industrie Schweizer Bio­zucker interessant.»

Die Digitalisierung bringt den Bauern Arbeitserleichterung und weniger Administration. Dafür werden sie vermehrt zu Datenmanagern. Weiters wird die Produktion umweltfreundlicher und bodenschonender durch den exakten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern. Möglich machen dies GPS-gesteuerte Traktoren und Maschinen – und künftig auch der Einsatz von Drohnen. An entsprechenden Projekten ist zusammen mit der Forschung und der Industrie auch das Landwirtschaftliche Zentrum beteiligt. Etwa beim Einsatz von Multikoptern (Drohnen) beim gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in steilen Hang­lagen des Weinbaus.

Zusammengefasst werden die neuen digitalen Möglich­keiten unter dem Begriff Smart Farming. Mit Hilfe von Infor­matik­systemen, Sensoren, Drohnen, Robotern und GPS-Steuerung soll so die Effizienz statt die Kapazität gesteigert werden. Im Interview präzisiert Markus Hobi, was dies alles konkret bedeutet und worin die Auswirkungen für Landwirte, Konsumenten und Steuerzahler liegen. Martin Willi, für die Ausbildung der Landwirte zuständiger Abteilungsleiter am BZB, erklärt, wie die ­Digitalisierung und ihre Herausforderung den Unterricht der landwirtschaftlichen Berufe beeinflussen.5