RÜTHI/SENNWALD: Restwassermenge wird kontrolliert

Damit trotz geplanter Trockenlegung genug Wasser vom Werdenberger in den Rheintaler Binnenkanal fliesst, werden zwei Rohre eingesetzt. Die SAK reagieren damit auf Ängste des Fischereivereins Rüthi.

Kurt Latzer
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Weil der Werdenberger Binnenkanal zu viel Wasser führt, kann zurzeit an den Fundamenten des SBB-Übergangs nicht gearbeitet werden. Vor der Trockenlegung des Kanals werden zwei Rohre verlegt, um die nötige Restwassermenge halten zu können. (Bild: Kurt Latzer)

Weil der Werdenberger Binnenkanal zu viel Wasser führt, kann zurzeit an den Fundamenten des SBB-Übergangs nicht gearbeitet werden. Vor der Trockenlegung des Kanals werden zwei Rohre verlegt, um die nötige Restwassermenge halten zu können. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

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Die geplante Sanierung des SBB-Übergangs beim Zufluss des Werdenberger in den Rheintaler Binnenkanal hat in Fischerkreisen Staub aufgewirbelt. Damit an den Fundamenten der Brücke gearbeitet werden kann, ist der Gewässerabschnitt trockenzulegen. Die Fischer befürchteten, das Restwasser könnte knapp und ­damit für die Forellen zu warm werden. Unter dem Wassermangel würden nicht nur die Flossentiere leiden, sondern auch ihr Nachwuchs sowie im Wasser lebende Insekten und Pflanzen.

Alte Leitung ist nicht brauchbar

Eigentlich hätten die Arbeiten an den Fundamenten bereits im April beginnen sollen. Weil da Äschen-Schonzeit war, gebot das kantonale Amt für Jagd und Fischer Einhalt. Die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) lenkten ein und verschoben die Sanierung bis zum Herbst. Die Zeit nutzten die Verantwortlichen auch, um für das Restwasserproblem eine Lösung zu finden. Bereits im Sommer fand man eine 60 bis 70 Jahre alte Leitung, mit der man hoffte, Wasser vom Werdenberger in den Rheintaler Binnenkanal zu leiten.

Arbeitsbeginn hängt von Wasserstand ab

Wann genau beginnen nun die Arbeiten am Fundament des SBB-Übergangs? Bauwagen, Rohre und grosse Säcke liegen an der Baustelle. «Das beauftragte Bauunternehmen hat mit den ­Installationsarbeiten begonnen. Zurzeit ist der Wasserstand etwas zu hoch und wir müssen mit dem Start der Arbeiten zuwarten, bis das Wasser einen tieferen Stand erreicht hat», schreibt die Medienstelle der SAK. Um genug Wasser unterhalb der Schleuse durchzuleiten, war im Sommer von einer alten Leitung die Rede. Kann man das Rohr nutzen? «Nein. Es werden zwei neue Rohre bei der Überleitung vom Werdenberger in den Rheintaler Binnenkanal montiert», heisst es bei den SAK. Wie lange die Arbeiten am SBB-Übergang dauern, könne man erst nach Trockenlegung der Baustelle und anschliessender Beurteilung der Schäden an der SBB-Brücke abschätzen. Rolf Gächter, Präsident des Fischereivereins Rüthi, zur alten Leitung: «Es handelt sich dabei um ein Rohr von etwa einem Meter Durchmesser. Es führt vom Werdenberger Binnenkanal unter der SBB-Überführung durch und endet beim SAK-Kraftwerk Lienz», sagt Gächter. Die Mündung der Leitung liege unter der Wasseroberfläche und sei nicht sichtbar. Gächter glaubt, man habe den Versuch, die Leitung zu spülen nicht gewagt, weil dadurch die SBB-Brücke hätte Schaden nehmen können.

Höhe der Mehrkosten noch nicht bekannt

Sind die Fundamente neu und damit der Bahnübergang sicher, sollen die Rohre teilweise zurückgebaut werden. Um wie viel die Sanierung wegen der ausserplanmässigen Massnahmen teurer wird und wer die Mehrkosten trägt, könne man zurzeit noch nicht sagen. Die Aufsichtspflicht über Wasserstände und Fisch­bestand hat der Fischereiverein Rüthi. «Wenn es immer wieder regnet, könnte die Wassermenge, die über die zwei Rohre in den Rheintaler Binnenkanal kommt, reichen», sagt Rolf Gächter, Präsident des Fischereivereins Rüthi. Schlimmstenfalls müsse man bei zu tiefem Wasserstand zum Schutz von Flora und Fauna im Kanal weitere Massnahmen ergreifen.