Rüthi braucht schnell mehr Schulzimmer

Die Schulen sind bereits voll. In den nächsten Jahren werden aber noch viel mehr Kinder in die Klassenzimmer drängen. Der Schulrat will darum ans Schulhaus Bündt anbauen. Am 22. Oktober wird eine ausserordentliche Schulbürgerversammlung über den Kredit abstimmen.

Max Tinner
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Teilnehmer am gestrigen Informationsabend vor einem Modell des Anbaus, den der Schulrat für das Schulhaus Bündt beantragt. (Bild: Max Tinner)

Teilnehmer am gestrigen Informationsabend vor einem Modell des Anbaus, den der Schulrat für das Schulhaus Bündt beantragt. (Bild: Max Tinner)

RÜTHI. Wie oft und gern hat man in umliegenden Gemeinden über Rüthis Slogan «Rüthi hät's» gewitzelt! Die Gemeinde am Hirschensprung hat sich damit aber erfolgreich vermarktet. In den letzten Jahren wurde viel gebaut. 2010 hatte Rüthi 2040 Einwohner. Aktuell sind es 2255. Zugezogen sind nicht nur Singles und kinderlose Paare, sondern Familien – oder eben Paare, die in Rüthi zur Familie wurden.

Innert 10 Jahren 70 Schüler mehr

Die Schulgemeinde stellt dies nun akut vor ein Problem: Es hat in Rüthi auf Jahre hinaus zu wenig Schulraum. 2009 hatte Rüthi knapp 180 Schüler. Heute sind es nicht ganz 200. In vier Jahren werden es an die 250 sein. Die Zahl wurde zuletzt fast wöchentlich nach oben korrigiert. Aber auch abgesehen von der zunehmenden Schülerzahl ist der Platzbedarf mit den in den letzten Jahren eingeführten neuen Schulfächern und mit der Integration lernschwacher Schüler in die Regelklasse gestiegen, erklärte Schulleiterin Tanja Schneider gestern anlässlich eines Informationsabends. Im Schulhaus Neudorf zum Beispiel weichen die Kinder für Gruppenarbeiten in den Gang aus, weil Gruppenräume fehlen. Bei der Information in der Neudorf-Turnhalle wurde ein Projekt für einen Anbau ans Schulhaus Bündt vorgestellt. Der Neubau soll drei zusätzliche Klassenzimmer, eine Aula sowie Therapie- und Gruppenräume zur Verfügung stellen. Auch die Verwaltung und die Schulleitung, die heute ihre Büros im Schulhaus Dorf haben, sollen hierhin verlegt werden. Bauen will man in Holz, damit man flexibler für künftige Anpassungen ist. Kosten wird der Neubau rund 2,7 Mio. Franken.

So bald wie möglich bauen

Weil die Zeit drängt, will der Schulrat mit der Baukreditabstimmung nicht bis zur ordentlichen Schulbürgerversammlung im Frühling zuwarten. Bereits am Donnerstag, 22. Oktober, wird eine ausserordentliche Schulbürgerversammlung über den Neubau befinden, so dass bei einem Ja zügig das Baubewilligungsverfahren eingeleitet und, sobald die Bewilligung vorliegt, gebaut werden kann. Bereits in einem Jahr sollen die zusätzlichen Räume zur Verfügung stehen.

Noch vor ein paar Jahren hat die Situation ganz anders ausgesehen. 2008 hat man die Schulzimmer im Schulhaus Dorf aufgegeben und die Klassen der Unterstufe im Schulhaus Neufeld zusammengeführt und die Klassen der Mittelstufe im Schulhaus Bündt. Damals ging man von rückläufigen Schülerzahlen aus. Bereits 2010 musste die Prognose revidiert werden. Man ging dann von steigenden Schülerzahlen bis 2015 und einem darauf folgenden Rückgang aus. Jetzt musste man aufgrund der jüngsten Entwicklung abermals über die Bücher und massiv nach oben korrigieren. Heute steht fest: Bereits in zwei Jahren wird man drei oder vier Klassen mehr führen als heute.

Nicht mehr als Pflästerlipolitik

Den Entscheid von 2008 hält der Schulrat nach wie vor für richtig. Die Infrastruktur im Schulhaus Dorf genügt heutigen Bedürfnissen nicht mehr. Auch wenn man dort die Klassenzimmer reaktivieren würde, wäre dies nicht mehr als Pflästerlipolitik, meinte der für Baufragen zuständige Schulrat Thomas Untersander gestern. Der Gemeinderat steht hinter dem Entscheid des Schulrats und befürwortet das Bauvorhaben, bestätigt Gemeindepräsident Thomas Ammann.