RÜTHI: Aufmerksam aufeinander hören

Weil die Sonne heiss vom Himmel brannte, feierten die Rüthner den 1. August in der Halle. Als Festredner trat Bischof Markus Büchel auf. Er sprach über die Werte von Niklaus von Flüe, die heute noch gültig seien.

Monika von der Linden
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Bischof Markus Büchel (links) und seine Schwester Lisbeth haben die Einladung Philipp Scheubles gern angenommen. (Bild: Monika von der Linden)

Bischof Markus Büchel (links) und seine Schwester Lisbeth haben die Einladung Philipp Scheubles gern angenommen. (Bild: Monika von der Linden)

Der 1. August fällt jedes Jahr mitten in die Ferien von Bischof Markus Büchel. Deshalb hält er dann grundsätzlich keine Ansprachen. Doch geht es um Rüthi, «kann ein Bischof auch inkonsequent sein». Denn dort trat er am Dienstagmorgen bereits zum zweiten Mal ans Rednerpult.

«Heimat ist dort, wo man Liebe erfährt»

Büchel nennt Rüthi seine Heimat, weil er dort geboren wurde, den Flecken Erde liebt und er dort mit vielen Menschen verbunden ist. «Heimat ist dort, wo man Liebe erfährt und wo die Rückschau mit Dankbarkeit verbunden ist.» Weil sie viel mit Angenommensein zu tun habe, könne die Schweiz auch Heimat für Menschen sein, die nicht hier geboren seien, sagte der Bischof.

Die Schweiz sei keine Insel der Seligen, meinte er. In der globalisierten Welt blieben ihr Schwierigkeiten und Herausforderungen nicht erspart. «In einer Stimmung aus Angst und Unsicherheit vergewissern wir uns unserer Werte, die uns Halt geben.»

Doch was in der Geschichte Zusammenhalt gegeben habe, sei heute vielfach nicht mehr da. Die Werte, die Schweizer beschworen, hätten ihren Ursprung in einer christlichen Weltanschauung, sagte Büchel. «Sie sind verwurzelt in einer Verantwortung Gott gegenüber.» In diesem Jahr wäre Niklaus von Flüe 600 Jahre alt geworden. Der Staatsmann, Richter, Bauer, Soldat, Vater, Ehemann, Eremit und leidenschaftliche Gottsucher konnte selbst nicht lesen und schreiben. «Er hat es aber geschafft, dass man heute immer noch von ihm spricht.»

Niklaus von Flüe habe Weltverantwortung mit Gottverbundenheit in jeder Phase seines Lebens in Einklang gebracht. «Selbst während seines Rückzugs liess sein Inte­resse am öffentlichen und politischen Geschehen nicht nach.» Seine Werte seien noch gültig für das öffentliche und politische Handeln. Bruder Klaus riet den Amtsträgern, in der politischen Kommunikation aufmerksam aufeinander zu hören und der politischen Auseinandersetzung nicht aus dem Weg zu gehen.

«Im Feiern liegt ein starkes Element der Dankbarkeit – und dazu haben wir allen Grund», schloss Markus Büchel und feierte mit den 120 Rüthnern den 1. August beim Brunch, dem Singen der Nationalhymne und der Musik von Janik und Pascal Bösch.

Monika von der Linden

redaktion@wundo.ch

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