Rote Köpfe wegen Sexualkunde in der Schule

Wie viel Sexualkundeunterricht braucht es an Schweizer Schulen, und ab welcher Stufe? Diese Frage lässt die Emotionen hochgehen. Morgen Mittwoch erreicht die Debatte den Nationalrat. Er wird über eine Volksinitiative diskutieren, die den Sexualkundeunterricht in der Verfassung regeln will.

Marina Winder/Dominic Wirth
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Wie viel Sexualkundeunterricht braucht es an Schweizer Schulen, und ab welcher Stufe? Diese Frage lässt die Emotionen hochgehen. Morgen Mittwoch erreicht die Debatte den Nationalrat. Er wird über eine Volksinitiative diskutieren, die den Sexualkundeunterricht in der Verfassung regeln will. Geht es nach den Initianten, soll Sexualkundeunterricht künftig erst ab dem vollendeten neunten Lebensjahr erteilt werden können – und das nur auf freiwilliger Basis. Auch später sollen Eltern entscheiden, ob ihre Kinder in der Schule diesen Unterricht besuchen.

Aufregung wegen Sex-Koffer

Die Initiative aus christlich-konservativen Kreisen hat ihren Ursprung im Jahr 2011. Damals erregten sogenannte Sex-Koffer an Basler Schulen Aufregung, die von Fehlinformationen zusätzlich befeuert wurde. 2012 lancierte ein Komitee bürgerlicher Politiker unter dem Titel «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» eine Volksinitiative. Für Sebastian Frehner, SVP-Nationalrat und Co-Präsident des Initiativkomitees, ist klar: Aufklärung ist einzig und allein Sache der Eltern.

«Nichts Erschreckendes»

Die Berner Grünen-Nationalrätin Aline Trede ist anderer Meinung. Sie hält die Initiative sogar für gefährlich. «Weil Kinder heute sehr früh mit sexuellen Inhalten in Kontakt kommen, ist es umso wichtiger, dass sie auch früh und stufengerecht aufgeklärt werden», sagt sie. Auch der Bundesrat zeigt wenig Verständnis für das Anliegen der Volksinitiative. Er kritisiert etwa, dass Teile der Forderungen bereits erfüllt seien. Und bei einem Ja zur Initiative würde die Präventionsarbeit erschwert. • THEMA 18

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