RORSCHACH: Toastschwemme im See

Schon mehrfach sind ganze Toastbrotscheiben und sogar Nudeln im Bodensee gefunden worden.

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Stammgäste der Badhütte in ­Rorschach ärgern sich schon seit Längerem. Mehrfach ist es diesen Sommer vorgekommen, dass Brot im See schwimmt. Nicht als Entenfutter, in mundgerechten Stückchen, sondern gleich scheibenweise. Nudeln wurden ebenfalls gesichtet. Dass es sich beim Verursacher der Toastschwemme um einen Tierliebhaber handelt, der es mit der Fütterung der Schwäne etwas zu gut meint, glaubt Simone Hunger, Serviceangestellte der Badhütte, nicht. «Die meisten Menschen wissen ja mittlerweile, dass Weissbrot für die Tiere schädlich ist.» Brot kann bei Vögeln zu Verdauungsproblemen führen. Ausserdem enthält es zu viel Salz.

Roger Böni, Stadtschreiber von Rorschach, hat keine Kenntnis von Verunreinigungen des Wassers. «Auch Rückmeldungen vonseiten der Bevölkerung hat es meines Wissens keine gegeben», sagt er. In Rorschach ist die Stadtgärtnerei für die Reinigung der Seepromenade zuständig. Die Ausrüstung für das Herausfischen von Abfall oder Essensresten aus dem Wasser sei dort aber nicht vorhanden, sagt Böni. Falls etwas aus dem Wasser entfernt werden müsse, arbeite man mit dem Werkhof zusammen. Der habe das nötige Material. Bei der Stadtgärtnerei weiss man nichts von übermässiger Verschmutzung. Zwar habe es ab und zu Brot im Wasser, jedoch nicht in besorgniserregenden Mengen.

Über die Verursacher des Toasts im Wasser möchte Böni nicht spekulieren. Dass es sich dabei um Personen handelt, die Abfälle möglichst einfach entsorgen wollen, hält er aber für möglich. Unwahrscheinlicher scheint ihm, dass es jemand ist, der Vögel füttert.

In Arbon, rund zehn Kilo­meter weiter, wird Littering am Seeufer anders gehandhabt. Auch dort war es immer wieder zu Verschmutzung des Sees durch Brot gekommen, sagt Peter Gubser, Stadtrat für Bau, Freizeit und ­Liegenschaften. Sogar ganze Brotlaibe waren keine Seltenheit. Auf Initiative der Präsidentin des ­Vogelschutzvereins wurden Plakate platziert, die das Füttern von ­Vögeln verbieten. Seither habe sich die Situation verbessert, sagt Gubser. Bald wolle man permanente Schilder aufstellen, da sie sich gut bewährt hätten. Dank der Mitarbeit des Vogelschutzes Arbon sei die Akzeptanz für das Verbot bei der Bevölkerung gross. «Viele meinen, man tue den Tieren mit dem Füttern etwas Gutes, dabei ist das Gegenteil der Fall», sagt Gubser. Roger Böni sieht das anders. Er glaubt nicht, dass Unkenntnis über Vögel in der Be­völkerung weit verbreitet ist. «Die allermeisten Menschen wissen, dass wilde Tiere nicht gefüttert werden sollen.» Deshalb brauche es in Rorschach auch keine Verbotsschilder. (lw)