Ringschluss sichert die Versorgung

Mit der Fernwärme-Ringleitung nach Grabs wird die Versorgung der heute 287 angeschlossenen Liegenschaften in dieser Gemeinde noch besser abgesichert. Weitere Netzerweiterungen und -verdichtungen werden abgeklärt.

Thomas Schwizer
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«Freies Rohr» für die Fernwärme: Gemeindepräsident Rudolf Lippuner nimmt die neu erstellte Ringleitung nach Grabs in Betrieb. (Bild: Thomas Schwizer)

«Freies Rohr» für die Fernwärme: Gemeindepräsident Rudolf Lippuner nimmt die neu erstellte Ringleitung nach Grabs in Betrieb. (Bild: Thomas Schwizer)

GRABS/BUCHS. Erneuerbare Heizenergie aus der Abfallverbrennung nutzen statt nicht erneuerbare Energie verbrennen: Das können die Kunden, welche Fernwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Buchs beziehen. Insgesamt werden jährlich durch die Fernwärme-Bezüger rund 1,4 Mio. Liter Heizöl eingespart, was einer Verringerung des CO2-Ausstosses um etwa 3 Mio. Kilogramm entspricht.

25 Mio. Franken investiert

Durch den Ausbau des Fernwärmenetzes bis nach Grabs konnte der Betreiber der KVA, der Verein für Abfallentsorgung (VfA), in den letzten drei Jahren viele weitere Kunden gewinnen. Für diese wurde nun die Versorgungssicherheit deutlich erhöht. Gestern nahmen der Grabser Gemeindepräsident Rudolf Lippuner und der Vorsitzende der VfA-Geschäftsleitung, Urs Brunner, die neu erstellte Ringleitung in Betrieb.

Das Drehen am «Rad» für den Vor- und Rücklauf war der Abschluss der Investition von bisher rund 25 Mio. Franken, welche die Delegierten des VfA 2011 und 2012 für die Erweiterung der Fernwärmeleitung nach Grabs bewilligt haben. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Ringleitung, welche nun die Versorgung auch sicherstellt, wenn der Wärmefluss an einer Stelle unterbrochen werden sollte.

Ein Drittel mehr Kunden

Innert drei Jahren konnte der Verein für Abfallentsorgung viele neue Kunden gewinnen, die Fernwärme aus der KVA beziehen. Die Zahl der mit dieser sauberen Wärmeenergie versorgten Liegenschaften aus Industrie, Gewerbe und Haushaltungen stieg in dieser Zeit um einen Drittel von 640 auf 970 an. Die 287 Kunden in Grabs beziehen heute 10 Mio. kWh Wärmeenergie, was dem Verbrauch von etwa 800 Haushalten entspricht. Gestern wurde betont, dass das Spital Grabs als grösster Kunde für den Investitionsentscheid massgeblich war. In Zusammenhang mit der Realisierung der Ringleitung konnten auch Industriebetriebe wie Lippuner EMT und Dividella als Kunden gewonnen werden.

Weiterer Ausbau wird geplant

Eine sinnvolle Erweiterung des Fernwärmenetzes ist laut VfA-Leiter Urs Brunner in Planung. Dabei sind eine Netzverdichtung in Grabs und im Zentrum von Buchs sowie ein Netzausbau Richtung Buchs Süd in Abklärung. Erste Gespräche wurden zudem geführt bezüglich der Wärmeversorgung von Schaan. Allerdings würde hier der VfA nicht als Netzbetreiber, sondern lediglich als Lieferant von Wärmeenergie tätig.

Investiert wird auch in die Energieeffizienz. In den vergangenen zwei Jahren wurden für 3 Mio. Franken zwei Abgaswärmetauscher eingebaut, die dem Abgasstrom der KVA Wärme entziehen und diese direkt ins Fernwärmenetz einspeisen. Dadurch steht dem Netz neu eine Jahresproduktion von 40 Mio. kWh zusätzliche Energie zur Verfügung.

Zudem wurden 2,1 Mio. in die im Sommer abgeschlossene Erweiterung der Notheizzentrale investiert, die durch die Erweiterung des Fernwärmenetzes nötig war. Damit wäre auch bei einem unwahrscheinlichen Ausfall der Kehrichtverbrennung im Winter die Energieversorgung gewährleistet, sagt Brunner beruhigend.