RENNROLLSTUHLFAHREN: Diplome sind das Ziel

Die Azmooserin Alexandra Helbling wird an der Para-Leichtathletik-WM in London in vier Disziplinen an den Start gehen. Die 23-Jährige peilt die Finalläufe an.

Robert Kucera
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Erreicht Alexandra Helbling an der WM in London vier Diplomplätze, stellt dies für sie einen grossen Erfolg dar. (Bild: Robert Kucera)

Erreicht Alexandra Helbling an der WM in London vier Diplomplätze, stellt dies für sie einen grossen Erfolg dar. (Bild: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Vom 14. bis 23. Juli treffen sich in London die besten Athleten zur Para-Leichtathletik-WM. Für die Schweiz sind sechs Rollstuhl- und zwei stehende Athletinnen und Athleten selektioniert. Darunter auch die in Azmoos aufgewachsene Alexandra Helbling. Sie reist guten Mutes nach London und fühlt sich in Form: «Eigentlich könnte ich jetzt schon fahren. Ich bin parat.»

Bereits an den Schweizer Meisterschaften in Arbon, die Ende Mai stattfanden, hat die 23-Jährige drei der vier B-Limiten erfüllt. Dass sie die Reise nach London mitmachen darf, stellt folglich keine Überraschung dar, «aber ich bin trotzdem mehr als nur glücklich». Wie Helbling weiter ausführt, habe sie seit den ­nationalen Titelkämpfen an allen Rennen die geforderten Limiten abermals unterboten und damit ihre Berücksichtigung für die WM mehrfach bestätigt. Nervös ist die Werdenbergerin, die nun im luzernischen Nottwil wohnt, aber nicht. «Das kommt noch, wenn ich erstmals im Stadion sein werde», mutmasst sie. Denn Helbling hat vernommen, dass alle 60 000 Tickets abgesetzt wurden.

Die grössten Chancen über 200 und 400 Meter

Delegationschef Andreas Heiniger, Leiter Leistungssport Rollstuhlsport Schweiz, gibt für London als Ziel vier Medaillen vor. Von Edelmetall träumt Helbling aber nicht. Die Konkurrenz mit den starken Chinesinnen und Amerikanerinnen erachtet sie als zu stark. Von sämtlichen selektionierten Athletinnen und Athleten wird vom Verband aus allerdings ein Finalplatz erwartet. Dies stellt für Alexandra Helbling, die in den vier Disziplinen 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter und 800 Meter teilnimmt, keinen zu­sätzlichen Druck dar. Denn sie hat sich für alle Starts Diplome zum Ziel gesetzt. Um diese zu erreichen, muss sie sich jedoch zunächst für die jeweiligen Finalläufe qualifizieren. Mit vier Diplomen die Heimreise antreten zu können, wäre, wie Helbling sagt, ein Riesenerfolg. Über 200 und 400 Meter rechnet sie sich die grössten Chancen aus.

Bis zum Abflug am 12. Juli wird sie nur noch kurze Strecken und die Spritzigkeit trainieren. «Es geht nun darum, das Niveau zu halten, um es dann in London abzurufen», erklärt Alexandra Helbling.