Religion in Plakatfarben

In den Jahren 1982 bis 1985 hat Künstler Hans Eggenberger aus Grabs intensiv über religiöse Themen nachgedacht. Angeregt durch Gespräche mit Pfarrer Jakob Vetsch, damals Pfarrer in Gretschins, stellte er seine Eindrücke in Bildern dar.

Silvia Frick
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Künstler Hans Eggenberger: Religiöse Kunst in überraschender Darstellung. (Bild: Silvia Frick)

Künstler Hans Eggenberger: Religiöse Kunst in überraschender Darstellung. (Bild: Silvia Frick)

SENNWALD. Die Kunst gehört keinem Lande an, das Vaterland der Kunst ist der Himmel (Michelangelo, 6. März 1475), steht auf der zweiten Seite des Buches «Hans Eggenberger – Ein religiöser Zyklus, Bilder und Objekte 1982–1985». Und genauso titelt sich die Ausstellung im Antoniusstübli der katholischen Kirche Sennwald, die am Dienstag per Vernissage eröffnet worden ist. Die Kunstinteressierten waren zahlreich.

Keine verpackten Bibelverse

Die religiösen Bilder von Hans Eggenberger machen vorerst etwas betroffen, denn er stellt seine biblische Geschichte nicht dar wie die Bilder alter Meister. Gemalt in starken Plakatfarben, in der Verarbeitung recht dramatisch wirkend, stellte der junge Künstler den Lebens- und Leidensweg Christi eher düster dar. Die Farben in den Titeln «Turmbau zu Babel», «Das Licht», «Wirket, solang es Tag», «Abendmahl», «Tod am Kreuz», «Das Kreuz», «Himmelfahrt» und «Auferstehung» entsprechen sich. Viel Blau, leuchtendes oder gedämpftes Rot, Schwarz und Weiss, alles eher dunkel. Das eingefangene Licht in den Bildern jedoch, immer markant leuchtend dargestellt. Speziell gesetzte Punkte zeichnen den Menschen im Bild als Gott. Er könnte aber auch jeder beliebige Mensch sein. Dadurch verbindet sich Eggenbergers Malerei noch heute mit der Geschichte jedes Menschen.

Spannende Bildersuche

Die Ausstellung im Antoniusstübli der kath. Kirche Sennwald ist kein Verkaufsanlass. Eggenbergers religiöse Bilder gehören schon seit Jahren speziellen Menschen. Der Künstler musste ihre Geschichte wieder aufrollen und ihr nachgehen. Danach hat er Bild um Bild gefunden. «Hing <Tod am Kreuz> seit Jahren in einer Arztpraxis, so war ausgerechnet das Bild <Das Licht> wegen Kunstüberangebot in einem Archiv gelagert», schmunzelt Eggenberger. «Meine Bilder sind aus keinem Bibelvers entstanden, sondern durch die diskutierten Geschichten mit meinem Pfarrherr-Cousin. Ich sah die thematische Darstellung jeweils vor mir und setzte sie danach um», erklärt der Künstler. «Ihre Erschaffung bedeutete für mich Energie und Kraft.» Die Ausstellung von Hans Eggenberger, zeigt, zusammen mit seinem Buch, ein abgeschlossenes Ganzes. Dazu freut sich der reformierte Künstler auch am Grenzüberschreitenden, wurde doch diese Ausstellung von der kath. Kirchgemeinde organisiert.

Seine erste Ausstellung zeigte Hans Eggenberger in der «Trubahus-Gallerie» in Azmoos. Weitere Einzel- und Sammelausstellungen folgten. Wie jeder Künstler durchläuft er Phasen und hat seinen Malstil seither verändert. Heute malt er vorwiegend im Konstruktivismus; stellt Formen, Kreise und Figuren dar, oft fast dreidimensional. Einiges kann auf seiner Website www.hanseg genberger.ch betrachtet werden.

Die Ausstellung dauert bis zum 27. September; geöffnet Di 18 bis 20 und So 9.30–12 Uhr oder nach tel. Vereinbarung (081 740 44 33).