REGION/ZÜRICH: Anerkennung für Zentrum Wiitsicht

Die Zürcher Paradies-Stiftung zeichnete am Montagabend Margrit Raimann für ihre Arbeit zu Gunsten von Menschen mit Demenz mit einem Anerkennungspreis in der Höhe von 30 000 Franken aus.

Corinne Hanselmann
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Hauptgewinner Michael Schmieder und die Gründerin des Zentrums Wiitsicht, Margrit Raimann. (Bild: PD)

Hauptgewinner Michael Schmieder und die Gründerin des Zentrums Wiitsicht, Margrit Raimann. (Bild: PD)

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

«Das ist eine enorme Ehre für uns», sagt Margrit Raimann, Gründerin der Stiftung Marai und des Zentrums Wiitsicht. Im Zürcher Hotel Savoy ist ihr am Montagabend ein Anerkennungspreis verliehen worden. Alle zwei Jahre zeichnet die «Paradies-Stiftung für soziale Innovation» innovative Lösungen im Sozialbereich mit Preisen in der Höhe von 150 000 Franken aus. Die Stiftung wurde im Herbst 2008 vom Zürcher Unternehmensberater und FDP-Politiker Urs Lauffer gegründet. Im Zentrum der Preisverleihung 2017 stand das Thema Demenz im Alter.

Margrit Raimann freut es besonders, dass das Zentrum Wiitsicht als kleine Organisation direkt hinter der grossen Institution Sonnweid, Wetzikon, Erwähnung findet, ist diese doch bezüglich Menschen mit Demenz seit 30 Jahren führend in der Schweiz. Der langjährige Leiter Michael Schmieder wird mit dem Hauptpreis im Wert von 120 000 Franken für sein Lebenswerk geehrt.

Beiträge von Stiftungen sind von grosser Bedeutung

Das Zentrum Wiitsicht wird getragen von der Stiftung Marai und betreibt einerseits eine Tages­stätte für Menschen mit Demenz in Grabs sowie eine Pflegewohngruppe für Menschen mit Demenz in Trübbach. Ebenso gehört die Beratungsfachstelle Demenz Werdenberg-Liechtenstein-Sarganserland dazu, die von Gemeinden und Stiftungen getragen wird.

«In dieser Art sind wir einzigartig», so Margrit Raimann. Menschen mit Demenz verbringen ­einen oder mehrere Tage pro ­Woche in der Tagesstätte in Grabs, die seit 2009 besteht, und werden dort intensiv von Fachpersonen betreut. Das entlastet die An­gehörigen, die die Betreuung zu Hause übernehmen. Im Werdenberg gibt es keine weiteren solche Tagesstätten im kleinen Rahmen. 2014 eröffnete Margrit Raimann zusätzlich eine Pflegewohngruppe in Trübbach, wo 15 Menschen mit Demenz leben. Das Modell ist sehr personal- und damit kostenintensiv: 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gemeinsam 20 Vollzeitstellen besetzen, kümmern sich um Bewohner und ­Tagesgäste.

Das Zentrum Wiitsicht erhält keine öffentlichen Gelder, hat ­dadurch mehr Freiheiten, ist aber auch auf Spenden und auf Bei­träge von Stiftungen ange­wiesen, erklärt Margrit Raimann. Die 30 000 Franken, die sie als Anerkennungspreis erhält, sind somit eine willkommene Finanzspritze. Die Paradies-Stiftung anerkennt damit die langjährige, überzeugende Arbeit von Margrit Raimann zu Gunsten von Menschen mit Demenz.

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