REGION/SEVELEN: Rekordjahr für Pilzkontrolleurin

135 Kontrollscheine stellte die Werdenberger Pilzkontrolleurin Notta Tischhauser dieses Jahr aus. Gemessen an den vergangenen zehn Jahren ist das Rekord.

Alexandra Gächter
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135-mal kontrollierte Notta Tischhauser in diesem Jahr Pilze von Werdenberger Sammlern. Archivbild: Tagblatt

135-mal kontrollierte Notta Tischhauser in diesem Jahr Pilze von Werdenberger Sammlern. Archivbild: Tagblatt

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Notta Tischhauser aus Sevelen kontrolliert seit 34 Jahren die Funde der Werdenberger Pilzsammler. Bis zum Jahr 1999 war sie stellvertretende Pilzkontrolleurin, danach Chef-Pilzkontrolleurin. Seit jenem Jahr hat sie die Kontrollscheine der Pilzsammler aufbewahrt. In diesen 19 Jahren kamen durchschnittlich 100 Personen pro Jahr, die ihre gesammelten Pilze von Notta Tisch­hauser bestimmen lassen wollten. Nur zweimal, nämlich im Jahr 2006 (141) und 2007 (148) stellte sie mehr Kontrollscheine aus als im aktuellen Jahr (135).

Gemessen an den vergangenen zehn Jahren ist heuer gar ein Rekordjahr. Von einem guten Pilzjahr möchte Notta Tischhauser aber nicht sprechen. «Ich habe die Kontrollscheine noch nicht ausgewertet. Wohl haben mehr Personen von mir Pilze kon­trollieren lassen, das sagt aber noch nichts über die gesammelte ­Menge aus.» Diese rechne sie zu einem späteren Zeitpunkt aus. Fest steht nur, dass pro Person und Tag ein Kontrollschein ausgestellt wird und nicht mehr als zwei Kilo Pilze gesammelt werden dürfen. Auch wisse sie nicht, wie viele Personen Pilze sammeln, ohne sie zu konsultieren. Deshalb sei nicht einmal sicher, ob dieses Jahr im Werdenberg mehr Pilzsammler unterwegs ­waren. Etwas weniger eng sieht das die Sarganserländer Pilzkontrolleurin Elvira Zogg. Sie spricht im «Sarganserländer» vom «besten Pilzjahr der letzten zwei Jahrzehnte». Grund dafür seien die perfekten Bedingungen mit viel Regen, aber auch warmen, sonnigen ­Tagen.

Auch andere Medien bezeichnen das Jahr 2017 als gutes Pilzjahr, das etliche Sammler in den Wald lockte. Ein gutes Pilzjahr bedeutet, dass viele Pilze ­gedeihen. Dies wiederum heisst: Die Vergiftungsgefahr steigt. Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum, Tox Info Suisse, registrierte denn auch bis Ende Oktober dieses Jahres 543 Pilzvergiftungen. Das sind 164 oder 43 Prozent mehr als im Vorjahr in der gleichen Zeitspanne. Im Kanton St. Gallen waren es mit 17 Vergiftungen zwei weniger als im Vorjahr.

Keine Vergiftungen im Werdenberg

Im Werdenberg gab es dieses Jahr keine Vergiftungen, die Notta Tischhauser bekannt sind. Allerdings musste sie zwei potenzielle Vergiftungsfälle abklären. «Es handelte sich um ­Pilze, die Kinder im Garten fanden und assen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Pilze ungiftig waren.», so Notta Tischhauser. Vergiftungsfälle gäbe es im Werdenberg selten. «Ich habe aber dieses Jahr einige ungeniessbare und leicht giftige ­Pilze aussortiert.» Darunter war ein Pilz, den sie in all den ­Jahren noch nie auf der Kontrollstelle gesehen hatte. 5