REGION/BUCHS: Kraftorte: An der Grenze der Wissenschaft

Diverse Kult- und Kraftorte existieren in der Region Werdenberg und Obertoggenburg. Andrea Fischbacher referierte darüber in der Hochschule NTB.

Alexandra Gächter
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Kultort und Kraftbaum: Die Gretschinser Kirche steht auf einem früheren Steinkultort. Hier soll eine ausgewogene, hohe Energie herrschen. Als Kraftbaum gilt die davorstehende Linde. (Bild: Heini Schwendener)

Kultort und Kraftbaum: Die Gretschinser Kirche steht auf einem früheren Steinkultort. Hier soll eine ausgewogene, hohe Energie herrschen. Als Kraftbaum gilt die davorstehende Linde. (Bild: Heini Schwendener)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Trotz der Hitze fanden sich am Dienstagnachmittag zahlreiche Seniorinnen und Senioren im NTB ein, um mehr über die Rheintaler Kraftorte zu erfahren. «Eine Rekordbeteiligung», stellte der Programmleiter des Seniorenforums Werdenberg, Risch Cantieni, fest. Als Referentin eingeladen war Andrea Fischbacher, Präsidentin der Vereinigung Kraftorte Schweiz.

Die promovierte Wissenschafterin entdeckte ihr Interesse an den Kraftorten zufällig. Sie schrieb eine Biografie über die Geobiologin und Ingenieurin Blanche Merz, welche die Schweizer Kraftorte untersuchte. «Gezwungenermassen», so Fischbacher, «musste ich mich auch mit den Kraftorten auseinandersetzen.» Als Wissenschafterin war sie anfangs skeptisch, heute ist sie von der Wirkung ­gewisser Orte überzeugt und führt das Werk von Blanche Merz weiter.

Fischbacher erklärte, dass ein Kraftort eine natürliche Energiezone ist, welche durch die Strahlungen im Boden entsteht. Ein Kraftort strahle deutlich stärker als seine Umgebung. Die Energiequalität sei ausserdem aufbauend. «Alles strahlt, so auch die Steine, das Grundwasser, der Lehm und so weiter. Je nach Schichtung und Materialien strahlt der Boden stärker oder schwächer», sagte Fischbacher. Die aufbauende Energiequalität sei für Mensch, Tier und Pflanzen bekömmlich. «Ein Kraftort wirkt belebend, er versorgt den Organismus mit zusätzlicher, aufbauender Energie, was als Wohltat empfunden werden kann», so Fischbacher.

Im Bereich der Grenzwissenschaft

Jeder Körper spüre diese Energie, aber nicht jedes Bewusstsein erfasse die Energie. «Das heisst, dass ein Kraftort auch dann wirkt, wenn der Mensch es nicht merkt.» Wissenschaftlich messen lassen sich die Schwingungen des Kraftortes nicht. «Die Physik kennt die Eigenschaften der Erdstrahlung noch nicht, deshalb gibt es kein entsprechendes Messinstrument.» Die Schwingungen werden mittels Pendel oder Rute getestet und in Boviseinheiten angegeben. «Das In­strument ist nicht wissenschaftlich, die Methodik schon.» Kraftorte seien also im Bereich der Grenzwissenschaft anzusiedeln, so Fischbacher.

Nicht nur Kraft-, auch Heilorte gibt es

Je nach Energiequalität kann ein Ort als ein Kultort, Kraftort oder gar Heilort eingestuft werden. «Kultorte haben eine hohe und ausgeglichene Energie.» Ein solcher ist zum Beispiel der Kirchenhügel mitsamt der Kirche St. Michael in Gams oder die ­Kirche Gretschins. Sie steht auf einem früheren Steinkultort. Die Linde vor der Gretschinser Kirche wird als Kraftbaum bezeichnet. Von ihr sollen andere, aber ebenfalls aufbauende Energien ausgehen. Auch die Wartauer Heidenkirche gilt als Kultort. Als Kraftort gilt das neu erschlossene Sonnenplateau von Palfries, das Werdenberger Seeufer unterhalb der Burg sowie die Gebiete auf dem Chäserrugg/Rosenboden und beim Schwendisee in Wildhaus. Ein Heilort zeichne sich gemäss Andrea Fischbacher durch einen Ort aus, dessen Energie von hoher Intensität ist und eine auf- und abbauende Qualität besitzt. «Die kranke Zelle wird so aus ihrem Rhythmus geworfen und kann wieder ihre ursprüngliche Schwingung finden.» Solche Heilorte findet man in der weiteren Region. Zum einen ganz hinten im Berg der Taminaschlucht, zum anderen in der Kapelle Berschis, hinter dem Altar. Dort befindet sich das sogenannte Kopfwehloch.

Im Anschluss an den Vortrag wurde rege diskutiert. Zuerst im Hörsaal der Hochschule NTB, dann im Foyer bei einem Apéro mit Imbiss. Das Seniorenforum Werdenberg entliess daraufhin seine Mitglieder in die Sommerpause.