Regionale Fachstelle rechnet mit 2500 Working Poor

BUCHS. Die Seelsorgeeinheit Werdenberg eröffnet am nächsten Montag, 1. Februar, im Zentrum Neuhof einen kirchlichen Sozialdienst. Den Auftrag dafür hat sie an die Fachstelle der Caritas St. Gallen-Appenzell vergeben.

Armando Bianco
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BUCHS. Die Seelsorgeeinheit Werdenberg eröffnet am nächsten Montag, 1. Februar, im Zentrum Neuhof einen kirchlichen Sozialdienst. Den Auftrag dafür hat sie an die Fachstelle der Caritas St. Gallen-Appenzell vergeben. Das Angebot richtet sich speziell an sogenannte Working Poor, von denen es nach Schätzung der Caritas rund 2500 in der Region Werdenberg gibt.

Definition der Armutsgrenze

«Mit dem kirchlichen Sozialdienst wollen wir armutsbetroffene Menschen erreichen, welche am oder knapp über dem Existenzminimum leben, aber keine Sozialhilfe beziehen», sagt Snjezana Gajski, Leiterin der Fachstelle, im Gespräch mit dem W&O. Nebst den Working Poor werden aber auch Menschen betreut, welche durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung eine markante Lohneinbusse erleiden und als Folge daraus an der Schwelle des Existenzminimums leben müssen.

Menschen, die als Working Poor bezeichnet werden, leben am oder knapp über dem Existenzminimum. Snjezana Gajski nennt ein Beispiel: «Die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie liegt bei 4050 Franken, diese beinhaltet den Grundbedarf fürs Leben und für alle anfallenden Rechnungen, die Miete inklusive Nebenkosten und die Krankenkasse. Vielfach wird ein tiefer Vollzeitlohn mit Nebenjobs aufpoliert, etwa dem Austragen von Werbung oder abendlichen Reinigungseinsätzen.

Näher bei den Betroffenen

«Mit der neugeschaffenen Fachstelle wird ein Projekt umgesetzt, welches die Caritas-Regionalstelle Sargans vor zwei Jahren gemeinsam mit der Seelsorgeeinheit Werdenberg gestartet hat. Somit können wir noch näher bei den armutsbetroffenen Menschen sein», sagt Lorenz Bertsch, Leiter der Caritas Sargans, welche seit der Gründung vor einigen Jahren für das Sarganserland und Werdenberg zuständig ist

In einem der ersten Schritte will Snjezana Gajski als Vertreterin des kirchlichen Sozialdienstes mit den Gemeinden in der Region Werdenberg Kontakt aufnehmen, um das Angebot vorzustellen und eine mögliche Zusammenarbeit zu besprechen.

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