REGION: Zwetschgenernte gestartet

Während bei den regional angebauten Zwetschgen die Schnapsverarbeitung eine untergeordnete Rolle spielt, könnte es beim heimischen Most knapp werden.

Katharina Rutz
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Auch im Werdenberg ist man diese Woche in die Zwetschgenernte gestartet. (Bild: Michael Canonica)

Auch im Werdenberg ist man diese Woche in die Zwetschgenernte gestartet. (Bild: Michael Canonica)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo

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Seit Anfang Woche werden im Werdenberg die Zwetschgen geerntet. Im Gegensatz zu anderem Obst und Früchten sind die Ernteerträge gut. Wäre da nicht der Hagel gewesen. Davon sind aber nicht alle Produzenten betroffen. Im Werdenberg bauen vor allem die Grabser Florian Vetsch und Andreas Gantenbein Zwetsch­-gen an.

Während Gantenbein von einem normalen Ertrag und guter Qualität spricht, hat ein Hagelwetter bei Florian Vetsch doch noch zu einem grossen Ernteausfall geführt.

Gute Qualität und normale Menge

«Die Qualität der Zwetschgen ist perfekt», sagt Andreas Gantenbein. Er baut ausschliesslich Tafelzwetschgen an. In die Brennerei gelangen die Zwetschgen nur in Ausnahmefällen. «Wenn eine Sorte zu reif wird, bringen wir sie in die Brennerei Zogg», sagt er. Die Menge sei jedoch gering und kein eigentliches Verkaufsprodukt von ihm.

Auch bei Florian Vetsch hat die Zwetschgenernte begonnen. Leider haben seine Früchte kurz vor der Ernte in einem Hagelwetter Schaden genommen. «Wir ­haben 50 Prozent Ertragsausfall wegen des einen Hagelwetters», sagt er. Die restlichen Zwetschgen seien jedoch von einer guten Qualität, sagt auch Vetsch.

Ob die Zwetschgen mit Hagelschäden nun noch zum Brennen genutzt werden können, ist noch unsicher. «Wenn das Wetter so feucht bleibt, verfaulen die Zwetschgen zu früh. Nur bei trockenem Wetter können wir vielleicht noch etwas brennen», sagt er. Auch seine Zwetschgen werden in der Zogg Mosterei-Brennerei am Grabserberg veredelt. Den Schnaps vermarktet er dann direkt. Jedoch sind auch seine Zwetschgen in erster Linie als Tafelobst gedacht.

Die regionalen Zwetschgen spielen also für die Schnapsproduktion eine untergeordnete Rolle. Bei den Äpfeln und Birnen für die Mostproduktion sieht dies anders aus. Beim Mostobst hat der Frost wie bei vielen anderen Tafelobstsorten und den Rebstöcken grosse Ernteausfälle verursacht. Der Werdenberger Most könnte deshalb knapp werden. An einen Import von Mostobst denkt aber dennoch niemand.3