Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

REGION: Zuckerrübenanbau im Werdenberg sinkt

Die Schweizer Zuckerproduktion ist stark unter Druck nachdem die EU den Zuckermarkt liberalisiert hat. Auch im Werdenberg ist der Anbau der Zuckerrübe in den letzten drei Jahren stark gesunken.
Die Werdenberger Zuckerrüben fahren mit der Bahn nach Frauenfeld in die Zuckerfabrik. (Bild: Nana do Carmo)

Die Werdenberger Zuckerrüben fahren mit der Bahn nach Frauenfeld in die Zuckerfabrik. (Bild: Nana do Carmo)

Katharina Rutz

Mit der Liberalisierung des Zuckermarktes durch die EU ist in den Nachbarländern der Anbau von Zuckerrüben massiv gestiegen. Dies führte zu einem Preiszerfall, den auch Schweizer Landwirte zu spüren bekommen. So ist die Anbaufläche für Zuckerrüben stark gesunken – auch in der Region Werdenberg und Rheintal. «Zwischen Sennwald und Landquart werden noch 60 bis 70 Hektaren angebaut», sagt Rudolf Senn. Der Lohnunternehmer ist Vorstandsmitglied der Ostschweizer Vereinigung für Zuckerrübenanbau und plant den hiesigen Anbau und die Ernte. «In den besten Jahren wurden im gesamten Rheintal vom Bodensee bis Zizers rund 250 Hektaren angebaut.» Eine Produktion zu «EU-Preisen» sei in der Schweiz mit ihrem hohen Kostenumfeld schlicht nicht möglich, ist Senn überzeugt. Die Preisbildung in der Zuckerwirtschaft ist sehr komplex und von vielen Faktoren abhängig.Der Schweizer Bauernverband fordert aufgrund der aktuellen Situation zusammen mit den Zuckerrübenpflanzern und der Zuckerindustrie einen Mindestpreis für Zucker, sonst gehe man unter.

Eine Kulturpflanze mit vielen Vorteilen

Die Zuckerrübe wurde früher die Königin der Ackerkulturen genannt. Dies aus gutem Grund. «Die Rübe wächst praktisch in allen Böden und bringt sehr gute Erträge. Es können schon mal 15000 kg reiner Zucker wachsen in einem Jahr auf einer Hektare», erklärt Rudolf Senn. Ebenso produziere die Rübe während der Vegetation rund doppelt so viel Sauerstoff wie die gleiche Fläche Wald. «Als einzige Kultur kann die Rübe mit ihrer langen Pfahlwurzel Nährstoffe aus tieferen Schichten im Boden zurückgewinnen.» Im weltweiten Vergleich liege die Schweiz betreffend Ertrag und Qualität an der Spitze, sagt Rudolf Senn. Auch die Umweltbelastung sei gegenüber anderen Kulturen gering. Denn die Zuckerrüben werden zum Beispiel mit der Bahn von Buchs nach Frauenfeld in die Zuckerfabrik transportiert. «In Deutschland wird alles per LKW transportiert und die Transportwege sind viel länger», so Senn.

Arbeitsplätze wären betroffen

Im Werdenberg werden die Zuckerrüben von Lohnunternehmern wie Rudolf Senn gesät und geerntet. «Ich muss mir nun überlegen, ob ich noch in die Ernte von Zuckerrüben investieren kann», so Rudolf Senn aus Haag. Eigentlich hätte er seine 30-jährigen Erntemaschinen schon längst ersetzen müssen. «Würde die Ernte von Zuckerrüben ausfallen müsste ich zudem einen Mitarbeiter entlassen», sagt er. Auch Schweizweit wären viele Arbeitsplätze betroffen, gibt er zu bedenken.

Für die Ackerflächen gäbe es aber genügend andere Möglichkeiten die Zuckerrüben zu ersetzen. «Der Gemüseanbau ist sehr gefragt, darf aber nicht übertrieben werden, da die Böden den intensiven Anbau längerfristig nicht vertragen», sagt Rudolf Senn. Gerade hier habe die Zuckerrübe mit ihren bodenverbessernden Eigenschaften wieder ihre Berechtigung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.