REGION: Zahl steigt, Quote verharrt

2,2 Prozent aller Menschen im Kanton haben 2016 Leistungen der Sozialhilfe bezogen. Mit Ausnahme von Sevelen liegen im Werdenberg alle Orte unter der Marke.

Armando Bianco
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Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Die Zahl der Sozialhilfebezüger ist im Jahr 2016 im Kanton St. Gallen um 1,7 Prozent gestiegen. Der Grund dafür ist denkbar einfach, weil auch die Bevölkerung zahlenmässig zugenommen hat. 11 119 Personen haben finanzielle Leistungen der Sozialhilfe bezogen, das sind 187 Personen mehr als noch im 2015, wie die jüngste Erhebung des kantonalen Amtes für Statistik zeigt. Im Durchschnitt betrug die Sozialhilfequote 2016 im Kanton 2,2 Prozent.

Im Kanton St. Gallen nehmen die Sozialhilfequoten der Gemeinden und Städte mit wachsender Besiedlungsdichte tendenziell zu, heisst es dazu in einer Medienmitteilung. Erhöhte Sozialhilfequoten sind insbesondere bei Gemeinden mit Zentrumsfunktion festzustellen, und dazu zählen auch Ortschaften wie Buchs oder Wattwil. Spitzenreiter im Wahlkreis Werdenberg ist allerdings Sevelen mit 2,2 Prozent. Die Gemeinde verfügt über einen hohen Anteil industrieller Arbeitsplätze. Die tiefste Quote weist Gams mit 0,4 Prozent auf - diese Gemeinde hat seit Jahren stets einen der tiefsten Werte kantonsweit. Im Toggenburg ragt Wattwil als Zentrumsgemeinde mit einer Quote von 2,7 Prozent hervor, wird dabei allerdings mit 3,2 Prozent von Ebnat-Kappel überragt. Letztere Gemeinde verfügt strukturmässig über einen grossen Anteil an günstigem Wohnraum älteren Standards.

Die Sozialhilfestatistik liefert mit dem Jahr 2016 erstmals auch interessante Resultate zur Sozialhilfe im Asylbereich. Insgesamt 3309 Personen des Asylbereichs erhielten finanzielle Unterstützung durch Sozialhilfe. Das entspricht 88,3 Prozent der Bevölkerungsgruppe im Kanton St. Gallen mit Aufenthaltsstatus N oder einer vorläufigen Aufnahme mit weniger als sieben Jahren Aufenthalt. Bei den Personen des Flüchtlingsbereichs wurden 1450 Menschen mit finanzieller Sozialhilfe unterstützt, das sind 82,8 Prozent der entsprechenden Bevölkerungsgruppe.3