REGION: Wöchentliche Kontrolle ist nötig

Spielplätze sollten einmal in der Woche visuell kontrolliert werden. Dies schreibt die Europäische Norm «Spielplatzgeräte und Spielplatzböden» vor. Die W&O-Gemeinden halten sich mehrheitlich daran.

Katharina Rutz
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Die Sicherheitsüberprüfung ist in der Regel bei Gemeinden und Schulen besser geregelt als auf privaten Spielplätzen. (Bild: Katharina Rutz)

Die Sicherheitsüberprüfung ist in der Regel bei Gemeinden und Schulen besser geregelt als auf privaten Spielplätzen. (Bild: Katharina Rutz)

Katharina Rutz

Vor rund zwei Jahren ereigneten sich an einem Montag gleich zwei schwere Unfälle auf Kinderspielplätzen in der Ostschweiz. Beide wurden durch marode Spielgeräte verursacht. In Gais brach das Holzgerüst einer Schaukel über einem Kind zusammen und auch in Berneck zerbrach eine Holzkonstruktion.

Verunfallt ein Kind auf einem Spielplatz, weil ein Spielgerät nicht sachgemäss unterhalten wurde, haftet immer der Besitzer. Zum Tragen kommt hier der OR Artikel 58 der Werkeigentümmerhaftung. Der Eigentümer muss garantieren, dass Zustand und Funktion seines Werks niemanden und nichts gefährden. Tafeln, mit denen eine allfällige Haftung bei Unfällen im Voraus vollumfänglich abgelehnt wird, vermögen die Werkeigentümerhaftung nicht auszuschliessen.

Wöchentliche visuelle Kontrollen vorgeschrieben

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) legt Spielplatzbesitzern deshalb dringend ans Herz, die Europäische Norm «Spielplatzgeräte und Spielplatzböden» einzuhalten. «In dieser ist festgehalten, dass wöchentlich eine visuelle Kontrolle und monatlich eine operative Kontrolle durchgeführt werden muss», sagt Stefan Meile, BFU-Chefsicherheitsdelegierter Ostschweiz/FL. Eine operative Kontrolle heisst, dass der Zuständige beispielsweise an den Spielgeräten rüttelt, um zu überprüfen, ob alles noch hält. Die Norm schreibt ebenfalls eine von Fachpersonen durchgeführte Jahreskontrolle vor. Dabei muss unter Umständen auch ein Fundament freigelegt und kontrolliert werden. Stefan Meile schätzt, dass der Unterhalt jährlich rund drei bis fünf Prozent der Neuinvestition eines Spielplatzes kostet – ohne die Arbeitsstunden gerechnet. Die Stadt Buchs hat dieses und nächstes Jahr insgesamt 400000 Franken budgetiert, um die Spielplätze zu sanieren. Dies, nachdem ein periodischer Bericht Sicherheitsmängel aufgedeckt hat. Die Stadt Buchs hat diesen Bericht von der Beratungsstelle für Unfallverhütung erstellen lassen.

Jede Gemeinde verfügt über einen BFU-Delegierten. Dieser ist befähigt, die visuelle und operative Sicherheitsüberprüfung von Kinderspielplätzen durchzuführen. Für die Jahreskontrolle braucht es laut Stefan Meile eine vertiefte Fachausbildung. Trotz der Europäischen Norm sei die gängige Praxis zur Sicherheitsüberprüfung von Spielplätzen extrem unterschiedlich, so Meile. «Bei den Gemeinden und Schulgemeinden ist dies jedoch meist besser geregelt als bei Mehrfamilienhäusern und Restaurants», so der BFU-Chefdelegierte. Bei den Hauswarten der Mehrfamilienhäuser oder den Restaurantbetreibern fehle es oft an Fachkenntnis.

W&O-Gemeinden halten sich an Normvorschriften

Die Gemeinden in der W&O-Region regeln die Kontrolle ihrer Spielplätze mehrheitlich ähnlich. Die befragten Gemeinden halten sich an die Normvorgabe und unterziehen ihre Spielplätze einer wöchentlichen visuellen Kontrolle. Bei den Schulgemeinden ist meist der Hauswart der Schuleinheit dafür zuständig. Bei den Spielplätzen der Politischen Gemeinden obliegt dies oft einem Mitarbeiter des Werkhofs, so beispielsweise in Grabs oder in Wartau beim Spielplatz in der Heuwiese. Dort ist in naher Zukunft ebenfalls eine Sanierung geplant, da der Spielplatz in die Jahre gekommen ist. Auch in Wildhaus-Alt St. Johann hält man sich beim neuen Spielplatz beim Hotel Hirschen an die wöchentliche Kontrolle durch den Werkhof. «Da die Geräte im Winter sowieso wegen der Witterung abgebaut werden müssen, findet auch dann im Werkhof die Jahreskontrolle statt», sagt Bruno Egloff, Bauverwalter der Gemeinde.

Wartung durch Abonnement sichergestellt

Eine Ausnahme bildet der Kinderspielplatz in Unterwasser. Zusammen mit der Stiftung Denk an mich wurde dieser speziell auch für handicapierte Kinder konzipiert. Dort besteht für die Wartung ein Service-Abonnement mit der Herstellerfirma.