REGION: Winterpneus ab sieben Grad

In der aktuellen Wettersituation mit Temperaturen, die unter sieben Grad fallen, sind Winterreifen angezeigt. Die Garagisten der Region haben denn auch alle Hände voll mit Reifenwechseln zu tun.

Katharina Rutz
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Bei tieferen Temperaturen ab sieben Grad Celsius sollte man mit Winterreifen unterwegs sein. (Bild: Benjamin Manser)

Bei tieferen Temperaturen ab sieben Grad Celsius sollte man mit Winterreifen unterwegs sein. (Bild: Benjamin Manser)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Fallen die Temperaturen unter sieben Grad Celsius, bieten Winter­reifen die besseren Fahreigenschaften und mehr Sicherheit auf der Strasse. Deshalb empfehlen die Garagisten der Region, nicht so lange mit dem Reifenwechsel zu warten, bis Schnee im Tal liegt. «Das Bremsverhalten von Winterreifen ist bei tieferen Temperaturen ab sieben Grad besser», sagt beispielsweise Remy Kühnis von der Garage Kühnis AG in Grabs. Sprich, der Bremsweg verkürzt sich gegenüber Sommer­reifen.

Deshalb ist es bei der aktuellen Wetterlage bereits angezeigt, auf Winterreifen umzustellen. Bei den Autogaragen der Region sind die Terminkalender ent­sprechend voll.

Notfall-Tage für ­Pneuwechsel möglich

Die Garage Kühnis und die Auto­rama Buchs sind beispielsweise auf eine Woche hinaus ausgebucht. Auch in der Garage Sulser AG in Buchs werden jetzt täglich Pneus gewechselt. «Dieses Jahr haben unsere Kunden schon recht früh begonnen, sich mit Winterreifen einzudecken», sagt Alfred Sulser.

Bei allfälligen Schneefällen bis ins Tal freilich würden die Telefone bei den Garagisten dennoch heiss laufen. «Wir führen ja auch noch andere Arbeiten aus als nur Reifenwechsel. Bei Schnee würden wir allerdings unser ­Programm auch umstellen und Service-Aufträge verschieben oder einen Notfalltag einbauen», sagt Andreas Schnyder von der Autorama Buchs.

Eine gesetzliche Notwendigkeit ist der Wechsel auf Winterpneus eigentlich nicht. Allerdings hat der Fahrzeuglenker die Pflicht, sich im Verkehr so zu ­verhalten, dass er niemanden ­gefährdet. Deshalb verteilt die ­Polizei bei Unfällen bei kaltem Wetter ohne Winterbereifung an die Verursacher happige Bussen. Auch Versicherungen können in solchen Fällen ihre Leistungen kürzen. Dasselbe gilt für Unfallverursacher, die mit abgelaufenen Reifen noch fahren.

Die Profiltiefe muss laut Gesetz 1,6 Millimeter betragen. Der TCS und die regionalen Garagisten raten allerdings, Winterreifen bereits bei einer Profiltiefe von 4 Millimetern zu erneuern. Denn dann verlängere sich der Bremsweg bereits deutlich.

Neue Winterreifen haben in der Regel eine Profiltiefe von 9 Millimetern, wie Reifenexperte Reto Blättler in der SRF-Sendung «Espresso» kürzlich bestätigte. Dem «Espresso»-Hörer Roman Koller aus Appenzell will aufgefallen sein, dass Autoreifen mit weniger Profiltiefe aus dem Werk kommen als früher. Dies bestätigt der Reifenexperte des TCS zwar, betont jedoch, dass dies nicht aus Profitdenken der Reifenhersteller geschehe. Die Lebensdauer eines Reifens hänge auch von der Gummimischung ab. «Es gibt Reifen mit viel Gummi und beeindruckender Profiltiefe. Doch schon auf den ersten Kilometern reibt sich viel Gummi auf der Strasse ab», so Blättler. «Eine gute Gummimischung und Profilgestaltung ist entscheidend für die Lebensdauer der Auto­reifen. Weniger Profiltiefe bedeutet mehr Fahrsicherheit, Rohstoff lässt sich sparen und es bleibt ­weniger Feinstaub und Gummi­abrieb auf den Strassen liegen.»

Profiltiefe ist von Hersteller abhängig

Die regionalen Garagisten hingegen sind nicht davon überzeugt, dass die Reifen immer ­weniger Profil haben. Andreas Schnyder von der Autorama Buchs sagt beispielsweise: «Es gab schon immer Unterschiede bei den Profiltiefen der Winterpneus. Dies kann von Hersteller zu Hersteller verschieden sein.» Remy Kühnis von der Garage Kühnis AG erklärt, dass je nach Einsatzart des Kunden ein anderer Winterreifen sinnvoll sei. Wenn jemand nur auf schnee­reichen Strassen unterwegs sei, eigne sich ein Reifen mit viel Profil. Für jemanden der hauptsächlich auf der Autobahn unterwegs sei, benötige der Reifen jedoch eine andere Gummimischung, damit das Profil nicht sofort runtergefahren sei.

Ganz unabhängig von der Profiltiefe sollte ein Reifen übrigens nach spätestens fünf Jahren ausgetauscht werden. «Sonst wird er zu hart», so Kühnis. Gerade bei älteren Personen komme dies noch häufig vor, dass ein Pneu wegen des Alters und nicht wegen des Profilabriebs ausgetauscht werden müsse.