REGION WERDENBERG: Noch zu wenig Babyplätze

Die regionalen Kindertagesstätten freuen sich über eine gute Auslastung bei nicht übermässig langen Wartelisten. Plätze für Säuglinge sind aber immer noch Mangelware.

Katharina Rutz
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Die Kindertagesstätten im Werdenbergt sind in der Regel gut ausgelastet, die Wartelisten sind aber nicht übermässig lang. (Bild: Fotostudio Buehler)

Die Kindertagesstätten im Werdenbergt sind in der Regel gut ausgelastet, die Wartelisten sind aber nicht übermässig lang. (Bild: Fotostudio Buehler)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen, ist nicht einfach. In Sachen Kindertagesstätten hat die Region Werdenberg allerdings gute Karten. Obwohl es natürlich immer wieder Fälle gibt, wo keine passende Lösung gefunden werden kann, so halten sich die Wartelisten bei den einzelnen Kindertagesstätten (Kita) der Region laut Umfrage des Werdenberger & Obertoggenburgers in Grenzen. Insgesamt gibt es in den Werdenberger Gemeinden 108 ganztags betreute Plätze.

Bei den befragten Kitas der IG Kinderbetreuung Werdenberg-Sarganserland gibt es nur geringe Unterschiede in Aus­lastung und Tarifsystem. Die Buchser Kita Chinderhus Schatzchischta bietet 48 Plätze. Die Präsidentin des Vereins, Katrin Serries, schätzt, dass rund 3 bis 4 Plätze davon zurzeit frei sind. Allerdings handle es sich dabei vor allem um freie Halbtage. «Es besteht eine Warteliste, vor allem für Säuglingsplätze. Aber auch ältere Kinder stehen auf der Warteliste, da die gewünschten Betreuungszeiten und -tage im Moment alle belegt sind», sagt Katrin Serries.

Die Kinderbetreuung Grabs Gams Sennwald bietet insgesamt 36 Plätze an. Dort ist nur ungefähr ein Platz frei, ebenfalls aufgeteilt auf einzelne Halbtage.

In Wartau werden einige Plätze frei

Der Verein Kitawas bietet in den Sarganserländer Gemeinden und in Wartau eine Kita an. In Wartau gibt es eine Gruppe mit 12 Plätzen. «Wir waren lange voll, doch auf den Sommer gibt es in Wart­au einige freie Plätze», sagt Kitawas-Geschäftsführer Gabriel Dinner. Die Kinderbetreuung Gadretsch in Sevelen bietet 12 Kitaplätze an und wird über die ­Gemeinde geführt. Dort gibt es ­zurzeit keine freien Plätze. «Wir führen eine Warteliste mit 6 Kindern», sagt Schulratspräsidentin Esther Hagmann.

Oft gibt es zu wenig Plätze für Babys. Diese sind innerhalb der Gruppe beschränkt. «Wir dürfen nicht mehr Babys aufnehmen, als dies die Regelungen des Amtes für Soziales des Kantons St. Gallen vorschreiben», erklärt Hagmann. Werden mehr Babys aufgenommen, gibt es weniger Plätze für die anderen Kinder oder es braucht mehr Personal.

Auch im Chinderhus Schatzchischta und in den Kitas der Kinderbetreuung Grabs Gams Sennwald fehlen häufig Babyplätze oder es bestehen dafür die längeren Wartelisten. «Oft melden die Eltern ihre Kinder frühzeitig an, was zu einer Warteliste führt», so Rita Zäch von der Kinderbetreuung GGS. Bis es dann aber soweit sei, ergebe sich oft eine Lösung. Im Sommer werden viele Plätze in den Kitas frei, wenn die Kinder in den Kindergarten übertreten.

Die von den Gemeinden subventionierten Kindertagesstätten bieten den Eltern, die in der eigenen Gemeinde wohnen, einen abgestuften Tarif an. Dieser beruht auf der Höhe des Einkommens und oft auch des Vermögens. In Grabs, Gams, Sennwald gibt es zehn Tarifstufen, in Wart­au und Buchs deren fünf. «Aus wirtschaftlicher Sicht ist es wichtig, dass wir auch immer Eltern der höheren Tarifstufen haben. Das soziale Risiko können wir als Kindertagesstätte nicht tragen», so Zäch. Denn es könne nicht sein, dass plötzlich aus finanziellen Gründen vermögendere Eltern bevorzugt werden müssten.

Auswärtige zahlen am meisten

Auswärtige Familien zahlen den höchsten Tarif, der sicher kostendeckend ist. Dennoch kommen in Buchs durchschnittlich fünf Prozent der Eltern nicht aus der Gemeinde. «Bei Anfragen von auswärtigen Kindern verweisen wir aber zunächst immer auf die Kita, die in der jeweiligen Wohnortgemeinde der Eltern betrieben wird», sagt die Präsidentin Katrin Serries.

Bei den meisten Kitas der Region finanzieren auch grössere Unternehmen eine bestimmte Anzahl an Plätzen, die dann für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reserviert sind. Beim Verein Kinderbetreuung Grabs Gams Sennwald beteiligt sich die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann mit einem täglichen Platz. «Davon können dann zwei oder sogar drei Familien profitieren», so Zäch.

Die Öffnungszeiten sind in allen Kitas ähnlich und beschränkt für Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten geeignet. Einige Kitas zeigen sich flexibel, indem ein Kind beispielsweise am Morgen bereits 15 Minuten früher gebracht werden kann. Aber der Spielraum ist begrenzt. «Für ­Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten ist es zum Teil nicht ganz einfach, geeignete Betreuungsplätze zu finden. Die Anbieter tun ihr Möglichstes. Hier haben die Tagesfamilien einen grösseren Spielraum», sagt Jeanette Mösli, Präsidentin der IG Kinderbetreuung Werdenberg-Sarganserland.

Das Wohl des Kindes ist im Mittelpunkt

Dass für Härtefälle Platz geschaffen werden muss, darin sind sich die meisten Kitas der Region einig. Vor allem Wartau, Buchs und GGS betonen, dass es für unvorhergesehene Härtefälle immer eine Lösung in ihrer Kita gibt. «Bei Härtefällen versuchen wir immer eine individuelle Lösung zu finden und vor allem das Wohl des Kindes in dieser Situation in den Mittelpunkt zu stellen», sagt beispielsweise Katrin Serries vom Chinderhus Schatzchischta in Buchs.