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REGION: Was die Jugend von heute so denkt

Als sogenannte Millennials oder Digital Natives sind sie komplett in der digitalen Welt aufgewachsen. Die Online-Generation ist bald erwachsen. Wir wollten wissen, was sie eigentlich für Menschen sind.
Ursula Wegstein
Justus, Julia und Livia haben vergangene Woche an der Kanti Sargans gestartet. (Bild: Ursula Wegstein)

Justus, Julia und Livia haben vergangene Woche an der Kanti Sargans gestartet. (Bild: Ursula Wegstein)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

6 Uhr morgens: Der Wecker klingelt. Bei den Langschläfern erst um 6.10 Uhr. Um 7 Uhr heisst es dann: aus dem Haus, aufs Velo geschwungen, zum Bus oder zum Bahnhof. Für manche von ihnen: den Zug nach Sargans nicht verpassen. Noch vor 8 Uhr beginnt dann der Unterricht. Mittags ist Pause. Ende der Schule: zwischen 16 und 17 Uhr. Dazwischen heisst es lernen, lernen, lernen. Ackern, büffeln und pauken. Für einen guten Abschluss. Und den sogenannten Ernst des Lebens.

Eine ist Geräteturnerin. Eine andere tanzt Dance-Mix. Einer macht Leichtathletik. Ein anderer zieht zur Entspannung seine Bahnen im Schwimmbad. Für wieder andere ist Freizeit gleich lernen. Oder einfach nur schlafen. Sie alle wünschen sich eine gute Ausbildung und die Prüfungen zu bestehen. Später dann einen guten Job. Eldon hätte später gerne seine eigene Garage, vier von ihnen möchten Ärztin oder Arzt werden.

Gute Grundausbildung und dann ein guter Job

Der Start in eine neue Klasse oder in eine Ausbildung in einem Betrieb bietet immer auch die Möglichkeit, noch einmal von vorne anzufangen, sich anders zu geben. «Am Anfang war es schon eine grosse Umstellung. Alles ist neu und anders», erzählt Livia (14), «neue Lehrer, andere Umgebung, eine neue Klasse».

Auf die Frage, was ihnen im Leben wichtig ist, kommt die erste Antwort wie aus der Pistole geschossen: Geld. «Geld bringt bei allem etwas. Nichts geht ohne Geld», steht für Nedjip (15) fest. Für die meisten von ihnen ist Geld relativ wichtig. «Ich möchte aber nicht wegen des Geldes einen guten Job, sondern einfach, weil mich die Arbeit interessiert», fügt Livia noch hinzu. Für andere ist Gesundheit das Wichtigste, Kinder, ein guter Abschluss. Für Morgan (15), der eine Ausbildung zum Elektroinstallateur macht: keinen Arbeitsunfall zu haben.

An den Eltern gibt es nichts auszusetzen. «Ausser vielleicht, dass ich immer schon um 22 Uhr zu Hause sein muss», fällt ­Morgan ein. Alisha (16) würde ­ am allerliebsten bis um 2 Uhr in den Ausgang. Die Familie zählt. Für sie alle ist sie wichtiger als ­ die Kollegen. Gemeinsame Erlebnisse mit der Familie sind es, die den Jugendlichen Freude ­bereiten.

«Ich freue mich immer, wenn ich Zeit mit meinem Bruder verbringen kann. Er hat das Down-Syndrom», erzählt Marina (16) froh.

Die Welt sehen und eine Arbeit, die Spass macht

Was ist ihr grösster Traum? Für einige ist, es eine Weltreise zu machen. «Ich würde gerne jedes Land der Erde bereisen und kennen lernen», schwärmt Justus (14). Für Alisha ist der Traum, Glück in allem zu haben. «Ich bin glücklich, wenn ich später einmal das machen kann, was mir auch selbst Freude macht», fügt Julia (14) hinzu. «Auch wenn es vielleicht doch etwas anderes sein sollte, als Ärztin zu werden.»

Was nervt eigentlich? «Wir finden es nicht so motivierend, dass es manche Lehrer hier wenig interessiert, was wir so machen, ob wir etwas lernen oder ob wir den Unterrichtsstoff verstanden haben», erzählen die Kantischüler übereinstimmend. «Vorher war das anders. Es ist schon streng und viel. Vor allem auch wegen der Probezeit. Ausserdem ist es hier sehr unpersönlich», fahren sie fort. «Vielleicht müssen wir aber einfach noch selbstständiger werden.»

«Wir finden, dass früher wirklich alles besser war»

Angst macht den einen, wenn die eigenen Kinder auf die schiefe Bahn geraten sollten oder Drogen nehmen würden. Angst macht auch, den Ausbildungsplatz zu verlieren. Eine hat Angst vor Krieg.

Es heisst ja immer, früher war alles besser, heute sind alle nur noch online. «Das ist auch so», bestätigen im BZB alle sofort. «Früher wussten wir noch die Festnetznummern von Kollegen. Wir kannten 20 Festnetznummern auswendig.» Hättet ihr lieber früher gelebt? Die Antwort im BZB kommt prompt und ohne Ausnahme: «Ja. Am liebsten in den 70ern. Oder in den 90ern. Die Musik. Die Mode. Da konnte man noch mit einem Traktor herumfahren. Jetzt gibt es nur noch Cybermobbing.» «Man ist schon sehr abgelenkt durch die Medien, das Smartphone und die ganzen anderen Sachen», bestätigen die Schüler in Sargans. «Ohne das ­alles wäre es vielleicht schöner gewesen», meint Livia.

Einfach ist es sicherlich nicht, heute Jugendliche oder Jugend­licher zu sein. In Zeiten von ­Instagram und Cybermobbing die eigene Rolle und sich selbst zu finden. Mitten in der Pubertät. Gross ist nicht nur der Leistungs-, sondern auch der Gruppendruck. In jedem Fall: Alles Gute zum Schulanfang.

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