REGION: Viele kranke Bienenvölker

Die Bienenkrankheit Sauerbrut wütet dieses Jahr besonders heftig in der Region Werdenberg. Das aktuell gute Wetter gibt aber Anlass zur Hoffnung. Die Krankheit ist für den Menschen ungefährlich.

Katharina Rutz
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Eine Sauerbrut-Epidemie führt zu grossen Völkerverlusten bei den Bienen. (Bild: Martin Ruetschi/KEY)

Eine Sauerbrut-Epidemie führt zu grossen Völkerverlusten bei den Bienen. (Bild: Martin Ruetschi/KEY)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Bereits 86 Bienenvölker mussten wegen der Sauerbrut abgetötet werden. Zwischen Buchs und Sennwald häufen sich die Sperrgebiete, in denen keine Bienenvölker mehr von einem Ort zum anderen gebracht werden dürfen. Doch sowohl der Werdenberger Bieneninspektor Lorenz Huber als auch Hans Oppliger von der kantonalen Fachstelle Bienenhaltung hoffen nun auf ein Abflachen der Epidemie. Das Wetter in den letzten zwei Wochen ist ideal für die Entwicklung der Bienenvölker. Die Hitze wird der Varroa-Milbe, welche die Bienen zusätzlich schwächt, stark zusetzen. Gleichzeitig herrscht ein grosses Futterangebot, das den Bienen hilft, viel Brut aufzuziehen und sich so zu erneuern. «Wir hoffen, dass die Bienenvölker so erstarken und die Krankheit über­winden können», erklärt Hans Oppliger.

Zurzeit herrscht aber noch Krisenstimmung unter den Werdenberger Imkern. Rund 30 Bienenstandorte sind mit einem oder mehreren Völkern betroffen. Die Krankheit wird von Bakterien ausgelöst und befällt die jungen Bienenlarven. Sie sterben ab und bilden ein neues Reservoir für den Erreger. Die Bienen entfernen die toten Larven und tragen so den Erreger weiter zu den gesunden Larven, die sie danach pflegen. Bei geschwächten Larven ist auch die Räuberei durch andere Völker eine Gefahr für die mögliche Ansteckung.

Kursteilnehmer können profitieren

Auch der Lehrbienenstand Frümsen des Landwirtschaftlichen Zentrums, der von Hans Oppliger betreut wird, ist leicht von der Sauerbrut betroffen. Aus Sicht des Ausbildners kann Hans Oppliger dem sogar etwas Positives abgewinnen: «Die Kursteilnehmer können so am meisten über die Krankheit lernen. Sie können ihr Auge auf das Krankheitsbild schulen.»

Die Sicht des Imkers allerdings ist anders. Sauerbrut bedeutet den Verlust von Völkern. «Zudem können Jungvölker, die zunächst auswärts gepflegt werden, nicht in den heimischen Stand zurückgeholt werden», so Hans Oppliger.