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REGION: Vandalismus oft ein Sommerdelikt

Im Kanton St. Gallen weist die Kriminalstatistik 2016 im Vergleich zum Vorjahr weniger Sachbeschädigungen/Vandalenakte aus, in Liechtenstein blieb die Zahl stabil. Mangels Zeugen können viele Fälle nicht aufgeklärt werden.
Ursula Wegstein
Ohne Zeugen kaum aufzuklären: Die Sitzbank vor der Lourdesgrotte in Bendern wurde von Unbekannten wohl in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche angezündet. (Bild: Landespolizei, 17. Juni 2017)

Ohne Zeugen kaum aufzuklären: Die Sitzbank vor der Lourdesgrotte in Bendern wurde von Unbekannten wohl in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche angezündet. (Bild: Landespolizei, 17. Juni 2017)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Es ist immer ein Ärgernis: Sprayereien an Hauswänden, Beschädigungen an Wartehäuschen von Bushaltestellen, eingeschlagene Scheiben, zerkratzte Autos. Alles das sind mutwillige Sachbeschädigungen, bei denen es um reine Zerstörungslust ohne weiteren Zweck geht. Wie von der Kantonspolizei zu erfahren war, treten derartige Sachbeschädigungen in den Sommermonaten häufiger auf – schlicht und einfach darum, weil sich jeder mehr im Freien aufhält.

Am meisten von Vandalen- akten betroffen sind laut Kriminalstatistik der St. Galler Kantonspolizei Verkehrsmittel (495), Wohnräume/Heime (209), Geschäftsräume (129) und öffentliche Infrastruktur (111). Schnell beläuft sich der Sachschaden auf ein paar Hundert Franken oder fallweise auch mehr. Da es sich nach Angaben der Kantonspolizei St. Gallen bei Sprayereien um ein sogenanntes Massendelikt handelt, wird in der Regel nur bei Anzeige, hohem Sachschaden oder besonderer öffentlicher Emotionalität ermittelt.

Von insgesamt 1331 Vandalendelikten im Kanton St. Gallen wurden 20 Prozent aufgeklärt. Erfreulicherweise sind Sachbeschädigungen durch Vandalismus 2016 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 15 Prozent zurückgegangen. Der Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein wurden im Jahr 2016 insgesamt 134 Sachbeschädigungen gemeldet. 38 davon, also 28 Prozent, konnten geklärt werden. Insgesamt wurden in Liechtenstein 49 Tatverdächtige ermittelt, neun davon waren unter 18 Jahre alt. Ein Jahr davor, 2015, konnten von ebenfalls 134 Sachbeschädigungen 46 geklärt werden (34 Prozent). Von den damals ermittelten 52 Tatverdächtigen waren 19 minderjährig, wie Mediensprecherin Tina Beck auf Grund der Statistik der Landespolizei erklärt.

Aufklärung ohne Zeugen eher unwahrscheinlich

Gemäss der St. Galler Kantonspolizei hängt die Aufklärung häufig auch davon ab, wie schnell die Sachbeschädigung festgestellt wurde. Wird an einem weniger zugänglichen Ort Vandalismus verübt und die Tat erst nach Tagen festgestellt, sind die Chancen, die Täter zu finden, eher gering einzustufen. Ohne Zeugen ist die Aufklärung solcher Vorfälle sehr schwierig – und die Chance, die Täterschaft zu finden, eher klein. Das bestätigt auch die Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein. «Wenn nachts die Scheibe eines Buswartehäuschens eingeschlagen wird, ist das ohne Leute, welche die Tat beobachtet haben, schwierig aufzuklären», sagt Tina Beck.

Dass sich ein reuiger Straftäter selbst bei der Polizei meldet, kommt nur selten vor. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit erfolgt in Form von Spurenauswertung, DNA, Fingerabdrücken oder Fussspuren. Konnte ein Täter ermittelt werden, erfolgt ein Rapport an die zuständige Staatsanwaltschaft, die nach ihrem Ermessen im gesetzlichen Strafrahmen entscheidet. Je nach Höhe des Sachschadens ergeht meist ein Strafbefehl über eine Busse oder Geldstrafe. Zusätzlich hat der Täter zivilrechtlich den Schaden zu ersetzen.

Zurück bleibt der Schaden – und die Kosten

Wird die Täterschaft nicht ermittelt, ist die Schadensbehebung Sache des Eigentümers, sofern keine Versicherung für den Schaden aufkommt.

Böswillige Beschädigungen von Fensterscheiben können beispielsweise bei der Gebäudeversicherung über die Zusatzdeckung Gebäudeverglasungen versichert werden. Schäden am Gebäude durch Sprayereien an der Hauswand sind über die Zusatzdeckung «Böswillige Beschädigungen» bis zu maximal 5000 Franken versicherbar, wie von der Schweizerischen Mobiliar zu erfahren ist.

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