REGION: Unbekanntes entdecken und Neues lernen

USA, Australien oder doch eher Peru? Die Auswahl an Ländern für einen Schüleraustausch ist riesig. Die Reise ins Unbekannte ist immer ein Erlebnis. Sie bringt neue Freunde, vergrössertes Allgemeinwissen, bessere Berufschancen. Doch was gilt es vor der Reise zu klären?

Sarah Bocek
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Ein Auslandsaufenthalt in einem fremden Sprachraum bietet spannende und lehrreiche Erfahrungen. Beispielsweise in Vernon (Bild), einer Stadt mit rund 4 (Bild: PD)

Ein Auslandsaufenthalt in einem fremden Sprachraum bietet spannende und lehrreiche Erfahrungen. Beispielsweise in Vernon (Bild), einer Stadt mit rund 4 (Bild: PD)

Sarah Bocek

redaktion@wundo.ch

Ein Schüleraustausch erfreut sich wachsender Beliebtheit. Einmal ohne Eltern in ein fernes Land reisen. Eine lohnenswerte Erfahrung, nicht wahr? Sobald das Interesse geweckt ist, beginnen auch schon die Vorbereitungen. Diese sollten etwa ein Jahr vor dem Schüleraustausch starten.

Das Wesentliche kommt zuerst, nämlich die Suche nach einer Sprachschule und einer Gast­familie. Dabei helfen zahlreiche Online-Websites mit verschiedenen Austauschangeboten. Im Allgemeinen erkennt man seriöse Anbieter daran, ob sie wichtige Informationen freigeben, beispielsweise die Kosten.

Die meisten Anbieter stellen eine grosse Vielfalt von Ländern zur Auswahl. Englischsprachige Angebote finden sich praktisch überall, dabei ist vor allem ein High-School-Jahr in den USA beliebt. Da sich zunehmend Lernwillige auch für nicht so übliche Sprachen interessieren, stehen auch Angebote in Norwegen oder Japan zur Auswahl. Meistens werden für ein Austauschjahr keine Grundkenntnisse in der entsprechenden Sprache vorausgesetzt.

Ideale Gastfamilie und passende Sprachschule

Die Online-Anbieter erledigen meistens die Auswahl einer geeigneten Gastfamilie und niveaugerechten Sprachschule. Seltener sind Angebote zu finden, in denen die Flüge inbegriffen sind. Ist die Entscheidung erst einmal auf ein Angebot gefallen, herrscht verständlicherweise immer noch ein wenig Unsicherheit. Ist es wirklich das Richtige? Ist es seriös? Das sind ernst zu nehmende Fragen. Viele Anbieter bieten deshalb zusätzlich kostengünstige Informationsveranstaltungen sowie gratis telefonische Auskunft an. Sobald die Entscheidung gefallen ist, ist der grösste Schritt bereits getan.

Eine Auslandskrankenversiche­rung darf nicht fehlen, denn vor Blessuren ist man nicht gefeit. Für manche Länder ausserhalb Europas wie die USA ist ein Visum nötig. Für andere werden Impfungen verlangt, da dort andere Krankheiten als hier verbreitet sind – zum Beispiel Südamerika.

Grossen Kostenaufwand nicht unterschätzen

Ein Austauschjahr ist teuer, das trifft sicher zu. Die Kosten für ein ganzes Jahr Unterricht und Betreuung liegen bei circa 6000 bis 15 000 Franken, je nach Wahl des Landes. Hinzu kommen noch weitere Kosten für die Anreise und das Visum, eventuell auch für die mancherorts verlangte Schuluniform und notwendige Impfungen. Für die Freizeit sollte ein Taschengeld von etwa 150 Franken pro Monat nicht fehlen. So kommen die Gesamtkosten auf mindestens 9000 Franken zu stehen. Da dies eine Menge Geld ist, lohnt es sich zu prüfen, ob man für eine Stipendium berechtigt ist.

In einem Auslandsaufenthalt lässt sich kein Geld verdienen – ausser die Entscheidung fällt auf ein «Work and Travel Year», welches allerdings erst ab 18 Jahren möglich ist. Hier wird gereist, entdeckt und gearbeitet. Dieses Angebot wählen junge Menschen oft nach der Matura, also vor Beginn eines Studiums.

Einmalige, unvergessliche Erlebnisse

Ein Aufenthalt in einem unbekannten Land sorgt für einmalige, unvergessliche Erfahrungen. Wer sich dafür entscheidet, erlebt eine grosse Horizonterweiterung, da die im Gastland gelebte Kultur neu ist. Nebenbei wird die Selbstständigkeit gefördert, da man sich in einer unbekannten Um­gebung zurechtfinden muss.

Natürlich wird daneben auch das Sprachniveau verbessert. Dadurch steigen die Berufs­chancen, denn Unternehmen schätzen Mitarbeiter mit guten Kennt­nissen einer anderen ­Sprache. Das gilt besonders für die Weltsprache Englisch und Französisch als zweite Schweizer Landes­sprache.

So schön und gut alles klingt, hat ein Auslandsaufenthalt auch seine Schattenseiten. So dürfen der hohe Aufwand und die beträchtlichen Kosten nicht unterschätzt werden. Zudem wird sehr viel Selbstdisziplin verlangt. Viele Schülerinnen und Schüler verzichten auf einen Austausch, weil nach der Heimkehr der Anschluss in der Schule erschwert ist. Tatsache ist, dass meistens ab einem halben Jahr Auslands­abwesenheit das Schuljahr wiederholt werden muss.

Ist der Auslandsaufenthalt vorbei, gibt es noch Nachbereitungen zu erledigen. Je nach Anbieter finden «Nachtreffen» statt. Auch wäre es gewünscht und toll, den Kontakt zur Austausch­familie weiterzupflegen.