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REGION: Über Leben und Tod

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland beschäftigte sich mit dem Thema Reanimation und heiklen Entscheidungsfindungen.
Heidy Beyeler
In der Podiumsrunde diskutierten Birgit Schwenk, SR RSW, Christoph Ritter, Hausarzt Grabs, und Ruth Bau-mann-Hölzle, Leiterin Dialog Ethik, Zürich, sowie Pascal Schai und Tom Brink vom Luzerner Kantonsspital Wolhusen über die Komplexität um die Thematik Reanimation. (Bild: Heidy Beyeler)

In der Podiumsrunde diskutierten Birgit Schwenk, SR RSW, Christoph Ritter, Hausarzt Grabs, und Ruth Bau-mann-Hölzle, Leiterin Dialog Ethik, Zürich, sowie Pascal Schai und Tom Brink vom Luzerner Kantonsspital Wolhusen über die Komplexität um die Thematik Reanimation. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Das Thema, das sich Dialog Ethik (Interdisziplinäres Institut für Ethik im Gesundheitswesen) an der Tagung vorgenommen hatte, ist im Alltag der Ärzte heikel und sehr emotional besetzt, wie Dieter Schmidt, Chefarzt Innere Medizin Spital Walenstadt, bei der Begrüssung der Tagungsteilnehmenden betonte. Es war in der Tat eine anspruchsvolle Thematik. Vor allem für Ärzte, weil bei der Frage Reanimation, kurz «Rea – Ja oder Nein» schwierige Gespräche mit Patienten, mit ­Angehörigen und gelegentlich kontroverse Diskussionen und Standpunkte innerhalb der Behandlungsteams geführt werden müssen.

Ohne Patientenverfügung wird alles gemacht

Zu diesem delikaten Thema, bei dem diffizile Situationen im Gesundheitswesen diskutiert wurden, brachte die Moderatorin Pfarrerin Marlies Schmidt-Aebi einen Schuss Humor in den Saal, sodass der Nachmittag nicht allzu trist bzw. zu nachdenklich ausfiel. Der Tatort – so nannte die Pfarrerin den Tagungsraum in der Flumserei – sollte auf der ­Spurensuche zu vermehrten Erkenntnissen führen.

Harte Fakten führen in die Realität, wie Tom Brink, Leitender Arzt Medizin Luzerner Kantonsspital Wolhusen, darstellte, wenn es sich um Therapiebegrenzung und Reanimation dreht. «Wir als Pflegefachpersonen und Ärzte müssen wissen, wie wirksam unsere Massnahmen sind», und fügte bei, «dass die unbeobachtete Laienreanimation ausserhalb des Spitals eine hohe Sterblichkeit zur Folge hat. Auch wenn der Kreislauf wieder in Gang kommt, kann es zu hoher Morbidität beziehungsweise Begleiterkrankung kommen. Vielfach hat man in solchen Fällen das Gefühl, dass es nicht gut gelaufen ist, dass der Mensch das überlebt hat.» Wenn keine Patientenverfügung vorhanden ist, dann werde in der Reanimation alles gemacht, ob das nun nach dem Willen des Patienten ist oder nicht. «Davor haben wir Angst», betont Brink.

Einen Fall aus der Praxis eingebracht

Nach der Pause wurde ein Fall aus einem der Spitäler der Spitalregion SR RWS als Praxisbeispiel von Birgit Schwenk, Chefärztin Aktugeriatrie, thematisiert, das zeigte, wie problematisch es ist, in akuten Situationen das Richtige zu tun. Auf dem Blatt des betroffenen Patienten stand der Vermerk «Rea – Nein», und dennoch hat die diensthabende Ärztin reanimiert. Weil es keinen Eintrag gab, dass mit dem 76-jährigen Patienten und mit den Angehörigen darüber gesprochen worden sei und die Ärztin den Patienten nicht kannte.

Deshalb fing sie an, zusammen mit dem Anästhesisten zu reanimieren und rief in der Zwischenzeit die Ehefrau an. Sie sagte: «Nein, nicht reanimieren, das ist der Wille meines Mannes.» Nach und nach erfuhren die Pflegefachpersonen, dass er an einer chronischen Lungenerkrankung leidet. «Der Mann habe gesagt, dass er so nicht weiterleben möchte, in einem Akutfall möchte er nicht wiederbelebt werden.» Dazu kamen mehrere Risikofaktoren und Diagnosen. Er hätte keine Überlebenschance gehabt. «Das Ziel einer Reanimation ist nicht das Überleben an sich, sondern ein Überleben mit weit­gehend intakter neurologischer Funktion über die Entlassung aus dem Spital hinaus», schreibt Reto Stocker, Leiter des Instituts für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Klinik Hirslanden Zürich.

Das Fazit aus dieser Tagung: Für die Ärzte ist es aussergewöhnlich schwierig zu entscheiden, wenn keine Klarheit über den Patienten und dessen Willen vorhanden ist.

Deshalb sich hat das Ethikteam der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland zusammen mit der Unterstützung durch das Institut Dialog und Ethik an diese Thematik gewagt und ein Positionspapier verfasst, das noch diesen Monat von der Geschäftsleitung verabschiedet werden soll, wie Dieter Schmidt verkündete.

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