REGION: Turnus, Teamentscheid, Rücksicht

Nicht jeder kann dieses Jahr Weihnachten mit der Familie zu Hause geniessen. Denn, Festtage hin oder her, die öffentlichen Verkehrsmittel müssen in der Region ganz normal weiterrollen.

Nadine Schwizer
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Linienbusse und die Bahn stehen auch am heutigen Heiligabend und über die weiteren Weihnachtsfeiertage im Einsatz. (Bild: Nadine Schwizer)

Linienbusse und die Bahn stehen auch am heutigen Heiligabend und über die weiteren Weihnachtsfeiertage im Einsatz. (Bild: Nadine Schwizer)

Nadine Schwizer

Beim öffentlichen Verkehr in der Region wird es zu keinerlei Reduktion des Bus- und Bahn­betriebs über Weihnachten kommen. Um die Passagiere über die Festtage von A nach B zu bringen, braucht es natürlich Bahn- und Busführer sowie andere Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs. Diese müssen auch an Weihnachten arbeiten.

Bei der Südostbahn (SOB) müssen 367 Züge und 31 Busse am kommenden Feiertagswochenende mit Fahrpersonal ausgestattet werden. Wer an den Festtagen eingesetzt wird, werde grösstenteils von einem Turnus bestimmt, so Mediensprecherin Ursel Kälin. Dieser nehme keine Rücksicht auf den Zivilstand der Fahrer, denn als Angestellter eines 365-Tage-Betriebes wie der SOB wisse man, dass die Arbeitszeiten unregelmässig sein können. Natürlich aber unterliege die Südostbahn den Regelungen des Arbeitsgesetzes und versuche auch, so gut es geht Kompromisslösungen mit den Fahrern zu finden. Einen Lohnzuschlag gebe es gemäss den Regelungen des schweizerischen Arbeitsgesetzes.

Bei den SBB entscheiden die Teams

Bei den SBB wird an Weihnachten ebenfalls der normale Wochenend-Fahrplan umgesetzt. Hierzu werden unter anderem Zug- und Fahrpersonal sowie Zugverkehrsleiter benötigt. Wer an den Feiertagen arbeitet, wird gemäss Mediensprecher Oli Dischoe nicht auf höchster Chefetage, sondern in den jeweiligen Teams entschieden. Meist würde dabei auf Mitarbeitende, die Familie haben oder schon lange im Unternehmen arbeiten, Rücksicht genommen. So lasse sich in der Regel eine gute Lösung finden. Zudem, so Dischoe, gebe es Mitarbeiter, die auch gerne über Weihnachten arbeiten: «Da es sich in der Regel um Schichtarbeit handelt, kann man davor schon oder danach noch Weihnachten feiern.» Die Fahrer erhalten Nacht- und Wochenendzulagen für die Arbeit an den Festtagen.

Bei Rheintal Bus gilt auch der normale Wochenend-/Sonntagsfahrplan über die Festtage. Hans Koller, Leiter Markt, erwartet, dass über Weihnachten vor allem die Nachtbusse genutzt werden. Bei Ausflugwetter hofft er auch auf viel Betrieb den Tag hindurch. In der Region Werdenberg werden über die Weihnachtstage rund 30 Chauffeure pro Tag im Einsatz sein. Dabei werde darauf geachtet, dass die Fahrer jeweils entweder an Weihnachten oder Neujahr frei haben. Es könne also durchaus sein, dass auch ein Familienvater oder ein langjähriger Mitarbeiter an Weihnachten arbeiten muss. Einen Zuschlag fürs Fahren über die Feiertage gibt es nicht.

Ein Geschenk vom Chef als Motivation

Auch bei den Buchser ABC Taxis ist die Weihnachtszeit keine Ruhezeit. Geschäftsinhaber Mario Schlegel und sein Team sind über die Feiertage 24 Stunden pro Tag für ihre Gäste da. Schlegel sagt: dies, weil es immer gut laufe an Weihnachten. «Die Leute trinken gerne etwas und zahlen dann lieber fürs Taxi anstatt eine teure Busse zu bekommen.» Schlegel und sein Team sprechen sich untereinander ab, so dass vor allem die Mitarbeiter mit Familie zumindest den 24. oder den 25. Dezember zu Hause verbringen können. Als Entschädigung für den Einsatz an den Feiertagen gibt es ein Weihnachtsgeschenk vom Chef persönlich – das helfe bei der Motivation.

Für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel bleibt auch der Avec-Shop am Buchser Bahnhof über die Festtage geöffnet. Vom 24. bis 26. Dezember wird im Laden bis um 20 Uhr gearbeitet – mit Sonntagszuschlag. Mitarbeiterin Carolyn Walser tut dies gerne. Man sehe ganz verschiedene Leute – auch solche, die keine Weihnachten feiern. Die Ausbildungsverantwortliche ergänzt: «Das Angebot wird wirklich genutzt. Die Kunden, die sonst vielleicht in diesen Tagen allein wären, freuen sich, dass sie zu uns kommen können. Für uns ist das sehr süss.»