REGION: Trösten ist falsche Reaktion

Tiere reagieren ängstlich oder gar panisch auf Knallpetarden und lautes Feuerwerk. Wie können Halter ihre Haustiere davor schützen oder zumindest den Stress reduzieren?

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Gelassen bleiben: So kann der Halter sein ängstliches Haustier beruhigen. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Gelassen bleiben: So kann der Halter sein ängstliches Haustier beruhigen. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

«Meine Katzen werden im Haus sein und alle Fenster und Türen werden geschlossen.» – «Ich werde alle Fenster schliessen und bei meiner Katze bleiben.» Das schreiben Leser auf der Facebook-Seite des W&O zur Frage, wie sie ihre Haustiere vor der üblichen Feuerwerks-Knallerei am Nationalfeiertag schützen. Und damit tun sie das Richtige. Denn der Schweizer Tierschutz (STS) empfiehlt, Haustiere nicht ins Freie zu lassen, aber auch nicht alleine zu lassen. Den Raum abdunkeln und Radio oder Fernseher einschalten, lautet ein weiterer Beruhigungstipp.

Viele Haus- und Wildtiere geraten durch lautes Feuerwerk in Angst. «Die meisten Tiere hören wesentlich besser als wir Menschen und reagieren mit Panik und kopfloser Flucht auf die Knallerei», schreibt der STS. Bei einer Flucht könnten sie sich zum Beispiel an Zäunen erheblich verletzen oder kopflos auf die Strasse rennen, wo sie Verkehrsunfälle auslösen können.

Ängstliche Tiere sollten aber auf keinen Fall getröstet werden, denn dadurch fühlen sie sich in ihrer Unsicherheit bestärkt. «Am besten bleibt der Tierhalter und die Tierhalterin ruhig und gelassen und ignoriert das furchtsame Verhalten seines Tieres weitgehend. Damit strahlt er die nötige Gelassenheit aus.» Das empfiehlt Lucia Oeschger von Vier Pfoten Schweiz. Halter können dem Tier ein besonderes Leckerli geben, wenn die Knallerei draussen losgeht. Damit würden sie ihm vermitteln, dass der Lärm etwas Positives mit sich bringt, lautet ein weiterer Tipp.

Da der Feuerwerkslärm erfahrungsgemäss nicht nur am Abend des 1. August ertönt, sondern an verschiedenen Orten bereits am 31. Juli, lautet ein weiterer Hinweis, das Gassigehen an diesen beiden Tagen bereits auf einen früheren Zeitpunkt als üblich zu verlegen. Dann ist der Hund bereits in den schützenden Räumen, wenn draussen der Lärm losgeht. Freilaufkatzen sollten am 1. August ausnahmsweise nicht nach draussen gelassen werden, um Stress bei ihnen zu reduzieren. (ts)