REGION: Tierferienheime sind voll besetzt

Während andere die Ferienzeit auf Liegestühlen unter Palmen verbringen, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tierferienheimen alle Hände voll zu tun. Die meisten sind jetzt ausgebucht.

Katharina Rutz
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Auch Meerschweinchen verbringen die Ferienzeit ihrer Besitzer bisweilen in Tierheimen. (Bild: Mareycke Frehner)

Auch Meerschweinchen verbringen die Ferienzeit ihrer Besitzer bisweilen in Tierheimen. (Bild: Mareycke Frehner)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Bello sitzt in der Hundestube. Er geniesst die Zeit im Rudel. Er kennt sich hier aus, denn er ist ­jeden Sommer hier. Immer dann, wenn sein Herrchen in die Ferien fährt, bringt er Bello ins Tier­ferienheim. Möglichkeiten, seine Tiere während der Ferienabwesenheit betreuen zu lassen, gibt es in der Region einige, beispielsweise das Tierheim Nesslau, das Tierschutzhaus in Schaan für verschiedene Tiere. Für Katzen gibt es die Katzenstation Buchs oder die Cat-Box des Katzenschutzvereins Gams. Es gibt aber auch den Hausservice, den zum Beispiel Luzia Candreia und Corina Triofini von Lucobello in der Region anbieten (siehe Front).

Die meisten Institutionen sind zurzeit ausgebucht. Wer für die Sommerferien eine Betreuung für sein Haustier braucht, sollte diese bereits im Frühling organisieren. «Am besten kümmert man sich um einen Ferienplatz für sein Haustier so früh wie möglich», sagt Dolores Rust, Leiterin des Tierheims Nesslau. Das Tierheim bietet Plätze für rund 30 Hunde und bis zu 35 Katzen. Die Anzahl variiert je nach Grösse der Hunde und der Verträglichkeit untereinander. Bei vielen kleinen Hunden und Rudelhaltung gibt es mehr Plätze. Nesslau ist ab nächster Woche bis Anfang August ausgebucht.

Auch Exoten sind willkommen

In Schaan ist man ebenfalls während der Schulferien im Sommer in der Regel ausgebucht. Hier stehen je rund 40 Plätze für Hunde und Katzen zur Verfügung. In beiden Institutionen gibt es auch ­einige Hasen oder Meerschweinchen, die ihre Ferien dort verbringen. «Auch Vögel hatten wir schon hier», sagt Sandra Bricci vom Tierschutzhaus in Schaan. Würde jemand etwas noch Exotischeres bringen wollen, würde man das individuell anschauen, so Bricci. In Nesslau waren auch schon mal Chinchillas und eine Schildkröte zu Gast. «Schlangen können wir allerdings keine aufnehmen, für diese Reptilien sind wir nicht eingerichtet», sagt Dolores Rust.

Ein grosser Teil der Feriengäste gehören Stammkunden der Heime. Kommt ein Hund das erste Mal, gibt es die Möglichkeit des Probetages. Im Tierschutzhaus Schaan ist dieser gar Voraussetzung. «So können wir den Hund und er die neue Umgebung kennen lernen», so Sandra Bricci. «Wir können beispielsweise herausfinden, ob der Hund ängstlich ist oder gar aggressiv. Wie gut er sich mit anderen Hunden verträgt und wie viel Auslauf er benötigt.» So würde es keine Überraschungen geben, die gerade bei Vollbesetzung unangenehm werden könnten.

Wichtig sei, dass die Tiere gegen Parasiten wie Flöhe, ­Zecken oder Würmer vorgängig behandelt werden. Ausserdem müssen die Ferientiere auch korrekt geimpft sein. «Gerade bei Zwingerhusten besteht zum Beispiel eine grosse Ansteckungsgefahr», sagt Dolores Rust. Da das Tierheim Nesslau der Tierklinik angegliedert ist, kann Dolores Rust auch Tieren mit Krankheiten einen Platz mit Zusatzservice bieten.

Katzen suchen sich ihren Platz aus

Auch in der Cat-Box des Katzenschutzvereins Gams werden kranke Katzen über die Ferien aufgenommen. Beate Rhyner hat viel Erfahrung mit Katzen. ­«Medikamente verabreichen oder Insulin spritzen ist alles möglich», sagt sie. Die Krankheiten dürfen natürlich nicht ansteckend sein. Die Katzenstation in Gams ist ebenfalls ausgebucht. «Die letzten beiden Juli-Wochen sind die schlimmsten», sagt sie. Die Anzahl der aufgenommenen Katzen variiert je nach Dynamik, die in einer Gruppe herrscht. «In der Regel sucht sich jede Katze ihren Platz auf einem der Katzenbäume oder Körben. Doch irgendwann zeigen sie, jetzt ist es genug», so Beate Rhyner. Für Notfälle würde sie jedoch immer Platz schaffen können. Beispielsweise, wenn jemand kurzfristig ins Spital muss. «Ich kann auf einen grossen Bekanntenkreis mit vielen Helfern zählen, die zum Beispiel eine unserer Findel­katzen vorübergehend aufnehmen würden», so Rhyner.