REGION: Synergien mit der Landwirtschaft

Seit Jahren kämpfen Waldeigentümer um einen angemessenen Holzpreis, damit sie ihren Wald nach den heutigen Bedürfnissen pflegen können. Die Bedeutung wurde an der GV der Waldeigentümer betont.

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In vielen Belangen erbringen Waldeigentümer häufig Leistungen für die Allgemeinheit. Diese Leistungen werden seit Jahren am Markt nicht abgegolten. Mit den Holzerlösen lassen sich die Leistungen aber schon längst nicht mehr abgelten, lautete kürzlich der Tenor an der GV Wald SG/FL in Vaduz. Als Waldbesitzer werden die Eigentümer in die Pflicht genommen. Dafür werden sie aber nicht honoriert. Wenn die Markpreise nicht mehr das hergeben, was gebraucht wird, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, wird es für die Waldbesitzer schwierig.

Der Wald hat eine vielfältige Aufgabe. Den wirtschaftlichen Aspekten, die derzeit nicht besonders lukrativ sind, stehen gesellschaftliche Forderungen und Bedürfnisse gegenüber, wie beispielsweise Naherholungsgebiete, Biodiversität, Wasserhaushalt, erneuerbare Energie und vieles mehr. Im Fokus steht in solchen Fällen die Frage «Wer bezahlt die Nutzung des Waldes, wenn dieser touristisch als attraktives Element zur Bewerbung von ­Gästen genutzt wird», um ein Beispiel zu nennen.

Gemeinsamer Standort mit dem Bauernverband

Ziel sei es, dass sich der Vorstand mit dem Thema vertieft auseinandersetzen soll. Wie wäre es mit einem «Waldfünfliber», wie er im Kanton Solothurn praktiziert wird? Für den Vorstand Wald SG/FL ist das keine Lösung, weil es einem Giesskannenprinzip entspreche. Eine Forderung von­seiten des Vorstandes stand an der GV jedoch im Zentrum: «Waldleistungen müssen abgegolten werden, damit der Wert des ­Waldes genutzt, aber auch erhalten bleiben kann.»

Der Waldwirtschaftsverband will die Chance zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen nutzen. Der Vorstand hat deshalb bereits ein Angebot überprüft. Es handelt sich um die Erweiterung der Immo­bilie der Stiftung St. Galler Landwirtschaft an der Magdenauer­strasse in Flawil. Es könnte dabei ein Miet- und Darlehensverhältnis eingegangen werden. Dort ist bereits der St. Galler Bauernverband untergebracht. Gleichzeitig kämen damit gegenseitig mehrere Syner­gien zum Tragen, und die Ver­netzung würde gestärkt werden, hiess es an der GV Wald SG/FL. Aus der Sicht des Vorstandes wird der gemeinsame Standort und damit die Liegenschaftsnutzung mit dem Bauernverband positiv bewertet. Demzufolge fiel auch die Zustimmung der Mitglieder an der GV in Vaduz mit grossem Stimmenmehr aus.

Das FSC-Label gibt Anlass zu Diskussionen

An der GV wurde klar kommuniziert, dass die FSC-Waldzertifizierung an Boden verliere. Es gebe gerade noch eine Handvoll Betriebe in der Ostschweiz, die Abnehmer für ihre FSC-Holz-Produktion hätten, begründete Heinz Engler, Geschäftsführer Holzmarkt Ostschweiz (HMO), die derzeitige Situation an der GV. Die zurückhaltende Stimmung in Bezug auf Nachfrage und Produktion von FSC-Holz sei jedoch erklärbar. Die hohen Auditkosten und die schwindende Akzeptanz gegenüber dem FSC-Label veranlasse die WZGO (Waldzertifizierung Gruppe Ostschweiz) zu einem Marschhalt. Deshalb spreche man sich für eine Weiterführung der FSC-Zertifizierung in einer Minimallösung aus, indem beispielsweise Wälder von Privatwald­besitzern künftig kein FSC-Label mehr tragen. Das wiederum heisst, dass das Angebot von FSC-Holz um 60 Prozent reduziert wird, aber dennoch ausreichend ist für die wenigen Ostschweizer Sägewerke mit einem gültigen FSC-Label.

Weiter wurden an der GV Mitglieder ausgezeichnet, die ihr Holz über Selbsthilfeorganisation der Holzmarkt Ostschweiz AG verkaufen: Ortsgemeinde Wart­au, Forstbetrieb Staatswald im Toggenburg, Amt für Umwelt Liechtenstein, Brennholzkorporation Oberbüren, Ortsgemeinde Murg, Ortsgemeinde Kaltbrunn.

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch