REGION: Standort Räfis–Vaduz «äusserst attraktiv»

Nach Kritik aus Liechtenstein am geplanten Standort für die Langsamverkehrsbrücke im Bereich Obere Rüttigasse Vaduz zeigt der Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein dessen Eignung auf – und wie der Planungsstand für weitere Verbindungen ist.

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Der Standort der geplanten Brücke für den Langsamverkehr zwischen Räfis und Vaduz im Bereich Obere Rüttigasse sei sowohl für Berufspendler als auch für den Freizeitverkehr «äusserst attraktiv». Das stellt der Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein in einer Medienmitteilung fest. Mit ihr werde die Verbindung Buchs/Räfis–Vaduz/Schaan für den nichtmotorisierten Verkehr lohnenswert und sicher. Diese Verlagerung weg von den vielbefahrenen Strassenverkehrsübergängen entspreche dem Fokus der zweiten Generation des Agglomerationsprogramms.

Der Standort sei ideal gelegen, um die Querungen des Rheins auf die Gesamtstrecke, zwischen Trübbach und Sennwald, zu verteilen. Ein wesentlicher Vorteil der gewählten Variante sei zudem die bereits bestehende und befestigte Anbindung der Rheinbrückenrampe im Bereich der Oberen Rütti- gasse in Vaduz, schreibt der Verein weiter.

Alternativer Standort bei ÖBB-Brücke wurde geprüft

Bei der Evaluation für eine Brücke seien in diesem Gebiet verschiedene Standorte evaluiert worden. Dies sei auf der Grundlage der Einwohner- und Arbeitsplatzdichte, der Pendlerströme und der raumplanerischen Entwicklung geschehen. In der Mitteilung werden Wegzeiten für Alltags- und Freizeitrouten sowie die Anbindung an die bestehenden Netze beidseits des Rheins genannt. Der alternativ zu Räfis–Vaduz geprüfte Standort «bestehende ÖBB-Brücke» Buchs–Schaan wurde dabei negativ bewertet – bezüglich des hohen Aufwandes für erforderliche Zugangsbauwerke und die sicherheitstechnische Abtrennung der beiden Verkehrsanlagen. Zudem sei man sich einig gewesen, dass eine Brückenkonzentration von drei Übergängen in Schaan auf engstem Raum für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar sei, heisst es weiter. Da eine grundlegende Sanierung der ÖBB-Brücke frühestens in den nächsten 10 bis 20 Jahren geplant sei, habe auch der Realisierungszeitraum gegen diesen Standort gesprochen. Denn um die Bundesbeiträge von 35 Prozent an das Projekt im Rahmen des Agglomerationsprogramms zu erhalten, muss der Baubeginn der Brücke bis Ende 2018 erfolgen.

Die Liechtensteiner Regierung beantragt dem Landtag die Zustimmung zum Verpflichtungskredit für die Langsamverkehrsbrücke Buchs/Räfis–Vaduz. Das Siegerprojekt rechnet mit Realisierungskosten von 4,48 Mio. Franken. Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge von Bund (Schweiz), Kanton St. Gallen, Land Liechtenstein sowie den Standortgemeinden Buchs und Vaduz. Sie haben die Mittel in Aussicht gestellt.

In der Mitteilung heisst es, dass alle Gemeinden im Grenzgebiet, der Kanton St. Gallen und das Fürstentum Liechtenstein einstimmig beim Bund zwei neue Langsamverkehrsbrücken über den Rhein als erste Priorität eingereicht haben. Neben der aktuellen im Bereich-Buchs/Räfis–Vaduz eine zweite im Bereich Wartau–Balzers/Triesen. Der Bund würde eine Brücke im Bereich Wartau–Balzers/Triesen nicht mitfinanzieren, weil diese ausserhalb des Kerns der Agglomeration liege, schreibt der Verein.

Regierung beantragt dem Landtag ein Ja

Die ebenfalls wichtige Verbesserung der Rheinquerung für den Langsamverkehr in Bendern–Haag war Bestandteil der eingereichten A-Massnahme zur Optimierung der dortigen Rheinquerung. Diese stufte der Bund auf zweite Priorität zurück, weil sie noch nicht baureif sei und das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht nachgewiesen sei. Der Verein Agglomerationsprogramm teilt diese Sicht «nur teilweise», wie er schreibt. Für ihn ist eine gesicherte Fussgänger- und Radfahrerüberführung im Bereich des Unterlandes «absolut nötig». Sie sei im Korridor der heutigen Rheinbrücke Bendern–Haag richtig situiert. Deshalb fordert der Verein in der im Dezember 2016 eingereichten dritten Generation des Agglomerationsprogramms die Sanierung dieses Übergangs und eine dazugehörende Verbindung für den Fuss- und Radverkehr mit eigener Spur.

Der Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein ist zuversichtlich, dass der Landtag dem Verpflichtungskredit für die Brücke Buchs/Räfis–Vaduz zustimmt. Die Erhaltung und der weitere Ausbau der regionalen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit werde auch bei weiteren gemeinsamen Projekten für die Region Werdenberg-Liechtenstein wichtig sein, schreibt er. (ts)

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